Spielregeln Jugendlicher im Umgang mit Geschichte - Eine rekonstruktive Studie zur Deutungsaushandlung am Beispiel von Kolonialfotografien
| Verlag | Wochenschau Verlag |
| Auflage | 09.09.2026 |
| Seiten | 436 |
| Format | 14,5 x 20,8 x 2,4 cm |
| Gewicht | 558 g |
| ISBN-10 | 3734417929 |
| ISBN-13 | 9783734417924 |
| Bestell-Nr | 73441792A |
Welche impliziten "Spielregeln" nutzen Jugendliche im Umgang mit Geschichte?
Diese Frage untersucht die vorliegende Studie am Beispiel von Deutungsaushandlungen zu
Kolonialfotografien anhand kontrastiver Gruppendiskussionen. Auf Grundlage einer praxeologischen Perspektive auf geschichtskulturelle Praktiken werden kontrastive Umgangsweisen sichtbar - von konventions- und kenntnisorientierten bis hin zu lebensweltlichen und gesellschaftskritischen Zugängen. Darüber hinaus rekonstruiert die Studie Spannungsfelder der Deutung von Kolonialgeschichte, des Umgangs mit Perspektivität und der Geschichtsvorstellungen Jugendlicher, aus denen sich Impulse für Theorie und Praxis ableiten lassen.
Inhalt:
1. Einleitung
2. Forschungsstand: Empirische Studien zu Bildumgangsweisen und Aushandlungsprozessen historischer Orientierungen Jugendlicher
2.1 Empirische Studien zu Bildumgangsweisen Jugendlicher
2.2 Empirische Studien zu Umgängen mit Geschichte in Gruppensettings
2.3 Erste Schlussfolgerungen zum Vorgehen der Erhebung von gemeinsam geteilten Umgangsweisen mit Kolonialfotografien
3. Theorie: 'Spielregeln' in Umgangsweisen mit Geschichte am Beispiel von Aushandlungen zu Kolonialgeschichte
3.1 Historische Aushandlungsprozesse als Ausdruck geschichtskultureller Praxis
3.2 'Deutungspraktiken' und diesbezügliche 'Spielregeln' in Umgangsweisen mit Geschichte als praxeologische Wendung von geschichtskulturellen Praktiken
3.3 Gemeinsam geteilte sowie konfligierende Deutungspraktiken zu Kolonialgeschichte
3.4 Kolonialfotografien als historisch mehrdeutige narrative Abbreviaturen
3.5 Reformulierung der Forschungsfrage in der Terminologie der Theorie
4. Studiendesign: Das 'Angeln' nach Spielregeln in Umgangsweisen mit Geschichte mittels 'themenzentrierter Gruppendiskussionen' und rekonstruktiver Interpretationen
4.1. Zur rekonstruktiven Grundausrichtung des Studiendesigns
4.2 Datenerhebung mittels 'themenzentrierter Gruppendiskussionen' in politischen Jugendgruppen
4.3 Fallbeschreibungen als Grundlage für relationale Typenbildung von Spielregeln
4.4 Reformulierung der Forschungsfragen in der Terminologie der Methode
5. Fallbeschreibungen zu den jeweiligen Deutungspraktiken und dahinterliegenden Spielregeln der Gruppen
5.1 Die rekonstruierten Spielregeln zu Umgangsweisen mit Geschichte im Überblick
5.2 Die 'strategisch-widerwilligen Konventionsanpasser:innen'
5.3 Die 'engagiert-reflektierten Kolonialkritiker:innen'
5.4 Die 'auf Klärung fokussierten sowie kenntniszentrierten Geschichtsprofilier:innen'
5.5 Die 'zögerlich kolonialkritischen Kenntnisbevorzuger:innen'
5.6 Die 'involviert normsetzenden Gegenwartsbezieher:innen'
6. Synopse rekonstruierter Deutungspraktiken und dahinterliegender Spannungsfelder
6.1 Geschichtsunterrichtserfahrungen im Spannungsfeld von variierenden Relevanzzuschreibungen sowie impliziten Begriffen historischen Lernens
6.2 Deutungspraktiken im Spannungsfeld von Kolonialverharmlosung und Kolonialkritik sowie Versuchen der Perspektivenüberwindung und Ansätzen zur
Perspektivenreflexion
6.3 Spannungsfeld der Bildpositionen: Von Bildern als Methode bis hin zu den Erkenntnispotenzialen von Bildquellen sowie variierenden Forderungen zu Umgängen mit
Bildern im Geschichtsunterricht
7. Fazit und abschließende Thesen
8. Abbildungsverzeichnis
9. Tabellenverzeichnis
10. Anhang