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...und wünschen Ihnen für die Zukunft alles Gute! Ein Leben als Praktikant

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Kartoniert/Broschiert
Goldmann, Goldmann Taschenbücher Bd.15565, 2009, 173 Seiten, Format: 18,5 cm, ISBN-10: 3442155657, ISBN-13: 9783442155651, Bestell-Nr: 44215565M
Zustand des Artikels: Sehr gut
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Produktbeschreibung

Jan Hesse ist Praktikant, und das schon seit Jahren. Er ist überall zuhause, doch nirgends wirklich. Im Laufe der Jahre hat er ein praktisches System entwickelt, das ihm das ständige Umziehen erleichtert. Ein Rucksack und zwei Tragetaschen, eine rechts, eine links. Sein ganzes Leben kann er in diese drei Taschen packen. Doch dieses Leben von Praktikum zu Praktikum in stets wechselnden, spärlich möblierten Zimmern, ohne echte Freunde erfüllt ihn so wenig wie die praktizierte Selbstausbeutung. Erst als er Anne trifft, wird ihm klar, dass er dabei ist, sich auf der Suche nach dem Traumjob allmählich selbst zu verlieren. Er beschließt, seinem Leben eine neue Richtung zu geben.


So ehrlich und authentisch hat noch niemand die Situation gut ausgebildeter Berufseinsteiger dargestellt.
Für Abiturienten, Studenten, Berufsanfänger - und alle, die mit ihnen zu tun haben.

Leseprobe:

Umziehen. Ankommen. Auspacken. Oder auch nicht. Ich bin überall, irgendwie, und doch nirgendwo zu Hause. Schon am ersten Abend weiß ich, wie mein letzter Abend aussieht. Ich kenne Städte, und doch lebe ich nicht in ihnen. Reisen ist für mich kein Abenteuer mehr. Es ist ein Ritual.
Mit den Jahren habe ich ein Taschensystem entwickelt, das mir mein ständiges Umziehen erleichtert. Auf dem Rücken ein Rucksack, Reisetaschen in der linken und rechten Hand. Ich kann mein ganzes Leben mittlerweile in diese drei Taschen packen. Es reist mit mir. Ohne Ziel. Alles, was nicht in mein Nomadendasein passt, habe ich irgendwann einmal bei meinen Eltern untergestellt: Bücher, Fernseher, Pflanzen, meine Fotosammlung. Ob ich sie jemals abholen werde? Vermutlich erst, wenn ich irgendwo wirklich angekommen bin.
Seit fünf Jahren bin ich auf Tour. Ich kann nicht sagen, warum. Ich kann noch nicht einmal sagen, wie alles anfing. Es war wie ein natürlicher Drang. Der Junge wird groß, der Junge muss raus. Die Kleinstadt verlassen, selbständig werden. Ich wusste damals nicht, was ich mit dieser Entscheidung alles aufgebe. Da aber alle meine Freunde die gleiche Entscheidung getroffen hatten, hätte ich wohl noch mehr verloren, wenn ich dageblieben wäre. Ich bin mir manchmal selbst fremd, aber die Reise geht irgendwie immer weiter, weil das Rad am Laufen gehalten werden muss, genauso wie das Leben läuft. Alles ist ein ständiges Reisen geworden. Mit jedem Bahnkilometer schwindet das Ziel, und die Anreise wird zur Vorbereitung der Abreise.
Vor vier Wochen bin ich mal wieder eingetroffen. Ich habe den ICE genommen, von München nach Hamburg. Den Rucksack geschultert, die beiden Taschen geschnappt. Rein in den Zug, mich in eine neue Zeit gequetscht.
Immerhin war mir Hamburg nicht ganz fremd. Es war mein zweites Praktikum in dieser verrückten Stadt. Meine neue Übergangswohnung lag im Hamburger Stadtteil Lokstedt, schräg gegenüber vom Sendezentrum des NDR. Als ich zum ersten Mal aus der U-Bahn stieg, kamen mir Familien entgegen, die in Hagenbecks Tierpark gewesen waren. Es gibt Vorgärten hier, durchschnittlich klein, gut gestutzt. Die Besitzer scheinen stolz auf ihre kleinen bunten Inseln im Großstadtfluss.
Ich bin in eines dieser schönen Backsteinhäuser gezogen, die direkt neben der U-Bahn-Station liegen. Das Inserat hatte ich auf der Seite einer Mitwohnzentrale gefunden. 3 Zimmer, 84 m2, 350 Euro. Meine Vormieter hatten den Vertrag zu spät gekündigt, deswegen mussten sie noch auf die Schnelle einen Zwischenmieter finden. Ich bin Praktikant und deswegen der ideale Kandidat: Weil ich schnell wieder weg muss aus dieser Stadt. Weil ich immer im Übergang bin. Weil ich oft auf der Suche bin und deshalb schnell finden muss.
Der Hausmeister zeigte mir die Wohnung und lächelte etwas zerknirscht. Tatsächlich hatte das Ehepaar bereits so gut wie alle Möbel rausgeräumt. In der Küche hatten sie noch zwei Teller und Besteck dagelassen, aber weder Pfannen noch Kochtöpfe und noch nicht einmal einen Kühlschrank. Zwei Räume waren komplett leer, im hellsten und sonnigsten Raum stand ein Faltbett mit Bezug und ein Tisch. Auf dem Balkon hatten sie mir außerdem einen Klappstuhl von Ikea hingestellt.
Der Hausmeister ging, und ich war allein in der viel zu großen Wohnung. Kein Bild mehr an der Wand, nichts als weiße Raufaser. Die Räume erschienen mir riesig. Ab und zu heulte Motorenlärm durch das Hinterzimmer herein. Sonst blieb mir unter dem grellweißen Licht der Glühbirne nichts weiter als meine eigene Stimme. Sie schallte durch den Raum, brach an den Wänden und kam wieder zu mir zurück. Wir waren allein. Meine Stimme und ich.
Ich telefonierte viel. Mit meinen Eltern, meiner Schwester, auch mit alten Freunden. Als Praktikant hat man viele Bekannte, weil man immer mal wieder in verschiedene Leben hineinschnuppert. Und wenn es günstig läuft, dann lässt man sich noch die Telefonnummern von den Leuten geben, die einem gerade über de