UNIX System-Administration
Buchausgabe: 50,00€
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(Preis inkl. Mwst. )
| Autor(en): | Aeleen Frisch |
| Verlag: | O'Reilly Verlag |
| Version: | 2. Auflage, 2003 |
| Umfang: | 1249 Seiten |
| Format: | PDF: 13,19MB |
| Gewicht: | 1922 g |
| ISBN: | 3897213478 |
| Bestell-Nr.: | 89721347P |
| Artikeltyp: | E-Book |
Leseprobe:
KAPITEL 11
Datensicherung und -wiederherstellung (S. 788-789)
Jeder Benutzer eines Computersystems weiß, dass Dateien gelegentlich verloren gehen. Ein solcher Verlust kann verschiedene Gründe haben: Benutzer löschen aus Versehen ihre Dateien, ein Bug im Programm zerstört die mühsam eingegebenen Daten, ein Hardwarefehler vernichtet die Daten einer ganzen Festplatte und so weiter und so fort. Der Schaden, der sich aus einem solchen Datenverlust ergibt, kann gering, aber auch sehr teuer sein. Um sich dagegen abzusichern, besteht eine der Hauptaufgaben des Systemverwalters darin, ein Backup-System zu entwerfen und zu implementieren, das periodisch alle Daten des Systems sichert. Es ist ebenfalls Aufgabe des Systemverwalters sicherzustellen, dass die Backups pünktlich und regelmäßig durchgeführt und die Backup-Bänder (und anderen Medien) an einem sicheren und wohl behüteten Platz aufbewahrt werden. Dieses Kapitel beginnt mit einer Beschreibung der Backup-Strategien und -Optionen. Danach wenden wir uns den Werkzeugen zu, die die verschiedenen Unix-Versionen zu diesem Zweck bereitstellen. Ein ausgezeichnetes Referenzwerk zur Datensicherung auf Unix-Systemen ist Unix Backup and Recovery von W. Curtis Preston (O’Reilly & Associates). Es behandelt die hier erläuterten Themen im Detail und geht auch auf Dinge ein, die über den Rahmen dieses Buches hinausgehen (z.B. die Sicherung und Wiederherstellung von Datenbanken).
Pläne für Ernstfälle und alltägliche Anwendungen
Die Entwicklung effektiver Backup-Strategien ist ein fortlaufender Prozess. Üblicherweise erben Sie etwas von Ihrem Vorgänger, wenn Sie ein existierendes System übernehmen, und machen die Dinge, die Sie immer machen, wenn Sie ein neues System bekommen. Das mag für eine Weile gut gehen, aber ich habe Unternehmen gesehen, die versucht haben, an ihren operatorbasierten Backup-Regeln festzuhalten, nachdem ihre mit Mainframes voll gestopften Räume durch dezentrale Workstations, die überall im Gebäude verteilt stehen, ersetzt wurden. Ein solcher Versuch ist ebenso komisch wie heldenhaft, endet aber sehr häufig in Verzweiflung, weil die veralteten Regeln nicht durch neue ersetzt wurden. In einem solchen Moment ist genau der richtige Zeitpunkt zur Entwicklung einer guten Backup-Strategie gekommen, ausgehend davon, wie Sie die Dinge gerade handhaben. Grundsätzlich stellen Backups eine Art Versicherung dar. Sie repräsentieren Zeit, die Sie aufgewendet haben, um zukünftige Datenverluste zu verhindern. Die Zeit, die für einen Backup-Plan aufgewendet wird, muss mit dem Produktivitätsverlust, dem Termindruck und anderen Dingen verglichen werden, die auftreten, wenn die benötigten Dateien nicht vorhanden sind. Die generelle Forderung, die an jeden Backup-Plan gestellt werden muss, ist, dass er in der Lage sein muss, das gesamte System – oder Gruppen von Systemen – in einer angemessenen Zeitspanne wiederherzustellen, falls es zu einem größeren Fehler kommen sollte. Gleichzeitig sollte die Datensicherung aber komfortabel sein, und die Rücksicherung sollte einfach vonstatten gehen. Die Ansätze, die im Katastrophenfall und bei täglichen Sicherungen verwendet werden, sind häufig sehr verschieden. Der letztendliche Backup-Plan muss aber beide Fälle berücksichtigen (und wird die Unterschiede entsprechend widerspiegeln). Es gibt sehr viele Faktoren, die bei der Entwicklung eines Backup-Plans zu berücksichtigen sind.
Die wohl wichtigsten Fragen sind dabei:
Welche Dateien müssen gesichert werden? Die einfachste Antwort ist natürlich: alle. Obwohl alles außer temporären Dateien und Verzeichnissen irgendwo gesichert werden muss, so muss doch nicht alles als Teil eines System-Backups gesichert werden. Wird das Betriebssystem beispielsweise auf einer CD-ROM ausgeliefert, gibt es eigentlich keinen Grund, die Systemdateien zu sichern, obwohl Sie sich aus Bequemlichkeit doch dafür entscheiden könnten.
Wo sind diese Dateien? Bei dieser Frage geht es sowohl darum, wo die wichtigen Dateien innerhalb des Dateisystems liegen, aber auch darum, welche Systeme die wichtigsten Daten hält.
Wer sichert die Dateien? Die Antwort könnte davon abhängen, wo die Dateien sich befinden. Zum Beispiel liegt die Verantwortung für Server-Backups auf vielen Sites beim Systemadministrator, während gleichzeitig die Benutzer für die Dateien verantwortlich sind, die lokal auf ihren Workstations liegen. Das kann eine gute Idee sein, muss es aber nicht, je nachdem, ob alle wichtigen Dateien wirklich gesichert werden.
Wo, wann und unter welchen Bedingungen sollen Backups durchgeführt werden? Wo steht hier für das Computersystem, auf dem das Backup durchgeführt wird, wobei es sich nicht zwangsläufig auch um das System handeln muss, auf dem sich die Daten befinden. Im Idealfall würden alle Backups außerhalb der normalen Betriebszeiten auf nicht gemounteten Dateisystemen durchgeführt werden. Leider ist das im realen Leben nicht immer möglich.
Kapitel:
0. Inhalt und Vorwort
1. Kapitel 1 Einführung in die Systemadministration (34 Seiten)
2. Kapitel 2 Die Unix-Philosophie (44 Seiten)
3. Kapitel 3 Grundlegende Werkzeuge und Techniken der Administration (57 Seiten)
4. Kapitel 4 Startup und Shutdown (57 Seiten)
5. Kapitel 5 TCP/ IP-Vernetzung (45 Seiten)
6. Kapitel 6 Verwalten von Benutzern und Gruppen (118 Seiten)
7. Kapitel 7 Sicherheit (95 Seiten)
8. Kapitel 8 Verwalten von Netzwerkdiensten (117 Seiten)
9. Kapitel 9 Elektronische Post (104 Seiten)
10. Kapitel 10 Dateisysteme und Festplatten (94 Seiten)
11. Kapitel 11 Datensicherung und -wiederherstellung (61 Seiten)
12. Kapitel 12 Serielle Schnittstellen und Geräte (50 Seiten)
13. Kapitel 13 Drucker und das Spooling-Subsystem (75 Seiten)
14. Kapitel 14 Automatisierung administrativer Aufgaben (62 Seiten)
15. Kapitel 15 Verwaltung von Systemressourcen (83 Seiten)
16. Kapitel 16 Konfigurieren und Generieren des Kernels (26 Seiten)
17. Kapitel 17 Accounting (20 Seiten)
18. Nachwort: Der Beruf des Systemadministrators (3 Seiten)
19. Anhang: Administrative Shell-Programmierung (24 Seiten)
20. Index
Der besondere Tipp
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