Justiz als gesellschaftliches Über-Ich - Zur Position der Rechtsprechung in der Demokratie
| Verlag | Suhrkamp |
| Auflage | 1. Auflage, 11.03.2018 |
| Seiten | 266 |
| Format | 10,8 x 1,8 x 17,7 cm |
| Gewicht | 166 g |
| Reihe | suhrkamp taschenbuch wissenschaft |
| ISBN-10 | 3518298291 |
| ISBN-13 | 9783518298299 |
| Bestell-Nr | 51829829A |
Mit den hier versammelten Texten zielt Ingeborg Maus auf ein Paradox der Demokratie: Einerseits setzen die Bürger großes Vertrauen in die Justiz, insbesondere das Verfassungsgericht, während das Parlament am unteren Ende der Vertrauensskala rangiert. Wenn aber Verfassungsnormen in unbestimmte 'Werte' aufgelöst werden, die es erlauben, auch verfassungskonforme Gesetze auszuhebeln, erscheint das Gericht andererseits als Kontrahent der Volkssouveränität. Die Kritik dieser juristischen Praxis, die heute auch auf EU-Ebene zu beobachten ist, wird ergänzt durch einen Rückblick auf Methoden der NS-Justiz.
Inhalt:
Einleitung
Justiz als gesellschaftliches Über-Ich. Zur Funktion von Rechtsprechung in der 'vaterlosen Gesellschaft'
Zur Ideengeschichte der Gewaltenteilung und der Justizfunktion. Demokratie und Justiz in nationalstaatlicher und europäischer Perspektive
'Gesetzesbindung' der Justiz und die Struktur der nationalsozialistischen Rechtsnormen
Juristische Methodik und Justizfunktion im Nationalsozialismus
Plädoyer für eine rechtsgebietsspezifische Methodologie oder: wider den Imperialismus in der juristischen Methodendiskussion
Zur Problematik des Rationalitäts- und Rechtsstaatspostulats in der juristischen Methodik am Beispiel Friedrich Müllers
Vom Rechtsstaat zum Verfassungsstaat. Zur Kritik juridischer Demokratieverhinderung
Zum Verhältnis von Recht und Moral