Tourismus-Marketing
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(Preis inkl. Mwst. )
| Autor(en): | Walter Freyer |
| Verlag: | Oldenbourg Wissenschaftsverlag GmbH |
| Version: | 6. Auflage, 2008 |
| Umfang: | 827 Seiten |
| Format: | PDF: 21,2MB |
| ISBN: | 3486589261 |
| Bestell-Nr.: | 48658926P |
| Artikeltyp: | E-Book |
Das vorliegende Werk gibt eine umfassende Darstellung der Grundlagen eines eigenständigenMarketing-Managements für die verschiedenen touristischen Unternehmen (wie Reiseveranstalter, Reisebüros, Beherbergungsunternehmen) und Organisationen (wie Destinationen, Tourismusvereineund -verbände) im Mikro- und Makrobereich der Tourismuswirtschaft.Das Buch richtet sich an Studierende und Wissenschaftler der Tourismusbetriebswirtschaft, für die die Besonderheiten einer eigenständigen touristischen Marketinglehre herausgearbeitet werden, an Praktiker im Tourismus, denen eine systematische Handlungsanweisung für die Entwicklung von Marketing-Konzepten gegeben wird, an Nicht-Touristiker, denen ein Einblick in den Tourismus, speziell in das touristische Marketing ermöglicht wird.
Leseprobe:
1.1 Grundlagen der Tourismuslehre (S. 3-4)
Die Tourismuslehre beschäftigt sich ganz allgemein mit dem Phänomen der vor - übergehenden Ortsveränderung von Personen. Modellhaft kann dies anhand der Abb. A-1 dargestellt werden: Menschen verlassen ihren gewöhnlichen Aufenthaltsort (ihr „zu Hause") und verbringen eine gewisse Zeit außerhalb ihres üblichen Wohnsitzes. Dabei sind sie zeitweise mit Transportmitteln „unterwegs" und halten sich an einem oder mehreren Zielorten („in der Fremde") auf.
Je nach Entfernung vom Heimatort (Ort, Raum) sowie Dauer der Ortsveränderung (Zeit) und Ursache (Motiv) werden in der Tourismuswissenschaft verschiedene Reisearten und -formen unterschieden. Nicht alle sind gleichermaßen bedeutsam für die Tourismuslehre. Ort, Zeit und Motiv stellen zugleich die „drei konstitutiven Elemente" des Tourismus dar (vgl. FREYER 2006: 2f):
Ort: Verlassen des gewöhnlichen Aufenthaltsortes und Rückkehr
In der Bezeichnung Tourismus ist „die Tour", also die Rundreise oder die Hin- und Rückreise enthalten. Gegenüber anderen Reiseformen sind touristische Reisen stets mit einer baldigen Rückkehr zum Ausgangspunkt verbunden. In der einfachsten Form ist es das Verlassen des Heimatortes und der vorübergehende Aufenthalt am Urlaubsort oder Reiseziel („die Fremde"), bei Rundreisen können es auch mehrere Ziel orte sein. Ungeklärt ist, ab welcher Entfernung von einer touristischen Reise gesprochen werden kann. Anstelle einer präzisen Bestimmung der Entfernung des Reisens wird allgemein vom „Verlassen des gewöhnlichen Aufenthaltsortes" gesprochen.
Zeit: „Vorübergehend"
Für die touristische Reise ist ferner der Zeitaspekt von Bedeutung. Es geht um das vorübergehende Verlassen des gewöhnlichen Aufenthaltsortes. Die übliche Zeitspanne bewegt sich zwischen einem Tag und einem Jahr. Hinzu kommt zumeist eine gesonderte Betrachtung von Reisen während der Frei- und Arbeitszeit. „Freizeitreisen" sind eng mit den verschiedenen „Frei"-Zeiten verbunden. Die bekannteste Reiseart sind Urlaubsreisen, die während des 3- bis 4-wöchigen Jahresurlaubes der arbeitenden Bevölkerung stattfinden. Entsprechend dauern touristische Urlaubsreisen in der Regel zwischen 1 und 4 Wochen, je nachdem, ob der gesamte Jahresurlaub oder nur Teile davon für Reisen verwendet werden.
Reisen ohne Übernachtung werden als Ausflugsverkehr, Reisen mit wenigen Übernachtungen als Kurzreisen meist nur am Rande der Tourismuswissenschaft betrachtet.
„Geschäftsreisen", die während der Arbeitszeit stattfinden, sind meist von kürzerer Dauer: Sie finden teilweise am Arbeitsort statt („Dienstgänge"), erfolgen als Dienst reisen oftmals ohne Übernachtung (also „Ausflugsverkehr"), oder mit nur wenigen Übernachtungen während der Arbeitstage („Midweek-Reisen"), lediglich Montageaufenthalte dauern einige Wochen oder Monate. Dauerhafte Ortsveränderungen (ohne „Rückkehr" innerhalb eines Jahres), wie Umzug, Wechsel des Arbeitsplatzes usw., sind nicht Gegenstand der Tourismuswissenschaft.
Motive: Vergnügen und Geschäft
Das Phänomen des Reisens ist einerseits sehr alt: Kreuzzüge und Entdeckerreisen gab es bereits in der Antike und im Mittelalter. Doch von Tourismus als moderner Form des Reisens spricht man erst seit Ende des 19. Jahrhunderts. Erst hier wurde das Reisen zu einer Freizeitbeschäftigung mit Vergnügungscharakter, für die sich ein eigener Wirtschaftsbereich, die Tourismuswirtschaft, entwickelt hat.
Heute zählen zum modernen Tourismus neben der Freizeit- und Vergnügungsreise in einem erweiterten Verständnis auch die geschäftlich motivierte Reise sowie Kuraufenthalte und Verwandten- und Bekanntenbesuche. Für all diese Formen stellt die Tourismuswirtschaft die entsprechende touristische Infrastruktur (v.a. Transport-, Beherbergungsleistungen, Reiseberatung und -organisation) zur Verfügung.
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