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Autor(en): Dr. Hans-Christian Brauweiler (Hrsg.)
Verlag: Oldenbourg Wissenschaftsverlag GmbH
Version: 1. Auflage, 2008
Umfang: 416 Seiten
Format: PDF: 3,14MB
ISBN: 3486582518
Bestell-Nr.: 48658251P
Artikeltyp: E-Book
 

Dieser Herausgeberband hat sich zum Ziel gesetzt, aktuell diskutierte Sachverhalte, die Praktiker wie Forscher gleichermaßen bewegen, zusammenzutragen. Die Bandbreite der Themen auch wenn ein deutliches Gewicht auf dem Thema Corporate Governance liegt zeugt davon, dass die Unternehmen in vielen Bereichen mit ganz unterschiedlichen Problemlagen umzugehen haben. Gleichfalls ist die Bandbreite des Hintergrundes der Autoren Wirtschaftswissenschaftler aus praxisnaher aber auch universitärer Forschung und Lehre, Praktiker aus Unternehmen und Juristen, die im speziellen mit den legislativen und judikativen Implikationen von neuen Entwicklungen beschäftigt sind Hinweis auf die Vielfalt der Blickwinkel, die vorhanden sind. Gerade hierin sieht der Herausgeber den Vorteil: Nicht eine singuläre Richtung wird eingenommen, sondern die Vielzahl der Meinungen bilden ein abgerundetes Bild ab.

Prof. Dr. Brauweiler ist berufener Professor für Controlling, Accounting, Finance and Equity an der AKAD. Nach Banklehre und Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Universität Paderborn sowie als Fulbright-Stipendiat an der Illinois State University arbeitete er an verschiedenen Forschungsprojekten im Freistaat Sachsen. 2000 schloss er seine Promotion mit einer Arbeit zum Thema Innovationsökonomik an der TU Bergakademie Freiberg ab. Während dieser Zeit war er u.a. Geschäftsführender Gesellschafter in einer Unternehmensberater-Partnerschaft. Weitere berufliche Stationen waren die Kaufmännische Leitung einer Bildungseinrichtung in Ostsachsen sowie die Kaufmännische Leitung mehrerer Unternehmen einer Unternehmensgruppe der Automobilbranche.

Prof. Dr. Brauweiler ist Autor, Mitautor und Mitherausgeber zahlreicher Publikationen zu unterschiedlichen Fragestellungen der Ökonomie. Er hält regelmäßig Gastvorlesungen an verschiedenen Hochschulen im In- und Ausland (u.a. Polen, Tschechische Republik, Kasachstan). Er ist als Gutachter zur Vergabe von Forschungs-Fördermitteln der Grant Agency of the Czech Republic berufen und Mitglied der Auswahlkommission für Stipendien der deutsch-amerikanischen Fulbright-Kommission.




Leseprobe:

12.2 Direkte und indirekte Führung – Grundlagen der Betrachtung (S. 184)
Führung wird in erster Linie als eine direkte Einflussnahme einer Führungskraft auf Mitarbeiter bzw. das Mitarbeiterverhalten verstanden. Das Verhalten von Mitarbeitern kann aber auch auf andere Weise beeinflusst werden. Neuberger beschreibt, dass die Führungskräfte persönlich bzw. interaktional sowie indirekt bzw. vermittelt („strukturell") auf die Geführten Einfluss ausüben können. Es geht bei beiden Formen um eine Verhaltensbeeinflussung, die hier im Sinne einer systematischen, d. h. geplanten und zielgerichteten, Einflussnahme verstanden wird. Hinter der indirekten (oder strukturellen) Führung liegt die besondere Absicht durch Gestaltung und den Einsatz von Systemen das Verhalten von Unterstellten entpersonalisiert, d. h. bis zu einem bestimmten Grad ohne direkte Einflussnahme durch eine Führungskraft, zu beeinflussen. Im Folgenden werden die beiden Formen der Führung detaillierter betrachtet, wobei an die Überlegungen von Yukl (2006), Yukl und Lepsinger (2004) sowie Wunderer (2006) angeknüpft wird.

Bei der direkten, interaktionellen Führung steht die Beziehung zwischen Führungskraft und Geführtem im Vordergrund. Damit ist das Zusammenwirken bzw. die Interaktion zwischen Personen angesprochen, die durch persönlichen Kontakt, physische Nähe und eine direkte Kommunikation gekennzeichnet ist. Neuberger (2002, nach Weibler 1994) beschreibt die interaktionale Führung als eine face-to-face-Führung durch Befehl, Anweisung, Vorbild, Information, Bitte etc. Im Rahmen der interaktionalen Führung richtet die Führungskraft ihre Aktivitäten auf die zielorientierte Beeinflussung von Mitarbeitern, damit diese durch individuelle Bemühungen die festgelegten Aufgaben erfüllen und die Ziele des Unternehmens erreicht werden. Die unvermittelte Einflussnahme zeigt sich vor allem in den Aktivitäten der Führungskräfte im Rahmen von Gesprächen mit Mitarbeitern, bei persönlichen Kontakten aber auch bei direktem schriftlichen Kontakt und der Weitergabe von Informationen bspw. bei Veranstaltungen. Die Begriffe Überzeugen, Motivieren, Entscheiden, Koordinieren, Entscheiden beschreiben wesentliche Aktivitäten der direkten Führung. Nach Yukl und Lepsinger zeigt sich direkte Führung in aufgaben-, beziehungs- sowie veränderungsorientiertem Verhalten der Führungskräfte. Nach Staehle ist direkte Führung jedoch nur eines „von mehreren Koordinations- und Kontrollinstrumenten der Organisation". Demgegenüber existieren folgende Möglichkeiten zu Realisierung der indirekten Führung:

1. Die durch andere Führungskräfte, d. h. „dritte" Personen, vermittelte Einflussnahme auf Mitarbeiter. Direkt berichtende Führungskräfte werden durch Topmanager direkt beeinflusst. Diese (im Regelfall mittleren oder zeitweilig tätigen) Führungskräfte geben die betreffenden Informationen anschließend an ihre Führungskräfte bzw. an ihre Mitarbeiter weiter. Informationen werden in der Organisation kaskadiert, aus direkter wird eine indirekte Beeinflussung von Führungskräften und Mitarbeitern.

2. Manager können aus Sicht von Staehle im Wege indirekter Führung „über die sachbezogenen Komponenten des Managements, wie Organisationsstrukturierung und Technologieeinsatz entscheiden". Verhaltensbeeinflussung erfolgt bei der strukturellen Führung durch „Kontextgestaltung". Oder nach Yukl „Another way for leaders to influence the performance determinants is by implementing or modifying formal programs, managements systems, and aspects of formal structure". Indirekte Führung wird somit mittels formaler Programme, Systeme und durch Organisationsgestaltung umgesetzt. Yukl verweist dabei auf eine „variety of formal arrangements are used to facilitate, control, coordination, innovation, efficiency, growth and diversification". Die betreffenden Systeme umfassen Führungsprogramme, Personalplanungs- und Anreizsysteme, Qualitäts-, Innovations- und Wissensmanagement-Systeme und reichen bis hin zum organisatorischen Aufbau des Unternehmens.



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