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Woran krankt die Welt? - Moderne Mythen gefährden unsere Zukunft
 

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Woran krankt die Welt? - Moderne Mythen gefährden unsere Zukunft

 
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(Preis inkl. Mwst. )

Autor(en): Ruediger Dahlke
Verlag: PeP eBooks
Version: 1. Auflage, 2009
Umfang: 433 Seiten
Format: PDF: 4,37MB
ISBN: 3442152348
Bestell-Nr.: 64101058P
Artikeltyp: E-Book
 

Nie zuvor in der Menschheitsgeschichte hatten wir die Möglichkeit, das Leben auf unserem Planeten grundsätzlich in Frage zu stellen. Nie zuvor bestand die Gefahr, dass wir mit Atomwaffen, mit bedenkenlosem Einsatz von Technik und mit Genmanipulation die Erde zu einem unwirtlichen Ort machen. Weltweit sind wir heute mit grundsätzlichen Problemen wie dem Verlust der Artenvielfalt, Überbevölkerung, der Erschöpfung natürlicher Ressourcen und dem Klimawandel konfrontiert, die uns insgesamt vor die Frage stellen, ob nicht unser Weltverständnis falsch oder zumindest einseitig ist. Vor diesem Hintergrund analysiert der Arzt und Therapeut Ruediger Dahlke die Probleme und Phänomene der Neuzeit. Die Frage "Woran krankt die Welt?" ist einfach beantortet: Sie krankt am Menschen. Genauer gesagt am Weltbild des ausgehenden Jahrtausends und an unserem mangelnden Verständnis für die Gesetzmäßigkeiten, die unserem geistig-körperlichen Erdendasein zugrunde liegen. Daher setzt sich dieses Buch an hand zahlreicher Beispiele mit den Grundannahmen, den Paradigmen bzw. Mythen auseinander, die unserem Umgang miteinander und mit der Natur zugrunde liegen. Welche Möglichkeiten und Gefahren bringen Gentechnik, Klonen und künstliche Befruchtung mit sich? Wie werden die Kinder der Zukunft aussehen, wie werden sie empfinden, und welches Ideal wird sich durchsetzen? Welche Einstellung verbirgt sich hinter dem statistischen Befund, dass die westliche Zivilisation immer weniger Kinder gebiert? Werden Kinder nur noch als Einschränkung empfunden, oder wollen wir keine Kinder, weil wir selbst nicht an eine positive Zukunft glauben? Wir sind Wachstumsfanatiker. Weiter, schneller, größer, mehr. Think big, grow fast, the winner takes it all. Das sind die Schlagworte, die den Rhythmus des Zeitgeistes verkünden. Aber Wachstum wohin und wofür? Gibt es in der Natur Vorbilder für permanentes Wachstum, das sich nicht irgendwann selbst zugrunde richtet? Der Autor setzt sich mit den Konzepten von Qualitä t und Quantität auseinander. Wir produzieren immer mehr Fleisch, immer mehr Waren, immer mehr Information. Sogar das Geld vermehrt sich aufgrund des Zins-Mechanismus unaufhaltsam. Trotzdem nimmt die Zufriedenheit ab. Frust, Unruhe, Orientierungs- und Rastlosigkeit nehmen zu. So verreisen wir häufiger und weiter denn je, doch jeder Zehnte kehrt bereits mit einer Depression aus dem Urlaub zurück. An der Fun- und Freizeitgesellschaft werden die Arbeits- und Zeitprobleme verdeutlicht. Das Bedürfnis nach Kicks in Extremsportarten zeigt, wie verzweifelt viele inzwischen auf der Suche nach Lebenssinn sind. Da die Alltagsrealität in zunehmendem Maße als belastend empfunden wird, nimmt das Verdrängungs- und Suchtpotenzial dramatisch zu. Wachsender Konsum von Alkohol und harten Drogen, aber auch subtilere Suchtformen wie die Gier nach permanenter sexueller Stimulation oder Spitzenleistungen verschiedenster Art belegen den existenziellen Notstand vieler Zeitgenossen.


Leseprobe:

Moderne Mythen der Konsumgesellschaft (S. 197-198)

American Way of Life

Über die Finanzmärkte wirkt sich die Globalisierung als eine Amerikanisierung der Welt aus, weite Bereiche der Weltwirtschaft geraten in Abhängigkeit vom US-Binnenmarkt. Aber nicht nur die Wirtschaftswelt ist von amerikanischen Mythen, Entscheidungen, Einflussnahmen und Trends abhängig, Gleiches gilt auch für geistige Vorstellungen, für Konsumverhalten, Moden und vor allem für das Lebensgefühl der Jugendlichen.

Ohne die Macht der amerikanischen Medien zu verstehen, ist es gar nicht mehr möglich, politische Zusammenhänge zu durchschauen. Ohne den US-Starkult zu kennen, kann man die jeweiligen Jugendbewegungen nicht verstehen. Ohne den amerikanischen Materialismus, den als Erstes an einem Menschen interessiert, wie viel Dollar er macht, zu kennen, wird es schwer, unsere heutigen Karriere- und Beziehungsmuster einzuschätzen.

Ohne Hollywood und seine inszenierten und überall vorgeführten Ideale und Idole wird man den herrschenden Körperkult von der Wellness-Welle über Designerdrogen bis zum modernen Schönheitsideal nicht begreifen. Die USA gelten heute als Vorbild für die übrige Welt. Es lohnt sich also, dem Phänomen der weltweiten Amerikanisierung nachzugehen, wenn man die moderne Welt mit ihren Problemen besser verstehen will. Die USA sind tatsächlich ein tolles Land in des Wortes Doppelsinn. Zwischen Traum und Albtraum, aber jedenfalls im Reich der Zukunft und Moderne angesiedelt, lässt es kaum jemanden unberührt.

Die einen wittern in seiner Kommerzkultur das kulturelle Tschernobyl schlechthin. Die anderen erwarten von ihm die Rettung und feiern die New Economy als Universallösung, starren gebannt auf die Jobmaschine, die am laufenden Band neue Arbeitsplätze ausspuckt. Die Kommentare schwanken zwischen Verachtung für die puritanische Prüderie, die bornierte Oberflächlichkeit, die mittelalterliche Unsitte, reihenweise Straffällige hinzurichten und einen großen Teil der schwarzen Jugend hinter Gitter zu stecken auf der einen Seite und Bewunderung für das Selbstvertrauen, die Risikobereitschaft, die Eigenverantwortung und das positive Lebensgefühl der Amerikaner auf der anderen Seite.

Bei der Wahl deutscher Intellektueller zwischen Frankophilie und Anglomanie hat letztere ganz eindeutig das Rennen gemacht und zu einer Idolisierung der USA beigetragen. Die Analyse jener modernen Trends, die das Leben von immer mehr Menschen bestimmen, wird – bevor man sich versieht – zu einer Betrachtung ihrer gemeinsamen Quelle USA. Wenigstens in diesem Punkt sind sich Verfechter wie Verächter amerikanischer Lebensmuster einig. Im Kristallisationszentrum moderner Bilder, in Hollywood, werden nicht nur die Lichtbilder und -gestalten entworfen, die die Jugend weltweit vergöttert, dort ergeben sich auch die Trends und Themen, die – mehr oder weniger unkritisch übernommen – die Welt von der Mode und Geschmacksfragen über die Ökonomie bis zum Militärischen bestimmen.

Nicht nur die alten eu ropäischen Kulturen, aus denen die Vereinigten Staaten von Amerika hervorgegangen sind, lernen jetzt umgekehrt auf allen Ebenen von ihrem Kind und integrieren zum Beispiel immer mehr Amerikanismen in ihren Wortschatz, auch die Menschen in Asien und natürlich in Lateinamerika haben den American Way of Life entdeckt und zu ihrem Lebensstil erkoren. »Von Amerika lernen heißt siegen«, lautet die entsprechende Devise. Dabei übernehmen wir vieles wohl nur, weil es vom Trendsetter USA kommt.

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