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Rhetorik für Frauen
 
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Rhetorik für Frauen

 
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Buchausgabe: 19,90€
Download-Version: 15,99€

(Preis inkl. Mwst. )

Autor(en): Cornelia Topf
Verlag: Redline Verlag
Version: 2. Auflage, 2009
Umfang: 238 Seiten
Format: PDF: 12,63MB
ISBN: 3868810200
Bestell-Nr.: 86881020P
Artikeltyp: E-Book
 

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Frauen reden sich klein: sagen ja, obwohl sie nein sagen wollen, verwenden sprachliche Weichmacher, Relativierungen und vorauseilende Entschuldigungen. Für Männer dagegen ist Sprache ein Machtinstrument. Das soll nicht heißen, dass Frauen die männliche Rhetorik kopieren müssen, um beruflich voranzukommen. Sie verfügen bereits über alle rhetorischen Mittel, die für Erfolg nötig sind - sie müssen dieses Potenzial lediglich entdecken, aktivieren und pflegen. Cornelia Topf zeigt, wie es geht. Denn im Grunde ist es ganz einfach: Wenn man sagt, was man meint, bekommt man auch, was man will!




Leseprobe:

1 Frauen reden sich um Kopf und Kragen (S. 13)

Ich sagte im Meeting mal einem Kollegen, dass ich seine emotionale Seite sehr schätze. Er ging mir danach im Flur fast an den Kragen: »Wie kannst du mir so was vorwerfen! Vor den Kollegen!«

Verdutzte Gruppenleiterin

Männer haben keine Muttersprache

Wir wissen, dass Frauen anders reden als Männer. Und obwohl die Unterschiede massiv sind, nehmen wir unwillkürlich an, dass deren Folgen es nicht sind. Sie haben bei jeder Tabellenzeile stumm genickt? Eben. Jede Frau erlebt diese Unterschiede täglich. In diesem Zusammenhang von »Muttersprache« zu reden ist eine Beschönigung: Keine Mutter würde jemals so grob mit ihren Kindern sprechen, wie Männer täglich reden. Männer haben keine Mutter-, sie haben eher eine Vatersprache.

Männer sind wie Ochsenfrösche

Den Sprachunterschied zwischen Männern und Frauen könnte man und vor allem frau vielleicht noch verschmerzen oder als hübsches Sprachphänomen einordnen, wenn er keine weiteren Folgen hätte. Doch die Folgen sind gravierend.

So zeigen Studien, dass Frauen auch deshalb weniger verdienen als Männer, weil Frauen viel weniger oft von sich aus Gehaltsgespräche initiieren und während des Gesprächs viel weniger und viel weniger gewichtige Argumente für ihr Anliegen vorbringen – obwohl sie die Gehaltserhöhung in der Mehrzahl der Fälle rein objektiv betrachtet eher verdient hätten als der Kollege, der sie dann tatsächlich kriegt:

Das Wort ist eben mächtiger als das Schwert. Und wer das falsche Wort wählt, zahlt in harter Währung drauf! Warum zahlen Frauen drauf? Schauen Sie nochmals die Tabelle oben an. Wie wirkt die männliche Sprache? Imposant, arrogant, beeindruckend, seriös, durchsetzungsstark, aggressiv, selbstbe- wusst – das sind die Attribute, die von Männern wie Frauen gleichermaßen am häufigsten genannt werden.

Da haben wir’s mal wieder: Die bösen Männer und die blöden Frauen. Stimmt aber so nicht.

Absichtslose Chauvis

Männer blasen sich verbal zwar auf wie Ochsenfrösche. Doch Männer sind genauso wenig böse wie Ochsenfrösche. Denn sie blasen sich genauso unbewusst auf, wie der Ochsenfrosch das auch tut. Da steckt keinerlei Absicht dahinter. Im Gegenteil. Den meisten Männern ist es ausgesprochen peinlich, wenn sie manchmal – natürlich erst hinterher – bemerken, wie sie sich sprachlich mal wieder künstlich aufgeblasen haben.

Das ist auch der Grund, warum bei der Erziehung der Kinder, in unseren Schulen und Universitäten und am Arbeitsplatz so gut wie nichts gegen den diskriminierenden Sprachunterschied unternommen wird. Und solange Sprache unbewusst bleibt, werden Männer immer das größere Stück vom Kuchen bekommen und Frauen immer fassungslos daneben stehen und die Ungerechtigkeit nicht fassen können. Ist das nicht frustrierend? Nein, das ist ganz wunderbar.

Denn indem Sie diese Zeilen lesen, legen Sie den Fluch des Unbewussten bereits ab. Sie halten dieses Buch in Händen – also ist Ihnen der unbewusste Sabotagefaktor der weiblichen Sprache bereits ein wenig bewusst. Gratuliere! Sie emanzipieren sich gerade Männer blasen sich mit ihrer Sprache auf (der sogenannte Ochsenfrosch-Effekt), Frauen machen sich mit ihrer Sprache klein.

Sprache ist eines der letzten Mysterien unserer Zeit. Denn Sprache ist in der Regel unbewusst.

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