Über den Gott des Sokrates
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| Autor(en): | Apuleius, Matthias Baltes |
| Verlag: | Wissenschaftliche Buchgesellschaft |
| Version: | 1. Auflage, 2006 |
| Umfang: | 231 Seiten |
| Format: | PDF: 1,22MB |
| ISBN: | 3534700619 |
| Bestell-Nr.: | 53470061P |
| Artikeltyp: | E-Book |
In seiner Schrift ›De deo Socratis‹ stellt Apuleius in rhetorisch geschliffener Form mittelplatonische Vorstellungen von Göttern und Menschen und der zwischen ihnen vermittelnden Potenzen (der sogenannten ‘Dämonen’) dar, denen Apuleius’ Hauptaugenmerk gilt; Sokrates wird dabei zu seinem Kronzeugen, wie einem tugendhaft und philosophisch lebenden Menschen Fürsorge und Schutz eines solchen Dämons zuteil wird.
Die Schrift – die für Heiden aber auch für Christen maßgebliche religiöse Vorstellungen des 2. Jh. nach Christus vermittelt – endet dementsprechend mit einem werbenden Aufruf an die Menschen, sich wie Sokrates um die echte Bildung des eigenen Geistes zu kümmern.
Leseprobe:
A. Einführung in die Schrift (Marie-Luise Lakmann)
I. Einleitung
An der Person und den Lehren des Sokrates herrschte zu allen Zeiten lebhaftes Interesse. Bezüge auf seine Person nehmen in der antiken Literatur einen breiten Raum ein. Dennoch bleibt die Figur des historischen Sokrates weitgehend im Dunkeln, zum einen, weil er selbst keine Schriften hinterlassen hat, zum anderen, weil die Bilder, die seine unmittelbaren Schüler und späteren Biographen von ihm gezeichnet haben, in hohem Maße differieren, wie z.B. in unseren Hauptquellen seiner Schüler Platon und Xenophon. Sie verstanden sich nicht als Biographen im eigentlichen Sinne; es lag nicht in ihrer Absicht, ein historisches, authentisches Lebensbild ihres Lehrers zu zeichnen, sondern sie stilisierten ihn zu einer Figur, auf die sie ihre eigenen – von Sokrates beeinflussten – Anschauungen und philosophischen Lehren projizierten. Und je nach der Intention der Schreiber variieren die entworfenen Sokratesbilder und kommen z.T. zu gegensätzlichen Bewertungen: Die Stoiker beispielsweise zeichnen ein durchaus positives, die Epikureer dagegen ein eher negatives Bild.
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