Die Kunst des Gedankenlesens

Die Kunst des Gedankenlesens

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Andere durchschauen, verstehen und gewinnen

Kartoniert/Broschiert
Goldmann, Goldmann Taschenbücher Bd.17084, 2009, 335 Seiten, Format: 18,5 cm, ISBN-10: 3442170842, ISBN-13: 9783442170845, Bestell-Nr: 44217084A


Produktbeschreibung

Körpersprache nach professionellem Vorbild deuten und gezielt einsetzen

Gefühle lassen sich nicht verbergen! Sie spiegeln sich auf unserem Gesicht und kommen in Körperhaltung, Tonfall, Sprechtempo, Bewegungen und Gesten zum Ausdruck. Henrik Fexeus verrät verblüffende Techniken, solche Hinweise wahrzunehmen und richtig zu deuten. Ob beim gekonnten Flirt oder im Bewerbungsgespräch - dieses Wissen nützt im Privatleben wie im Job.

Leseprobe:

Eines möchte ich vorweg in aller Deutlichkeit klarstellen: Ich behaupte nicht, dass der Inhalt dieses Buches irgendwie "wahr" ist. Er ist nicht "wahrer" als andere subjektive Weltbilder wie beispielsweise das Christentum, der Buddhismus oder die Naturwissenschaft. Die Kenntnisse und Fähigkeiten, die Ihnen dieses Buch vermitteln wird, können Sie einfach als Werkzeug betrachten. Eigentlich ist mein ganzes Gerede über dominierende Sinneseindrücke, Körpersprache usw. nichts anderes als (wahlweise) Halluzinationen, Metaphern oder Erklärungsmodelle, die die Wirklichkeit auf eine bestimmte Art und Weise beschreiben. Manche mögen sie religiös nennen, andere philosophisch und wieder andere vielleicht sogar wissenschaftlich. Es kommt ganz drauf an, wen Sie fragen. Manche würden sagen, dass es sich um Wissenschaft handelt. Andere würden einwenden, dass Psychologie und Psychophysiologie keine exakten Wissenschaften sind. Wieder andere würden die Modelle in diesem Buch kritisieren, weil sie komplexe Phänomene zu sehr verallgemeinern und vereinfachen.
Aber das ist alles ganz egal. Denn eben diese Metaphern, eben diese Modelle haben sich als ungewöhnlich brauchbare Werkzeuge erwiesen, wenn man andere Menschen verstehen und beeinflussen will. Doch das bedeutet noch lange nicht, dass diese Modelle "wahr" sind oder irgendwie das beschreiben, was wirklich "ist". Ich möchte, dass Sie das im Hinterkopf behalten. Nur eines kann ich auf jeden Fall behaupten: Wenn Sie meinen Leitfaden befolgen, werden Sie interessante Resultate erzielen. Und ich hoffe, daran sind Sie interessiert.

Erstes Kapitel

In dem ich erkläre, was ich mit einem so seltsamen Begriff wie "Gedankenlesen" eigentlich meine, was Descartes für einen Fehler gemacht hat und wie die ganze Sache überhaupt anfing.

Gedankenlesen!?
Eine Definition des Begriffs

Ich glaube felsenfest an das Phänomen des Gedankenlesens. Für mich ist daran wenig Geheimnisvolles - es bedeutet einfach nur, dass wir verstehen, was unser Gegenüber sagt, wenn es mit uns redet. Vielleicht ist es sogar noch weniger geheimnisvoll. Für mich ist Gedankenlesen nichts besonders Außergewöhnliches. In der Tat tun wir es die ganze Zeit, ohne groß darüber nachzudenken. Natürlich machen wir das mal besser, mal schlechter. Manchmal eher bewusst, manchmal eher unbewusst. Sobald wir uns klargemacht haben, was wir tun und wie wir es tun, können wir so lange üben, bis wir es noch besser tun können, davon bin ich überzeugt. Deshalb habe ich dieses Buch geschrieben. Was tun wir also, wenn wir Gedanken lesen? Was meine ich damit, wenn ich sage, dass wir die Gedanken unseres Gegenübers lesen? Was bedeutet eigentlich das Wort "Gedankenlesen"?
Zu Beginn will ich erst einmal erklären, was es nicht bedeutet. In der Psychologie gibt es den Begriff "Gedankenlesen" (oder mind reading), und diese Art von Gedankenleserei ist einer der Gründe, warum viele Paare irgendwann beim Therapeuten landen. Denn die eine Person setzt voraus, dass die andere ihre Gedanken lesen kann:
"Wenn er mich wirklich lieben würde, hätte er wissen müssen,
dass ich nicht auf dieses Fest gehen wollte, obwohl ich Ja gesagt habe. " Oder:
"Er mag mich nicht mehr, sonst hätte er kapiert, wie ich mich fühle."
Solche Anforderungen ans Gedankenlesen sind eher ein Auswuchs von Egoismus. Eine zweite Variante besteht darin, dass man davon ausgeht, die Gedanken des anderen tatsächlich lesen zu können, obwohl man eigentlich nur die eigenen Meinungen und Werte auf sein Gegenüber projiziert.
"Oh nein, jetzt wird sie mich bestimmt hassen."
Oder:
"So wie der grinst, muss er doch irgendwas angestellt haben. Hab ich \'s doch gleich gewusst!"
Hier irrt Othello. All das hat mit Gedankenlesen nichts zu tun, es ist einfach bloß Unfug.

Descartes\' große Dummheit
Damit Sie mir folgen können, wenn ich Ihnen gleich meine Auffassung von Gedankenlesen erkläre, müssen Sie vorher ein anderes


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