Markus Raetz - Zeemansblik - Schlüsselwerke der Schweizer Kunst
| Verlag | Scheidegger & Spiess |
| Auflage | 2024 |
| Seiten | 96 |
| Format | 22,0 x 1,5 x 25,5 cm |
| Gewicht | 626 g |
| Reihe | Schlüsselwerke der Schweizer Kunst |
| ISBN-10 | 3039422421 |
| ISBN-13 | 9783039422425 |
| Bestell-Nr | 03942242A |
Representing vision is a core theme in the art of Markus Raetz (1941-2020). The imitation of a binocular field of vision, which he chose for Zeemansblik , is as simple as it is convincing. Raetz created some 20 versions of this relief, made of painted and later of polished zinc sheet, in various dimensions. The Dutch term zeemansblik (sailor's view) can be translated as a view of the sea, yet blik in Dutch also means sheet metal. Raetz's wordplay refers objectively to the material and at the same time invites an interpretation of the horizontal fold in the plate as a sea horizon. Light reflections on the curved blank material change with the viewer's moving point of view, suggesting changing weather. A simple, abstract object on the wall thus becomes a seascape without painting, with the longing motif of looking into a blue distance.
In this book, art historian Franz Müller explores the complexity behind the apparent simplicity of Markus Raetz's Zeemansblik , highlighting what makes the relief a landmark of Swiss art.
Das Darstellen des Sehens ist ein zentrales Thema in der Kunst von Markus Raetz (1941-2020). Mit der Silhouette eines Fernglassichtfelds hat er dafür bei Zeemansblik eine so schlichte wie überzeugende Form gefunden. Von diesem Zinkblech-Relief entstanden zwischen 1985 und 1999 rund zwanzig Fassungen in unterschiedlichsten Dimensionen. Das titelgebende niederländische Wort Zeemansblik (wörtlich: Blick des Seemannes) kann mit Seeblick übersetzt werden. Blik bedeutet jedoch zugleich auch Blech. Die Doppeldeutigkeit des Titels weist sachlich auf das Material hin und fordert zugleich dazu auf, die vom horizontalen Falz im Blech bewirkte Linie als Meereshorizont zu deuten. Die Veränderung des Betrachtungsstandpunktes führt zu wechselnden Lichtreflexen auf dem gewölbten, blanken Blech, die als unterschiedliche atmosphärische Stimmungen wahrgenommen werden. Für die Betrachtenden wird so aus einem schlichten, abstrakten Objekt an der Wand ein Marinebild ohne Malerei mit dem Sehnsuchtsmotiv des Blicks in die blaue Ferne.
Franz Müller beschreibt in diesem Buch - dem 7. Band der Reihe Schlüsselwerke der Schweizer Kunst - die Komplexität hinter der scheinbaren Einfachheit von Markus Raetz' Zeemansblik und zeigt auf, was das Relief zu einem Schlüsselwerk der Schweizer Kunst macht.
