Reclams Lateinisches Zitatenlexikon
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(Preis inkl. Mwst. )
| Autor(en): | Muriel Kasper |
| Verlag: | Reclam |
| Version: | 4. Auflage, 2003 |
| Umfang: | 433 Seiten |
| Format: | PDF: 1,36MB |
| ISBN: | 3150104785 |
| Bestell-Nr.: | 15010478P |
| Artikeltyp: | E-Book |
Der Besitz eines lateinischen Zitatenlexikons hat viele Vorteile: erstens sieht es gut aus im Bücherschrank, zweitens kann man nach verständisvollem Nicken heimlich nachsehen, was ein vermeintlich schlauerer Zeitgenosse, der mit lateinischen Sprüchen zu glänzen versuchte, eigentlich sagen wollte. Drittens kann man sich selbst besser aussehen lassen, wenn man für den einen oder anderen Anlass den rechten lateinischen Spruch in die Konversation einfließen lässt, vor allem, wenn man dazu noch weiß, woher er ursprünglich stammt.
Dieses Bändchen von Muriel Kasper - hier in seiner dritten, verbesserten Auflage - bietet jedoch noch einiges mehr: es ist handlich genug, um fast überallhin mitgenommen zu werden, es verfügt über eine gute Auswahl an bekannten, repräsentativen und auch unbekannteren Zitaten, die wörtlich übersetzt sind, die, wenn möglich, mit entsprechenden deutschen Sprichwörtern in Beziehung gesetzt werden und wenn nötig, aus ihrem ursprünglichen Kontext heraus erklärt werden.
Die Autorin hat sorgfältig alle Quellen studiert und bemüht sich, von der jeweils ältesten ausgehend die wichtigsten Belegstellen kurz, knapp und präzise anzugeben. Sie zitiert ausschließlich wörtlich und hilft mit zwei praktischen Schlagwortregistern in Lateinisch und Deutsch, im Volksmund ungenau wiedergegebene Stellen schnell zu finden. Darüber hinaus erleichtert der streng alphabetische Aufbau des Werkes das Auffinden im Wortlaut bekannter Stellen. Auf diese Weise ist ein wunderbares Büchlein entstanden, das zum Blättern, Schmökern und Lesen einlädt, das vielfältige Anreize bietet, verschüttete Lateinkenntnisse auszugraben und sich vielleicht auch dem einen oder anderen Schriftsteller ein wenig näher zu widmen.
Leseprobe:
I (S. 133)
Iacet omnis virtus, fama nisi late patet.
Alle Tugend liegt darnieder, wenn nicht der Ruf sie weithin bekannt macht.
Publilius Syrus, Sententiae I 36.
Iam dudum animus est in patinis.
Schon lange ist mein Geist in den Schüsseln.
Terenz, Eunuchus 816. – Antwort des Sklaven Sanga auf die Aufforderung,
sich, wie es sich für einen Soldaten zur rechten Zeit zieme, wieder
auf Heim und Herd einzustellen. Heute meist verwendet als: »Ich bin
nicht bei der Sache.«
Iam finis erat.
Schon war das Ende da.
Vergil (Aeneis 1,223) über das Ende des ersten Mahles der Aeneaden auf
libyschem Grund.
Iam labor in fine est.
Schon ist die Mühe beendet.
Ovid, Metamorphoses 13,373.
Iam proximus ardet ,- Ucalegon!
Schon brennt der Nachbar Ukalegon!
Vergil, Aeneis 2,311 f. – Brandszenerie während der Eroberung Trojas:
Aeneas schwebt in höchster Gefahr, da bereits das Haus seines Nachbarn
brennt.
Iamque non pugna, sed caedes erat.
Schon war es kein Kampf mehr, sondern ein Blutbad.
Curtius Rufus, Historia Alexandri Magni 4,15,32.
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