Das Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS) ist heutzutage eine weitverbreitete Diagnose, mancherorts für fast alle kindlichen Schwierigkeiten im Vorschul- und Grundschulalter. Die Erklärungen reichen von Störungen des Hirnstoffwechsels, Frühverwahrlosungen, psychischen oder psychosozialen Regulationsstörungen bis hin zu Hochbegabungen.Bei den Präventions- und Therapieangeboten gehen die Empfehlungen weit auseinander. Für die einen ist ein verstehender Zugang zum einzelnen Kind und seiner Lebenssituation der richtige Weg, während andere in einer medikamentösen Behandlung die Lösung des Problems sehen. Diese Sichtweise hat in den letzten zehn Jahren enormen Auftrieb erhalten. Die Autoren dieses Bandes problematisieren und diskutieren eine drohende Medikalisierung sozialer Probleme. Sie greifen aktuelle Kontroversen auf und plädieren für eine sorgfältige Diagnostik sowie für eine professionelle Zusammenarbeit aller beteiligten Experten bei der Therapie der betroffenen Kinder.
Prof. Dr. med. Gerd Lehmkuhl, Diplom-Psychologe, Psychoanalytiker, war über 25 Jahre Professor für Kinder- und Jugendpsychiatrie an der Universität zu Köln (1988-2014). Als verantwortlicher Herausgeber der »Zeitschrift für Individualpsychologie« (1990-2013) und Mitherausgeber der »Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie« (1989-2013) prägte er diese Fachzeitschriften wesentlich. Von 1989 bis 1999 saß er zudem dem Alfred-Adler-Institut Aachen-Köln vor.
Dr. phil. Frank Dammasch, Dipl.-Soz., Pädagoge, ist analytischer Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut in eigener Praxis und Professor für psychosoziale Störungen in Kindheit und Jugend an der Fachhochschule Frankfurt/Main.
Prof. Dr. med. Manfred Cierpka (1950-2017) war Psychiater, Psychoanalytiker, Familientherapeut und Ärztlicher Direktor des Instituts für Psychosomatische Kooperationsforschung und Familientherapie der Universität Heidelberg und wissenschaftlicher Leiter der Lindauer Psychotherapiewochen.
Dr. Andreas Schick, Diplom-Psychologe, Paar- und Familientherapeut, ist Leiter des Heidelberger Präventionszentrums.
Prof. Dr. phil. Marianne Leuzinger-Bohleber war Geschäftsführende Direktorin des Sigmund-Freud-Instituts Frankfurt/Main und Professorin für Psychoanalytische Psychologie an der Universität Kassel.
p>Dr. Sarah Yvonne Brandl, Diplom-Psychologin und Germanistin, ist Projektleiterin am Sigmund-Freud-Institut Frankfurt/Main.
Gerald Hüther zählt zu den bekanntesten Hirnforschern im deutschsprachigen Raum, ist Autor zahlreicher (populär-)wissenschaftlicher Publikationen und Vorstand der Akademie für Potentialentfaltung.
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