Das Jahrbuch des versteckten Gartens

Das Jahrbuch des versteckten Gartens

Sie sparen 41%

Verlagspreis:
8,50€
bei uns nur:
4,99€
Preis inkl. Mwst. zzgl. Versandkosten
In den Warenkorb

Roman

Restposten, nur noch 1x vorrätig
Kartoniert/Broschiert
btb, btb Bd.73734, 2009, 235 Seiten, Format: 19 cm, ISBN-10: 3442737346, ISBN-13: 9783442737345, Bestell-Nr: 44273734M
Zustand des Artikels: Sehr gut
Details zum Zustand: Hierbei handelt es sich um unbenutzte Bücher mit leichten Lager- und Transportschäden (angestoßenen Ecken, Kratzer auf dem Umschlag, Beschädigungen/Dellen am Buchschnitt oder ähnlichem) die nicht mehr als neuwertig gelten, sich ansonsten aber in tadellosem Zustand befinden. Diese Bücher sind mit einem Stempelaufdruck am unteren Buchschnitt als solche markiert. Sie waren nie in Privatbesitz und werden von Buchhändlern und Verlagen gesammelt. Diese Bücher kaufen wir dann palettenweise bei Verlagen und Großhändlern ein, was uns die günstigen Preise für Sie ermöglicht.

Wir verkaufen keine Bücher mit fehlenden Seiten bzw. CDs! Alle Artikel werden von uns überprüft. Verschickt werden nur Artikel, die den Zuständen 'gut' bis 'sehr gut' entsprechen. Auch wir lieben Bücher und verkaufen nur Ware, die wir uns auch selbst ins Regal stellen würden.

Reduzierte Artikel in dieser Kategorie

Wahn
16,99€ 8,99€
Bel Ami
7,95€ 2,99€
Mr. Gwyn
22,00€ 5,99€

Produktbeschreibung

Eine magisch-realistische Familiensaga vor dem Hintergrund der stürmischen Geschichte Prags: Von den Weltkriegen gebeutelt, teilt das Schneiderehepaar Franti ek und Nina ein hartes Los. Die beiden sind arm. Nina leidet an Fresssucht, und Franticek träumt sich immer wieder in eine andere Welt. Als sich Jahre später ihre Tochter Helena in den umtriebigen Dissidenten Cyril verliebt, der eigentlich nur Augen für ihre sensible Tochter Sylva hat, nimmt ein neues Verhängnis seinen Lauf.

Leseprobe:


Ende August leuchtet der Himmel nicht mehr im satten Blau, sondern wird von Tag zu Tag bleicher. Im Garten fällt hin und wieder ein Apfel vom Baum, und die Wespen stürzen sich gierig auf ihn. Sylva sitzt auf einer Decke, Cyrils Kopf im Schoß; ihr Sohn verjagt die Wespen mit einem Holzscheit. Cyril wacht davon auf, drückt Sylvas Hand, blickt wie ein kleiner Junge um sich und fragt: "Warum sind die Pflaumen so beschlagen? Sind sie innen etwa kalt?" / "Das fragst du mich? Ausgerechnet mich?" / Sylva legt ihre Hand auf seine Stirn, und Cyril schließt wieder die Augen. Das Kind kommt weinend zu ihnen, es hat einen Stachel im Finger. Cyril rührt sich nicht, also nimmt Sylva ihren Sohn in den Arm, tröstet ihn und leckt ihm wie eine Hündin die geschwollene Hand. Sie sind schon lange hier, die Tage glitzern wie Diamanten. Hinter dem Wald gähnt ein Moorsee mit trägem, eiskaltem Wasser, in dem sie ihr Bier lagern. Sylva denkt nicht an Cyril, in die sommerliche Unbeschwertheit ist Unruhe eingebrochen. / Das Kind bettelt: "Erzähl mir etwas. Das vom letzten Mal." / Sie weiß nicht mehr, was sie das letzte Mal erzählt hat. Cyril schläft wieder oder stellt sich schlafend. / Sylva erzählt ihre unendliche Geschichte, und der Junge unterbricht sie immer wieder: "Nein, nicht so, das letzte Mal hast du sie anders erzählt." / In dem Moment, als Sylva an eine spannende Stelle kommt, zupft er sie am Ärmel: "An dieser Stelle hattest du immer ein Bonbon für mich." / "Heute habe ich keins", entgegnet Sylva, und das Kind fängt an zu weinen. Irgendwann tastet Cyril in seiner Tasche herum und kramt einen Kaugummi hervor. Er teilt ihn, beide kauen und hören Sylva zu. / Ich gehöre Euch, mein König. Gegen Mittag erwache ich, blicke aus dem Fenster ins Tal und sehe, wie Ihr alleine auf den verschlungenen Wegen im großen Garten umherwandelt. Ihr bleibt stehen und schabt an der Rinde eines Baumes. Ihr seid so weit entfernt, dass Ihr mir wie eine Fliege auf dem Handrücken krabbelt, wenn ich die Hand ganz nah unter die Augen führe. Es wandern auch andere umher, aber Euch erkenne ich immer an Eurem Gang und an der übertrieben geraden Haltung, mit der Ihr Eure unzureichende Größe zu verbergen sucht. Ich kann mir Euer Gesicht nicht vorstellen. Das passiert mir immer, wenn ich verliebt bin. Es dauert Monate, bis ich mir die Gestalt, das Gesicht, die Gesten, den Blick und den Ausdruck merken kann, die einen Mann ausmachen. Zudem begegnen wir einander lediglich nachts. Genau genommen erahne ich Eure Gestalt nur und ergänze sie mit dem, was ich zu sehen wünsche. / Wenn Ihr lustwandelt, setzen sich dressierte Vögel auf Eure Schulter. Gerne würde ich Euch begleiten. Doch Ihr weist mich zurück, es gehe mich nichts an, wer Ihr seid, während meiner Abwesenheit. Ihr sagt, Euch wäre völlige Dunkelheit am liebsten, wenn ich Euch überhaupt nicht sähe, wie Psyche - ich könnte durch meinen Blick eine falsche Vorstellung gewinnen. Wenn wir einander eines Morgens begegneten, wenn ich Euch zufällig vom Fenster aus sähe, würde ich Euch nicht erkennen. Diese Vorstellung gefällt Euch. Ihr glaubt, ich hätte die Macht, Euch zu zerstören, so dass von Euch nur eine gesprungene Feder, ein entrolltes Knäuel und feuchter Schnee übrig bliebe. Glaubt Ihr tatsächlich, ich hätte keine Angst? / Ich begreife Euch nicht. Es versteht sich von selbst, dass Ihr von mir nicht hört, was ich mir selbst ausgedacht oder selbst erlebt habe. Ihr würdet nachfragen, wo und wie ich zu solchen Erfahrungen gelangte. Ich muss vorsichtig sein, um die Grausamkeit nicht zu wecken, die in Euch schlummert. Wenn ich also ein Märchen erzähle, achte ich darauf, mit niemandem Mitgefühl zu zeigen, damit Ihr mir nichts vorwerfen könnt. Viel Blut wollt Ihr und Schlüpfrigkeiten. / "Erzähle so, als würdest du nur ein Stück Braten auf den Tisch stellen", sagt Ihr. / Ich gebe also vor, die Erzählungen berührten mich nicht, als würde ich Euch nichts über mich oder über