Das Lied von Malonia

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Roman

Gebunden
Penhaligon, 2008, 475 Seiten, Format: 22 cm, ISBN-10: 3764530006, ISBN-13: 9783764530006, Bestell-Nr: 76453000M
Zustand des Artikels: Sehr gut
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Produktbeschreibung

Infotext:

Ein skrupelloser Tyrann beherrscht das Reich Malonia, seit Prinz Ryan, der rechtmäßige Thronfolger, verschwunden ist, ohne eine Spur zu hinterlassen. Doch dann findet der junge Malonier Leo North ein geheimnisvolles Buch, das ihm verrät, wohin der Prinz verbannt wurde: in ein Reich namens England, das von seiner Heimat durch eine magische Pforte getrennt ist Aber wird Prinz Ryan in der Stunde der Not zu seinem Volk zurückkehren auch wenn er dafür die Frau verlassen muss, die er mehr liebt als das Leben? Der erste Roman einer fantastischen Trilogie das Debüt einer erst achtzehnjährigen Engländerin. Catherine Banner entführt die Leser in eine fantastische Welt voll großer Gefühle, Magie und Abenteuer.

Leseprobe:

"Dies sind die letzten Worte, die ich schreiben werde. 'Erzähl mir alles von Anfang an', sagtest du. 'Erkläre mir, warum du es getan hast.' Das habe ich. Es gibt nun nichts mehr hinzuzufügen. Der Staub weht über den Steinboden des stillen Balkons. Ein kühler Wind - der erste Wind des Herbstes - stiehlt sich zwischen die Buchseiten und zieht die Sterne hinter sich her in den dunkler werdenden Himmel. Lachen steigt von den tief unter mir gelegenen Räumen auf; noch weiter darunter erwachen die Lichter der Stadt in der hereinbrechenden Dunkelheit zum Leben. Als du vor einer halben Stunde hier warst, hast du eine Lampe für mich angezündet. Die Brise bringt sie nun zum Flackern und blättert die Seiten zurück zum Anfang. Dieses Buch erzählt die vergangenen fünf Jahre meines Lebens; ich weiß nicht, ob ich es nun einfach schließen kann. Ich habe nicht die Kraft, hinunterzugehen in den Lärm und das Licht der Party. Also blättere ich stattdessen die Seiten des Buches um und lese die Worte, die ich geschrieben habe. Teile dieser Geschichte verfolgen mich noch immer in meinen Träumen; sie wiederholen sich in all meinen wachen Gedanken und weigern sich loszulassen. Aber ich habe nicht begonnen, indem ich über diese Dinge schrieb. Ich begann mit dem Schnee und dem Buch. Der Schneefall setzte ein, während ich nach Hause ging. Es war kalt und bereits dunkel, obwohl es noch nicht mal fünf Uhr war. Mein Atem formte weiße Wölkchen in der Finsternis, und alles war still. Sogar das Stampfen und Poltern der Armeepferde klang gedämpft. Die Schneeflocken waren so kalt, dass sie fast brannten, wenn sie mein Gesicht berührten; sie ließen sich auf meiner Kleidung nieder und blieben dort haften. Ich versuchte, sie wegzuwischen, und zog mir den Mantelkragen enger um den Hals. Ich war an Schnee gewöhnt - das waren wir alle -, aber nicht Ende Mai! Aller Voraussicht nach würde es noch mindestens eine Woche lang kalt bleiben. Dabei hatten wir bereits im Winter mehr als genug Schnee gehabt. Auf gewisse Weise war es schön, schätze ich. Die Wolken hatten sich wie ein Deckel über die schmalen Rechtecke des Himmels gelegt, und die Gaslampen brannten bereits. Der Schnee türmte sich gelb leuchtend auf ihrem Glas. Ich blieb abrupt stehen, und ohne das feuchte Knirschen meiner Schritte war es jetzt beinahe vollkommen ruhig. Ruhig, nicht still. Ich konnte das fedrige Fallen der Schneeflocken in der unbewegten Luft hören. Ich sah zum Himmel hoch. Die Flocken trieben träge auf mein Gesicht zu und gaben mir das Gefühl, ich würde wachsen. Es wurde dunkler. Es wurde kälter. Ich dachte daran, nach Hause zu gehen, aber ich tat es nicht. Obwohl ich zu zittern begann, starrte ich weiter zum Himmel empor. Es wurde immer finsterer. Vielleicht hätte ich die ganze Nacht dort gestanden. Ich war wie unter einem Zauber, und ich wollte sowieso noch nicht heimgehen. Der unaufhörliche, wilde Strudel der Schneeflocken machte mich schwindlig, und mein Hals tat vom Hochsehen weh. Noch immer fielen die Schneeflocken. Ich war hypnotisiert. Plötzlich fühlte ich jemanden in meiner Nähe, und der Bann war gebrochen. Ich befand mich wieder auf der Straße. Als ich mich umschaute, war da jedoch niemand. Nur eine unsichtbare Präsenz, so als würde sich jemand in der Dunkelheit verstecken. Plötzlich war mir übel. Möglicherweise gab es hier Geister, unsichtbare Schemen, die sich näherten. Ich drehte mich weg. Noch bevor ich drei Schritte gegangen war, stieß mein Fuß gegen etwas Schweres, und ich stolperte. Da war ein schwarzer Umriss im Schnee, übersprenkelt von den Flocken, die meine Füße hochgewirbelt hatten. Zuerst hielt ich es für ein totes Tier - möglicherweise eine Ratte, die dort erfroren war. Ich beugte mich weiter hinab. Jetzt erkannte ich, dass es sich gar nicht um ein Tier handelte, sondern um ein Buch ..."


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