| Verlag | Kuehlen Verlag |
| Auflage | 23.10.2026 |
| Seiten | 56 |
| Format | 26,0 x 14,7 x 1,2 cm |
| Gewicht | 325 g |
| ISBN-10 | 3874486141 |
| ISBN-13 | 9783874486149 |
| Bestell-Nr | 87448614A |
Zum Buch
Grußwort
Der Naumburger Dom zählt zu den europäischen Kathedralen, die einen herausragenden Glasmalereibestand seit dem Hohen Mittelalter aufweisen können und diesen mit Werken der zeitgenössischen Kunst erweitern. Die ältesten Fenster aus dem 13. Jahrhundert befinden sich im Westchor, der der Gottesmutter Maria geweiht ist. Thematisch zielen die Fenster hier im kongenialen Verbund mit den berühmten Stifterfiguren auf das Fegefeuer und den wiederkehrenden Christus im Jüngsten Gericht. Mit der Erweiterung des den Apostelfürsten Petrus und Paulus geweihten Ostchores im 14. Jahrhundert stellten sich nachfolgend weitere Aufgaben für die Glasmaler. Wunderschön sind die Fenster im Chorscheitel, das Marienfenster mit seiner faszinierenden Architekturdarstellung und das benachbarte Jungfrauenfenster. Ebenso sind die jüngeren Darstellungen des 15. Jahrhunderts - wie das Christusfenster - und das Symbolfenster von hoher Qualität. Neuschöpfungen des 19. Jahrhunderts - initiiert durch König Friedrich Wilhelm IV. - erreichten allerdings nicht die Qualität der Vorgänger. Die Fenster waren im Vergleich zu der mittelalterlichen Glasmalerei viel zu hell gestaltet, was einen störenden Lichteinfall zur Folge hatte. Infolge von Verlusten durch Unwetter, Diebstahl und mutwilliger Beschädigung entbehrten gar zwei großformatige Chorfenster im Norden und im Süden des Chores nahezu vollständig der originalen Buntglasmalerei. Der liturgische Hauptchor des Domes war in Gefahr, seine Würde zu verlieren. Gemeinsam mit dem Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie beriefen die Vereinigten Domstifter eine Jury ein, um die ungenügende Glas- und Lichtsituation nachhaltig zu verbessern. Die Wahl der Jury fiel auf Prof. Markus Lüpertz. Künstler und Auftraggeber einigten sich auf die Themen Erlösung und Verdammnis. In Angriff genommen wurden die beiden großformatigen Chorfenster im Norden und im Süden sowie zwei deutlich kleinere Fenster ebenfalls im Norden und im Süden. Nach etwas mehr als zwei Jahren wurde das Werk vollendet. Die äußerst prächtige Farbigkeit und die außerordentlich gelungene bildmächtige Szenerie des Kampfes zwischen Erlösung und Verdammnis fesseln den Betrachter. Zweifellos gehören diese Naumburger Fenster zu den besten Arbeiten des Künstlers in Glas. Ich möchte allen Gewerken, Beteiligten und Mitstreitern von Herzen danken, vor allem aber Markus Lüpertz für seinen Mut, seine Standhaftigkeit, Kreativität und Exzellenz. Dank der großzügigen Unterstützung der GETEC Stiftung und der Hack Stiftung konnte das Wagnis begonnen und zu einem wunderbaren Abschluss geführt werden.
(c) Dr. Holger Kunde, August 2026
Stiftsdirektor der Vereinigten Domstifter