»Kristallhart gegenüber allen Feinden« - Die DDR-Staatsanwaltschaft und das MfS im politischen Strafprozess
| Verlag | Vandenhoeck & Ruprecht |
| Auflage | 11.03.2024 |
| Seiten | 522 |
| Format | 16,0 x 4,1 x 23,7 cm |
| Gewicht | 980 g |
| Reihe | Analysen und Dokumente der BStU |
| ISBN-10 | 3525302681 |
| ISBN-13 | 9783525302682 |
| Bestell-Nr | 52530268A |
Für die Steuerung politischer Strafprozesse war in der DDR außer der Staatssicherheit auch die Staatsanwaltschaft verantwortlich. Staatsanwälte sicherten die Ermittlungsergebnisse der MfS-Untersuchungsabteilungen im Zuge der Anklageerhebung formal-juristisch ab. Ihrer gesetzlichen Rolle als 'Hüterin des Rechts' kam die Staatsanwaltschaft in diesen Verfahren allerdings nur mit deutlichen Abstrichen nach.
Die vorliegende Untersuchung zeigt anhand neuer Fall- und Aktenanalysen, dass das Mit- und Nebeneinander beider Institutionen über die Jahre variierte und dass die gesetzliche Rolle der Staatsanwaltschaft zu einer verstärkten formalen Rechtsförmigkeit in MfS-Verfahren beigetragen hat. Insbesondere detaillierte Textvergleiche zwischen MfS-Ermittlungsberichten und Anklageschriften machen die politische Strafjustiz als äußerlich regelorientiertes, im MfS geheimpolizeilich, politisch und rechtlich vorselektiertes sowie von Staatsanwälten juristisch und rechtsideologisch nachpräpariertes machtpolitisches Sanktionsinstrument der SED-Herrschaft deutlich.