Angewandte Forschungsethik in der Qualitativen Sozialforschung - Orientierungshilfe zur Untersuchung kritischer Lebensereignisse

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Produktdetails  
Verlag Verlag Barbara Budrich
Auflage 16.03.2026
Seiten 125
Format 14,6 x 1,4 x 21,4 cm
Gewicht 190 g
ISBN-10 3847431838
ISBN-13 9783847431831
Bestell-Nr 84743183A

Produktbeschreibung  

Empirische Untersuchungen kritischer Lebensereignisse wie Verlusterfahrungen, Gewalterleben oder andere biografische Störungen sind ethisch zu fundieren. Hierzu schlägt der Autor eine Brücke zwischen normativ-theoretischen Reflexionen und forschungspraktischen Anregungen. Am Beispiel typischer Herausforderungen des Untersuchungsfeldes werden für die Phasen vor, während und nach der Datenerhebung konkrete Handlungsorientierungen erarbeitet.


Inhalt:

1. Hinführung: Wozu bedarf es einer forschungsethischen Orientierungshilfe zur Untersuchung kritischer Lebensereignisse?
1.1 Motivation und Zweck des Kompaktmanuals
1.2 Zielgruppen und Anwendungsbereich
2. Kritische Lebensereignisse und biografische Krisen als Forschungszusammenhang
2.1 Ethos und Ethik der Erforschung kritischer Lebensereignisse und biografischer Krisen
2.1.1 Problematische Nutzenmaximierung
2.1.2 Erkenntnistheoretische Analyse von Subtexten
2.2 Kritik der Vorannahmen: Pathologisierung/Problematisierung, Reaktivierung, affektive Betroffenheit und Gegenübertragung (PRAG)
3. Ethische Prämissen
3.1 Principlism als forschungsethisches Paradigma und mittlere Prinzipien der Erforschung kritischer Lebensereignisse
3.1.1 Kritische Würdigung eines forschungsethischen Principlism
Forschungsbeispiel I: Verdeckte Beobachtungen
3.1.2 Prinzipien der Erforschung kritischer Lebensereignisse und biografischer Krisen
3.2 Kontroverse um Normativität in der Forschung: Objektivität vs. Solidarität (Parteilichkeit)
3.2.1 Zur Gegensätzlichkeit der Ansprüche
3.2.2 Intersubjektivität als Lösungsversuch
3.3 Der Nutzen von Forschung als Proklamation gelingender Lebensführung
4. Vor der Erhebung
4.1 Betroffenenpartizipation als formative Evaluation des Forschungsdesigns
4.1.1 Gelingensfaktoren für Partizipation
Forschungsbeispiel II: Partizipative Forschung
4.1.2 Begünstigt Betroffenenpartizipation sozial erwünschte Ergebnisse?
4.1.3 Partizipation im Zusammenhang von Abschlussarbeiten und Nachwuchsforschung
4.2 Risikoanalyse des Forschungsvorhabens als White Hat Security Hack
4.2.1 Entwicklung des Forschungsdesigns
4.2.2 Feldzugang
4.2.3 Erhebungssetting
4.2.4 Zweckrationalität des Forschungssystems
4.2.5 Dissemination
4.3 Kritik an Erhebungsinstrumenten/Leitfadenkritik
Forschungsbeispiel III: Lösungsorientiertes Fragen
4.4 Einholung eines Ethikvotums
Forschungsbeispiel IV: Exemplarisch modifizierter Antrag zur Einholung eines Ethikvotums
4.5 Aus- und Weiterbildung sowie Betreuung von Studierenden und Nachwuchsforschenden
4.5.1 Selbsterfahrung als geschützter Raum
4.5.2 Rollenspiele, Simulationen und Kontakte zu Betroffenen
Forschungsbeispiel V: Interviewschulung unter Einbezug von Erfahrungsexpert:innen
4.5.3 Choice-Optionen bei Vertrauenspersonen, externe Kooperationen mit Hilfeeinrichtungen und Exit-Optionen
4.6 Grenzen des Umgangs mit Betroffenheit in wissenschaftlichen Organisationen
4.6.1 Mitarbeitende werden nicht dazu aufgefordert, Betroffenheiten zu thematisieren
4.6.2 Betroffenheit thematisieren zu können, bedeutet nicht, individuelle Betroffenheit in Forschungseinrichtungen aufzuarbeiten
4.6.3 Disclosure ist einer institutionellen Veröffentlichung von Betroffenheit nicht gleichzusetzen
4.6.4 Institutionell kann nur mit solchen Aspekten von Betroffenheit umgegangen werden, die Entscheidungsträger:innen bekannt sind
5. Die Erhebung
5.1 Informed Consent als elliptische Ko-Konstruktion
Forschungsbeispiel VI: Informed Consent
5.2 Interviewdurchführung aus forschungsethischer Perspektive
5.2.1 Zurückstellen des eigenen Bezugssystems
5.2.2 Die Wahrheitsfrage
5.3 Krisenintervention im Rahmen Qualitativer Interviewdurchführung
5.3.1 Interventionen bei bevorstehender Gefahr
5.3.2 Interventionen bei anderen Verunsicherungen
5.3.3 Benötigen Forschende professionelle Beratungskompetenzen?
5.4 Erhebung anderer Daten: Forschungssubjekte und die Objekthaftigkeit von Daten als Kontinuum
6. Nach der Erhebung
6.1 Schutzbedürftigkeit von Forschenden während der Transkription und Datenauswertung
6.2 Datenmanagement als Kontroverse um die Bereitstellung von Forschungsdaten zwecks Sekundärnutzung
6.2.1 Argumente, die für eine Bereitstellung von Forschungsdaten zwecks Sekundärnutzung sprechen
6.2.2 Argumente, die gegen eine Bereitstellung von Forschungsdaten zwecks Sekundärnutzung sprechen
6.2.3 Synthese zur Bereitstellung von Forschungsdaten zwecks Sekundärnutzung
6.3 Wertschätzung der Forschungsteilnehmenden und Unterstützer:innen
7. Statt eines Resümees: Was ich gerne früher gewusst hätte ...
Literatur

Autorenporträt  
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