In einer Zeit, in der das Wissen um die Seele weithin geschwunden ist, unternimmt das Buch Die Seele denken eine Rückkehr zu einem originären Verständnis des Seins. Es zeichnet die Entfaltung des Seelenbegriffs von den Urbildern Homers bis zu den die Epoche antikenDenkens abschließenden Auffassungen von Proklos nach. Damit führt es die Leserin und den Leser in die geistige Ordnung der Antike ein und lässt die Seele als das wahre Wesen des Menschen erscheinen: als ein Prinzip, das Bewegung, Leben, Erkenntnis und Freiheit erst ermöglicht.
Mit sprachlicher Kraft und gedanklicher Klarheit führt diese Studie durch das feine Gewebe antiker Texte. Mit ihrer interpretierenden Erschließung der griechischen Quellen zeigt sie, dass die Seele nicht bloß ein Kapitel der Geistesgeschichte ist, sondern als vermittelndes Band hervortritt, als ein Zwischen, in dem sich Sinnliches und Denkbares, Körperliches und Geistiges, Endliches und Ewiges, Irdisches und Göttliches begegnen: als eine für die Selbsterkenntnis entscheidende ursprüngliche Wahrheit.
Inhalt:
Einleitung 9
Homer 13
Thales 20
Pythagoreer 24
Heraklit 36
Demokrit 50
Platon 64
Aristoteles 80
Epikur 92
Plotin 105
Proklos 112
Schlusswort 120
Bibliografie 125
Zum Autor 129
Sven Kezele, geb. 8. Dezember 1992 in Zagreb, schloss an der Philosophischen Fakultät der Universität Zagreb Studien der Vergleichenden Literatur- und Sprachwissenschaft sowie der Philosophie ab. Er verteidigte 2021 eine Masterarbeit über den Einfluss des gebundenen Verses auf den freien Vers und 2023 eine zweite Masterarbeit zum griechischen Verständnis des Seelenbegriffs. Im akademischen Jahr 2023/2024 studierte er Klassische Philologie. Seit 2023 ist er Doktorand der Literaturwissenschaft an der Philosophischen Fakultät der Universität Zagreb.Während seines Studiums verbrachte er Semesteraufenthalte an der Universität Wien, der Humboldt-Universität zu Berlin, der Universität Orléans und der Karls-Universität Prag. Seine Forschung gilt der Verslehre und der Lyrik des 20. und 21. Jahrhunderts, wobei besonderes Augenmerk auf die Übergänge und Spannungen zwischen Moderne, Postmoderne und Gegenwart gelegt wird. Seine philosophische Auseinandersetzung richtet sich auf die klassische griechische und deutsche Philosophie, die Philosophiegeschichte und die Metaphysik. Als Fellow des vom Humane Philosophy Project getragenen NGRE-Programms (New Generation Research Exchange) widmete er sich der weiteren Erforschung des griechischen Seelenbegriffs. Im Jahr 2025 erschien seine Monografie Die Seele denken.Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit wirkt Kezele als Übersetzer, Dichter und Essayist zu Fragen der Literatur, Kultur und Philosophie. Er ist Mitarbeiter der Zagreber Kulturzeitung Vijenac, der einflussreichsten Zeitschrift des kroatischen Kulturverbands Matica hrvatska, sowie des Portals Suvremenik, das unter der Trägerschaft des Kroatischen Schriftstellerverbandes steht. Darüber hinaus ist er Gründer, Eigentümer und Geschäftsführer des Unternehmens Rukovet d.o.o.
Autorenporträt schließen