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Sokrates für Manager
 

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Sokrates für Manager

 
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Buchausgabe: 9,90€
Download-Version: 8,40€

(Preis inkl. Mwst. )

Autor(en): Andreas Drosdek
Verlag: Campus Verlag
Version: 1. Auflage, 2007
Umfang: 96 Seiten
Format: PDF: 1,18MB
Gewicht: 184 g
ISBN: 3593382520
Bestell-Nr.: 59338252P
Artikeltyp: E-Book
 

Wie soll der moderne Manager der immer größeren Komplexität unserer globalen Wirtschaftswelt begegnen? An welchen Leitsätzen kann er sich orientieren, wenn es keine allgemeinen Patentrezepte für den Führungsalltag mehr gibt?

Andreas Drosdek stellt die Lehren des großen Denkers Sokrates zusammen und wendet sie auf das heutige Management an. Getreu Sokrates’ Motto »Ich weiß, dass ich nichts weiß« erfahren Manager in diesem Buch, wie sie ihr Nicht-Wissen erkennen, durch das Hinterfragen gängiger Thesen rationale Entscheidungen treffen und einen Prozess ständigen Lernens in Gang setzen können – bei sich selbst und ihren Mitarbeitern, beruflich wie privat.

Der Autor

Dr. Andreas Drosdek ist Experte zum Thema »Philosophie für Führungskräfte«. Er ist freier Journalist und Unternehmensberater. In seinen Managementbüchern beschäftigt er sich vor allem mit den Lehren wichtiger Denker für den Führungsalltag. Bei Campus sind von ihm bereits erschienen: »Die Liebe zur Weisheit « und »Credibility Management«.

Schlagworte
Führungskräfte
Inspiration
Manager
Weisheit




Leseprobe:

Die dreifache sokratische Wende (S. 25-27)

Wir alle kennen die Kopernikanische Wende. Aber schon lange vor Kopernikus hat Sokrates eine entscheidende, dreifache Wende im Denken der Menschen herbeigeführt, eine Wende, ohne die wir heute wahrscheinlich in einer völlig anderen Welt leben würden.

Zum einen hat Sokrates, wie Cicero später diagnostizierte, die Philosophie »vom Himmel auf die Erde geholt«. Die meisten Philosophen vor Sokrates befassten sich mit buchstäblich kosmischen Fragen. Sie interessierten sich vor allem für das Universum und die Frage, wie alles entstanden ist und woraus sich alles zusammensetzt. Sokrates’ Überlegungen hatten einen radikal anderen Schwerpunkt.

Entgegen den Trends seiner Zeit machte er den Menschen zum Fokus seiner Forschungen. Dabei war er pragmatisch. Es interessierte ihn weniger, wo der Mensch herkam. Sein grundsätzliches Interesse galt der Frage: Was stellt ein gelungenes Leben dar und wie können wir dieses erreichen? Sokrates Hinwendung zum Menschen kann uns wesentliche Anhaltspunkte für eine neue, zukunftsgerechte Menschenführung in einer Zeit bieten, in der der Mitarbeiter mit seinem Wissen und seiner Kreativität in den Mittelpunkt des Managementinteresses rückt.

Diese Hinwendung zu Fragen des echten menschlichen Erfolgs brachte eine noch überraschendere Wende in Sokrates’ Denken mit sich. Statt sein vorgebliches Wissen mit allen Mitteln zu verteidigen, begann Sokrates, sich auf sein Nichtwissen zu konzentrieren. Was wusste er wirklich sicher? Was wusste überhaupt jemand genau? Als er mit dieser Frage an seine Mitbürger herantrat, erlebte er eine große Überraschung: Auf fasst alle wichtigen Fragen des menschlichen Lebens wussten weder er selbst noch seine angeblich hochkompetenten Gesprächspartner eine überzeugende Antwort.

Also machte Sokrates es sich zu seiner Lebensaufgabe, Scheinwissen zu entlarven und Nichtwissen aufzudecken. Auch unsere heutige Welt ist von umfassendem Nichtwissen geplagt. Je mehr wir über die Zusammenhänge komplexer Systeme lernen, desto deutlicher wird, dass wir kaum in der Lage sind, Entwicklungen in unserer globalen Wirtschaftswelt mit ausreichender Sicherheit vorherzusehen. Gerade ein geschärftes Bewusstsein für solche Lücken in unserem Verständnis kann uns dabei helfen, produktiver an die ständigen Entscheidungen heran zugehen, die wir bei aller Unsicherheit kontinuierlich fällen müssen.

Die dritte Wende in Sokrates’ Denken, neben der Hinwendung zum Menschen und zum Nichtwissen, war seine Überzeugung, dass das Ziel des menschlichen Handelns neu definiert werden muss. Es geht nicht um vorübergehende kurzfristige Erfolge, sondern um eine tiefgreifende Orientierung auf das, was Sokrates das Gute nannte. Zu einem geglückten Leben gehört ein unablässiges Streben nach dem, was nicht nur temporär angenehm und hilfreich ist, sondern nach dem, was langfristig und ganzheitlich zum Guten führt.



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