Cur Deus homo und die vom Ordnungsdenken geprägte Theologie Anselms
| Verlag | Mohr Siebeck |
| Auflage | 10.02.2026 |
| Reihe | Beiträge zur historischen Theologie / BHTh |
| ISBN-10 | 3162000475 |
| ISBN-13 | 9783162000477 |
| Bestell-Nr | 16200047A |
Cur Deus homo
has shaped the history of Western theology more than almost any other medieval text, yet it has also been the target of persistent critique. Modern interpretations often accuse Anselm of subordinating divine freedom and love to human categories of satisfaction and justice. Jonathan Flämig offers a fresh reading by situating CDH firmly within Anselm's conception of order. Central to this framework are the ontological gap between Creator and creature, the unique status of human beings as rational images of God, and the conviction that being implies obligation - rectitudo meaning the concord of essence and action. Within this horizon, sin emerges as the violation of one's own creaturely nature, while reconciliation becomes the recovery of inner rightness. This interpretation demonstrates that Anselm's concern is not a juridical transaction but the existential restoration of communion with God. The author contextualizes this approach within Anselm's broader theology, highlighting the interrelations between Trinitarian thought, epistemology, hamartiology, and soteriology. In doing so, he shows that
Cur Deus homo
articulates a vision of salvation that transcends external categories and illuminates the inner freedom of humanity in dependence upon divine action.
Inhalt:
I. Darlegung des Forschungsansatzes und einleitende Analysen von Anselms Cur Deus homo
1. Überblick über ausgewählte Rezeptionen von Anselms CDH und der Forschungsansatz der vorliegenden Studie
2. Fragestellung und Zielgruppen der Schrift CDH
3. Die kompositorische Struktur von CDH
II. Die göttlichen Perfektionen als Interpretationsschlüssel der Theologie Anselms und speziell des Werks CDH
1. Gott als summa ratio/veritas - Anselms Vernunft- und Erkenntnistheorie als Basis seiner wissenschaftlichen Methode
1.1 Die gegenseitige Verschränkung von ordo, ratio und Gott
1.2 Die Abhängigkeit der menschlichen Vernunfterkenntnis von Gott
1.3 Anselms Verhältnisbestimmung von fides und intellectus
1.4 Anselms Argumentationsmethode in CDH
1.5 Die Grenzen der menschlichen Erkenntnis Gottes
1.6 Fazit: Anselms Forschungskonzept interpretiert anhand des memorare-intelligere-amare
2: Gott als summum bonum, summa unitas, summa immutabilitas - Anselms Gottes- und Inkarnationslehre
2.1 Gottesumschreibungen Anselms im Monologion und Proslogion
2.2 Gott als summa unitas und trinitarisch bestimmter summus spiritus
2.3 Gott als summa immutabilitas und seine Transzendenz in Bezug zur Immanenz
2.3.1 Die immutabilitas dei und der Ansatz, die Einheit als Gegensatz zur Vielheit zu sehen
2.3.2 Die immutabilitas dei und der Ansatz, die Vielheit als Moment der Einheit zu sehen
2.3.3 Die immutabilitas dei und die Inkarnation und Passion der zweiten trinitarischen Person
3. Gott als summa iustitia - Die (Un-)Gerechtigkeit des Menschen, Gottes und des Gott-Menschen
3.1 Allgemeine Begriffsbestimmung der 'iustitia' als Art der 'rectitudo'
3.2 Die vom Menschen geforderte iustitia
3.3 Die tatsächliche iniustitia der Menschen (außer dem Gott-Menschen)
3.3.1 Der Inhalt der Sünde
3.3.2 Die Folgen der Sünde
3.3.3 Anselms Lehre von der Ursünde (peccatum originale/naturale)
3.4 Die iustitia Gottes hinsichtlich des Ursprungs des malum
3.5 Die iustitia Gottes gegenüber dem Sünder
3.5.1 Sola misericordia - Barmherzigkeit ohne Gerechtigkeit
3.5.2 Districta iustitia - Gerechtigkeit ohne Barmherzigkeit?
3.5.3 Iustitia miserens - Gerechtigkeit als Barmherzigkeit
3.6 Die iustitia des Gott-Menschen
3.6.1 Die iustitia des Gott-Menschen dank seiner sündlosen Geburt
3.6.2 Inhalt und Ausmaß der vom deus-homo erbrachten Satisfaktionsleistung
3.6.3 Geber und Empfänger der Satisfaktionsleistung
3.7 Die iustitia Gottes gegenüber dem Gott-Menschen
4. Gott als summa potestas und Verteidiger der Ordnung wider die Unordnung der Sünde
4.1 Allg. Inhaltsbestimmung der Allmacht Gottes als Exklusion äußerer und Inklusion innerer Notwendigkeiten
4.2 Die Freiheit Gottes, dass er sein Schöpfungsziel umsetzt
4.3 Gottes Freiheit, wie er sein Schöpfungsziel umsetzt
5. Gott als summa bonitas - Verhältnis göttl. Gnade und menschlicher Freiheit und Verantwortung im ordo salutis
5.1 Einleitende Problembestimmung
5.2 Praedestinatio - Vereinbarkeit des göttl. Vorherwissens und Vorherbestimmens mit der menschl. Willensfreiheit
5.3 Vocatio, illuminatio, conversio - Göttl. Gnade/menschl. Freiheit bei Wiederherstellung d. Rechtheit des Willens
5.4 Iustificatio - Zusammenspiel der göttlichen Gnade und des Menschen bei der Begleichung menschlicher Schuld
5.5 Conservatio fidei, perseverantia - Zusammenspiel der göttl. Gnade u. d. Menschen bei Heiligung (sanctificatio)
5.6 Glorificatio - Verherrlichung in der Seligkeit (beatitudo)
III. Resümee: Alles in Ordnung?
