Hunger - Ein verarmter Schriftsteller im Kristiania der 1890er: Bewusstseinsstrom, Großstadtelend und existenzielle Krise der Moderne
| Verlag | e-artnow |
| Auflage | 19.02.2023 |
| Format | 15,2 x 22,9 x 0,6 cm |
| Gewicht | 164 g |
| ISBN-13 | 9788027374670 |
| Bestell-Nr | 02737467SA |
Hunger (1890) entfaltet in der Stadt Kristiania das Protokoll eines namenlosen Schriftstellers, der zwischen schöpferischem Größenwahn, körperlicher Entkräftung und sozialer Unsichtbarkeit umherirrt. Hamsun ersetzt den realistischen Gesellschaftsroman durch eine radikal subjektive Bewusstseinsprosa: abrupte Stimmungswechsel, halluzinatorische Wahrnehmungen und ironisch gebrochene Selbstbeobachtung machen den Text zu einem Schlüsselwerk der literarischen Moderne und einem Vorläufer des psychologischen Romans. Knut Hamsun (1859-1952), in Norwegen aufgewachsen und früh mit Armut, unsteter Arbeit und Auswanderungserfahrungen konfrontiert, kannte die materielle Unsicherheit des schreibenden Außenseiters. Seine Tätigkeiten als Gelegenheitsarbeiter, Journalist und literarischer Provokateur schärften den Blick für die Spannungen zwischen bürgerlicher Ordnung und individueller Empfindung. Aus dieser biographischen Erfahrung erwuchs sein Interesse an irrationalen Impulsen, verletztem Stolz und der Einsamkeit des modernen Subjekts. Dieses Buch sei allen empfohlen, die nicht bloß eine Handlung, sondern die Anatomie eines Bewusstseins lesen wollen. Hunger ist bedrängend, komisch, grausam präzise und von erstaunlicher Aktualität: Es zeigt, wie prekär Würde, Sprache und Identität werden, wenn der Körper versagt und die Stadt gleichgültig bleibt.
