Aus persönlicher Sicht. Gespräche 1999 bis 2006

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Gespräche 1999 bis 2006

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Gebunden
DVA, 2006, 379 Seiten, Format: 21 cm, ISBN-10: 342104256X, ISBN-13: 9783421042569, Bestell-Nr: 42104256M
Zustand des Artikels: Sehr gut
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Produktbeschreibung

Infotext:

Marcel Reich-Ranicki hat in seinem Leben unzählige Interviews gegeben und Gespräche geführt; ohne die mündliche Mitteilung konnte man ihn sich gar nicht vorstellen. "Aus persönlicher Sicht" vereint eine Auswahl dieser Gespräche seit seiner großen Autobiographie "Mein Leben". Ob er über die Entstehung dieses erfolg- und folgenreichen Buchs oder seine Profession, die Literaturkritik, ob er über einen einzelnen Schriftsteller, einen verlorenen Freund oder über Literatur überhaupt und seine tiefe Bindung an sie spricht, immer hört man ihn beim Lesen und vermittelt sich seine höchst eigene um den Kern der Dinge bemühte Sicht. Beispielsweise erzählt er von seiner Liebe zur Musik und warum die Musik in manchen Situationen stärker sein kann als die Literatur, er jedoch trotzdem kein Musikkritiker geworden ist.

Leseprobe:

EDITORISCHE VORBEMERKUNG Dieser Band zeigt Marcel Reich-Ranicki im Gespräch. Er umfaßt eine Auswahl der in Zeitungen und Zeitschriften gedruckten Interviews und Gespräche aus den Jahren 1999 bis 2006, also vom Erscheinen der Autobiographie "Mein Leben" bis heute. Die meisten Gespräche dieser Zeit wurden in diesen Band aufgenommen. Weggelassen wurden diejenigen, die schon einmal in Buchform erschienen sind, und Kurzinterviews wie Fragebögen. Da einige wichtige oder sprechende Episoden natürlich mehrfach, in verschiedenen Gesprächen zur Sprache kamen, wurden hin und wieder Absätze gestrichen. Dabei wurde darauf geachtet, daß kein Aspekt, kein Hinweis verlorengeht. Meist wurden die ersten Erwähnungen belassen. Sobald neue Gedanken hinzukamen oder der Zusammenhang einen neuen Bezug herstellte, wurden Wiederholungen in Kauf genommen. Die Auslassungen wurden durch eine Klammer mit drei Punkten gekennzeichnet. Einige Titel sind zur besseren Orientierung des Lesers geändert. Zumeist zitieren sie oder beziehen sich unmittelbar auf eine Äußerung aus dem entsprechenden Gespräch. Die Originaltitel sind in den Anmerkungen angegeben. Der Band wird durch eine Zeittafel, welche die Jahre 1999 bis 2006 tabellarisch erfaßt, eine Auflistung der Gesprächspartner und Interviewer sowie ein Personenregister ergänzt. 1999 "ICH HABE IN DER LITERATUR SCHUTZ GESUCHT" "Welt am Sonntag", 15. August 1999 Das Interview führte Dana Horäkovä. Warum haben Sie eine Biographie und keinen Roman geschrieben? Aus einem einzigen Grund: Weil ich es nicht kann. Ich gehöre zu den wenigen Menschen in Deutschland, die der Ansicht sind, dies nicht zu können. Denn an sich schreibt in dieser Nation beinahe jeder einen Roman. Suchen Sie mal unter den deutschen Zahnärzten einen, der bisher keinen Roman geschrieben hat. War es doch nicht eher die Angst vor den Kritikern, die Sie daran hinderte? Überhaupt nicht! Ich habe überhaupt keine Angst vor Kritikern, weil ich schon so oft verrissen worden bin (lacht). Und einen Roman hätte man bestimmt verrissen. Vor allem: In meinem Alter ist es zu spät, um mit dem Romanschreiben anzufangen. Liest man Ihre Beschreibung der Literatur, entsteht der Eindruck, als hätten Sie sie als eine schußsichere Weste eingesetzt, die Sie vor dem Leben - wann immer auch es zu nahe kommt, es weh tun könnte - schützt. Ist es so? Nein, aber es war eine Zuflucht. Und natürlich kann man sich in einer Zuflucht auch schützen. Sie schreiben: "Ich paßte nie zu meiner Umgebung." Aber sind Sie nicht selbst an dieser Außenseiterrolle schuld? Wer stets Literatur zwischen sich und der Wirklichkeit aufstellt, kann nur ein Secondhandleben führen - und so Außenseiter bleiben. Ich habe in der Literatur Schutz gesucht, weil ich diesen Schutz im Leben nicht gefunden habe. Ich glaube nicht, daß das Buch ein einziges Klagelied ist. Mir ist im Leben soviel Unrecht wieder nicht geschehen. Manchmal war das Leben sehr gnädig und gütig. Gab es Tiefpunkte oder Ekstasen, in denen das Buch überflüssig wurde? Wo Sie keine Zuflucht wollten? Nein, die Literatur war immer mit dabei. Und ob sie versagt hat, als wir aus dem Ghetto geflohen sind und irgendwo versuchten zu überleben? Da hat uns die Literatur nicht viel helfen können. Da kann Literatur nicht helfen. Aber gerade im letzten Kriegsjahr, als ein polnischer Setzer Sie und Ihre Frau versteckte, "bezahlten" Sie die Unterkunft, das Brot und manchmal ein Gläschen Wodka mit Geschichten. Sie erzählten um Ihr Leben, Nacht für Nacht, wie Scheherezade! Richtig, der Vergleich ist durchaus berechtigt. Aber die Leute, die uns damals gerettet haben, hätten uns gerettet, auch wenn wir ihnen keine Literatur zu bieten gehabt hätten. Wenn es um die Beschreibung der Wirkung von Büchern geht, werden Sie richtig episch. Aber wenn es um Selbsterlebtes geht -u


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