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Scheiß Liebe
 

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Scheiß Liebe

 
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Autor(en): Thomas Brinx, Anja Kömmerling
Verlag: Thienemann Verlag GmbH
Version: 1. Auflage, 2010
Umfang: 288 Seiten
Format: PDF: 0,23MB
ISBN: 3522200632
Bestell-Nr.: 52262003P
Artikeltyp: E-Book
 

Alles wird gut. Trotzdem. Da ist sich Lene sicher, daran hält sie sich fest. Obwohl ihre heile Welt gerade auseinanderbricht. Nichts mehr ist, wie es vorher war, weil ihre Eltern sich getrennt haben. Aber Lene ist und bleibt optimistisch. Ganz anders ihre große Schwester Rose, die in einer dunklen Liebe zu dem Musiker Dante gefangen ist. Und eigentlich nicht mehr an die Liebe glaubt - die scheiß Liebe. Ab 13 Jahren.


Leseprobe:

+ 1 + (S. 11-12)

An dem Tag, als ich den Zettel gefunden habe, hatte mein Vater wie immer den Grillanzünder vergessen. Gerade hatte er die Schale sorgfältig mit Öl gereinigt und dann mit altem Zeitungspapier ausgerieben, da fiel es ihm ein.

»Mmmmmh!«, stöhnte er. »Ha, ich weiß es, du hast den Grillanzünder vergessen?« Ich saß auf der Schaukel und grinste. Mein Vater drehte sich zu mir um und legte den Kopf schief. »Du bist ziemlich frech für dein Alter, aber es stimmt!« Damals war ich 13. Keine Ahnung, wie frech man zu dieser Zeit sein darf, ob es da eine Tabelle gibt oder so was, und eigentlich war ich auch nicht frech, bestimmt nicht. In Wirklichkeit liebte ich es, wenn mein Vater den Grillanzünder vergaß, weil er das immer tat.

Es war so etwas wie ein Ritual, wie jeden Morgen Haferflocken essen, etwas Vertrautes. Und jedes Mal tat er so, als sei ihm etwas derart Dramatisches noch nie passiert. Die Sache mit dem Grill war uns allerdings auch erst heute Morgen eingefallen, normalerweise grillen wir nicht im März, viel zu kalt. Mama hatte das Fenster aufgemacht, die Sonne brannte schon am Himmel und es war kein erfrischend kühles Lüftchen an den Vorhängen vorbei über unseren Frühstückstisch geweht.

Die warme Luft war einfach draußen stehen geblieben. Es war außergewöhnlich. »Neumond. Trotzdem merkwürdig!« Der Astrogeologe in meinem Vater kam ins Grübeln. »Wenn es schon so warm ist, könnten wir doch grillen, wenn meine Eltern kommen. Was meinst du, Daniel?« Meine Mutter liebte es zu grillen, weil sie es hasste zu kochen, und beim Grillen musste man nicht viel rummachen.

»Mist, und jetzt? Der Grill sollte doch schon heiß sein, wenn die kommen.« Papa kratzte sich am Kopf und schaute dem Schwein zu, wie es immer hin und her lief, immer neben meiner Schaukel, die vor und zurück schwang, weil ich die Beine hob und senkte. Das Gewicht verlagerte. »Wenn du so weitermachst, bekommt es einen Herzschlag, fällt um, bumm und dann hätte Metzger Brandt es besser geschlachtet und leckere Schweinenackensteaks daraus gemacht."

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