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Wechselwirkungen zwischen Wissensweitergabe und Personalentscheidungen
 

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Wechselwirkungen zwischen Wissensweitergabe und Personalentscheidungen

 
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Autor(en): Julia Deike
Verlag: DUV Deutscher Universitäts-Verlag
Version: 1. Auflage, 2007
Umfang: 186 Seiten
Format: PDF: 1,04MB
ISBN: 3835008900
Bestell-Nr.: 83505448P
Artikeltyp: E-Book
 

Für Organisationen ist Wissen eine entscheidende Ressource. Die Weitergabe von Wissen zu steuern und zu fördern ist eine komplexe Aufgabe, die mit der Einführung von Infrastrukturen für das Wissensmanagement allein noch nicht bewältigt ist. Einzelne Mitarbeiter oder ganze Abteilungen ziehen es oft vor, Wissen zurückzuhalten: Der Wissensvorsprung kann Mitarbeitern einen Machtvorteil im Hinblick auf personalpolitische Entscheidungen gewähren.Julia Deike entwickelt ein Modell der Faktoren, die für die Wissensweitergabe im Sinne der Neuen Institutionenökonomik relevant sind. Das Modell und seine Erweiterungen liefern Beispiele dafür, wie Anreizinstrumente den Wissenstranfer fördern, aber auch behindern können. Es kann für die Organisation günstiger sein, Wissenszurückhaltung in Kauf zu nehmen, als Anreize für die vollständige Wissensweitergabe zu setzen.


Leseprobe:

2 Wissen & Macht in der ökonomischen Forschung (S. 15)

It is not possible for power to be exercised without knowledge, it is impossible for knowledge not to engender power.

In diesem Kapitel werden zunächst verschiedene Varianten des Wissensbegriffs einander gegenüber gestellt. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf den Definitionen, die von Organisationswissenschaftlern bzw. Ökonomen verwendet werden. Dadurch soll lediglich ein grober Überblick gegeben werden, da eine detaillierte Diskussion der verschiedenen Betrachtungsweisen und Ordnungskategorien den Umfang dieser Arbeit sprengen würde.

Dennoch zeigt sich hier die Besonderheit des Wissens, einhergehend mit der Problematik, Wissen in der ökonomischen (Modell-) Theorie gerecht zu werden. Im Anschluss wird der Begriff Wissen gegen die beiden in der Modelltheorie weit häufiger verwendeten Begriffe " Information" und " Humankapital" abgegrenzt.

Hierbei werden die Überschneidungsbereiche, aber auch die Unterschiede dargestellt. Dem folgt ein kurzer Abriss über Wissenserwerb. Ausführlich werden sodann in 2.1.3 die Möglichkeiten der Wissensweitergabe diskutiert. Hierbei liegt der Schwerpunkt auf der Unterscheidung zwischen explizitem und implizitem (tacitem) Wissen und den Besonderheiten, die eine Weitergabe bzw. der Versuch einer Weitergabe impliziten Wissens mit sich bringt.

Der Abschnitt " Was ist Wissen?" endet mit einem Literaturüberblick über Wissensmanagement. Hierbei wird zunächst geklärt, was unter Wissensmanagement zu verstehen ist. Danach werden einige Ansätze für das Managen von Wissen in Organisationen erläutert, wobei auf die damit verknüpften Schwierigkeiten hingewiesen wird.

Abschnitt 2.2 versucht eine Annäherung an den Begriff " Macht". Auch in diesem Abschnitt werden zunächst einige Definitionen von Macht genannt. Eine genauere Eingrenzung erfolgt in 2.2.1 mit der Abgrenzung (formaler) Autorität von Macht bzw. informeller Autorität.

Im folgenden Unterabschnitt wird auf die besondere Problematik der Delegation von Autorität bzw. Entscheidungsrechten hingewiesen. Einige Versuche, Macht zu messen oder zu vergleichen, werden in 2.2.3 dargestellt. Der dritte Abschnitt dieses Kapitels zeigt, welche Verbindungen in der ökonomischen Forschung zwischen den Konzepten von Wissen und Macht gesehen werden. Hierzu werden exemplarisch einige Arbeiten vorgestellt, die sich mit der Wissen und Entscheidungsrechten bzw. Wissenszurückhaltung aus Angst vor Konkurrenz beschäftigen.

Im letzten Unterabschnitt wird erörtert, welche Definitionen sich für die Modellierung der zu Beginn von Abschnitt 1.2 erläuterten Fragestellung eignen, die dann im folgenden Kapitel 3 erfolgt.

2.1 Was ist Wissen?

Bei der Betrachtung der Definitionen von Wissen aus verschiedenen Perspektiven muss berücksichtigt werden, dass unterschiedliche Disziplinen auch unterschiedliche Definitionen verwenden können, die teilweise den in anderen Disziplinen verwendeten widersprechen. Eberl (2001) weist darauf hin:

[...] in der Philosophie ist Wissen eher das, was gerade für wahr gehalten wird

[...]. Wissen und absolute Gewißheit fallen auseinander. Angesichts dieser Situation scheint es ratsam, die Fragestellung zu verändern – nicht nach der Faktizität (was ist Wissen?), sondern nach der Semantik (was versteht man unter Wissen?) zu fragen.

Die ökonomische Forschung hat sich erst relativ spät mit dem Thema Wissen auseinandergesetzt. Dass Wissen ein wichtiges Thema sein könnte, war schon früh bekannt, dennoch galt lange Zeit, dass " Ökonomen großteils das Thema Wissen zu schlüpfrig fanden, um damit umgehen zu können".

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