Das Gesetz schweigt, der Richter spricht

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Produktdetails  
Verlag Matthes & Seitz Berlin
Auflage Oktober 2026
Seiten 172
Format 12,3  x  20,2  x  1,6 cm
Gewicht 280 g
Reihe Friedenauer Presse Winterbuch
ISBN-10 3751880682
ISBN-13 9783751880688
Bestell-Nr 75188068A

Produktbeschreibung  

Palermo, 1930er-Jahre. Ein grausamer, akribisch geplanter Dreifachmord. Der Täter, ein entlassener Büroangestellter auf Rachefeldzug, ist geständig. Die Opfer: sein ehemaliger Vorgesetzter, ein hochgeschätzter Parteifunktionär; ein Buchhalter, sein Nachfolger; die eigene Ehefrau. Nach Wiedereinführung der Todesstrafe scheint die Gesetzeslage eindeutig. Für 'totale Sicherheit' sorgt auch die Regimepropaganda mit der Behauptung, es habe gar keinen Mord gegeben. Tagelang sind die pompösen Bestattungsfeiern das Thema. Der Mordfall kommt vors Schwurgericht in Palermo, wo sich die Türen nur durch 'Freundschaften' öffnen, und trifft dort auf den 'kleinen' Richter. Für ihn ist die Ablehnung der Todesstrafe nicht nur ein unumstößliches Prinzip, sondern ein 'Akt des Glaubens': Allein mit seinem Gewissen zieht er gegen die Übermacht des Staates und seine unmenschlichen Gesetze ins Feld, wissend, dass er sich in seinem Urteil 'der dunkelsten, der verborgensten, eben der hässlichsten Seite seiner selbst stellen muss'; ebenso, dass er damit seine Karriere verspielt.

Mit geschliffen ironischer Sprache schildert Sciascia die menschliche Verkommenheit inmitten sizilianischer Lebenswelten und legt im Dialog mit der Weltliteratur den großen Betrugdes faschistischen Systems offen - quasi als Alter Ego des 'kleinen' Richters, der sich in moralischer Übergröße sein gänzlich irrationales Vertrauen in die Menschlichkeit bewahrt. Ein Buch wie ein Vermächtnis.

Autorenporträt  
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