| Verlag | Bibliothek der Provinz |
| Auflage | 2026 |
| Format | 11,2 x 1,0 x 15,0 cm |
| Gewicht | 132 g |
| ISBN-13 | 9783991264163 |
| Bestell-Nr | 99126416A |
"sekundenglück
menschengeschick"
In Zeiten, in denen die Zukunft mit apokalyptischen Prognosen verdüstert erscheint, während die Vergangenheit einer Umdeutung ausgesetzt ist, gewinnt der Augenblick an Bedeutung. Obwohl die Stimmung in Krisen dazu tendiert, seinen Genuss zerstören zu wollen, kann dieser noch mehr zu leuchten beginnen. Je größer die Verwerfungen auf der großen Bühne der Weltpolitik scheinen, desto wichtiger werden die kleinen Dinge, die Beobachtung des Selbst, der Natur und ihrer betörenden Manifestationen.
Dichten bedeutet unter anderem, die Anmaßung und Bedrohlichkeiten des Lebens durch Schreiben zu bannen, seine Schönheiten zu würdigen und sich damit selbst genug zu sein. Am Beginn dieses Bands stehen deswegen emblematisch zwei Gedichte von Emily Dickinson (1830-1886), die längere Zeit ihres Lebens in ihrem eigenen Zimmer verbracht hat, trotzdem eine stupende Beobachtungsgabe für die Welt da draußen besaß und sich des magischen Ursprungs der Poesie bewusst blieb.
Den 45 Gedichten von Kirstin Breitenfellner, die sich in schwierigen Zeiten und komplexer werdenden Lebenszusammenhängen eine kleine Feier des Lebens, aber auch eine Befragung seiner Widersprüche erlauben, stehen 45 mit Ölkreidezeichnungen der Künstlerin Mari Otberg gegenüber, die den Zauber der Gegenwärtigkeit, den stillen Genuss und die philosophische Exploration, die den Gedichten innewohnt, in ihre unerschrocken bunte, gegenständliche und doch metaphorische Bildsprache übersetzen. Die sprachlichen Bilder werden als Bildmetaphern weitergeschrieben. Das Auge wandert beim Lesen hin und her. Und der Raum zwischen Text und Bild beginnt zu leuchten.
