Ratgeber Zwangsstörungen - Informationen für Betroffene und Angehörige
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(Preis inkl. Mwst. )
| Autor(en): | Hans Reinecker |
| Verlag: | Hogrefe-Verlag |
| Version: | 1. Auflage, 2006 |
| Umfang: | 68 Seiten |
| Format: | PDF: 0,53MB |
| ISBN: | 3801719332 |
| Bestell-Nr.: | 80171933P |
| Artikeltyp: | E-Book |
Der Ratgeber bietet eine fachlich fundierte und mit zahlreichen Fallbeispielen veranschaulichte Beschreibung der verschiedenen Formen von Zwängen. Er informiert über die Entstehung von Zwangsstörungen, wobei insbesondere auf Merkmale der Stabilität und Aufrechterhaltung sowie der Vernetzung im Leben der Betroffenen eingegangen wird. Der Ratgeber beschreibt die Behandlung von Zwangsstörungen, vor allem Strategien der kognitiven Verhaltenstherapie, und erläutert zudem damit verbundene Probleme und Chancen für die Betroffenen.
Der Autor
Prof. Dr. Hans Reinecker, geb. 1947. 1967-1973 Studium der Psychologie und Pädagogik in Salzburg. 1973 Promotion. 1980 Habilitation. Seit 1982 Professor für Klinische Psychologie/ Psychotherapie an der Universität Bamberg. Forschungs- und Arbeitsschwerpunkte: Grundlagen der Klinischen Psychologie, Psychotherapieforschung, Angststörungen, Kognitive Verhaltenstherapie.
Leseprobe:
3 Die Behandlung von Zwangsstörungen oder: Was kann man tun? (S. 32-33)
Bis vor ca. 40 Jahren galten Patienten mit Zwangsstörungen als unbehandelbar, die Patienten wurden bestenfalls beruhigt, betreut oder verwahrt. Mitte der 60er Jahre wurde in England das Prinzip der Konfrontation und Reaktionsverhinderung entwickelt, das einen echten Durchbruch in der Behandlung von Zwängen erbrachte. Das Prinzip steht auch im Mittelpunkt der Überlegungen in diesem Ratgeber, allerdings erfordert die Durchführung des Verfahrens zusätzliche Maßnahmen, die Sie als Betroffener, als Angehöriger und natürlich als Therapeut kennen sollten.
3.1 Wie bereitet man die Behandlung vor?
Die Überweisung eines Patienten zu einem kompetenten Verhaltenstherapeuten, der mit der Behandlung von Zwangsstörungen vertraut ist, ist ein erster wichtiger Schritt. Im Vorfeld der Behandlung gibt es viele Irrwege, die Patienten auf sich nehmen müssen, um an eine „gute Adresse" zu gelangen. Im Kapitel 3.8 wird deshalb eine Art Wegweiser („Wie findet man einen guten Verhaltenstherapeuten?") angeführt.
Abgesehen von der fachlichen Kompetenz des Therapeuten ist es für Sie als Patient wichtig, zum Therapeuten Vertrauen zu gewinnen: Nach dem Erstgespräch sollten Sie den Eindruck haben,
– hier an der richtigen Stelle zu sein,
– dass der Therapeut Sie unterstützt,
– und dass es sich lohnt, wiederzukommen.
Gerade für Patienten mit schweren und oft lange Zeit andauernden Zwängen ist es gar nicht einfach, sich einem Therapeuten anzuvertrauen und sich auf eine mögliche Veränderung einzulassen. Das hängt mit z.T. schon angedeuteten Merkmalen der Situation von Zwangspatienten zusammen:
– Der Unsicherheit des Patienten, ob Psychotherapie überhaupt das Richtige ist (oder vielleicht doch ein Heilpraktiker oder ein Kuraufenthalt?).
– Mit einer oft lange dauernden Erfahrung von erfolglosen Behandlungsversuchen: Warum sollte Ihnen gerade die nun begonnene Therapie Besserung bringen?
– Therapeutische Veränderung erscheint dem Patienten mühsam und schwierig, noch dazu mit einem unbekannten Ausgang. Wieso sollte man sich darauf einlassen?
– Die Unsicherheit des Patienten zeigt sich in einer oft „schwierigen" Interaktion mit dem Therapeuten: Muster der Abhängigkeit („Sie sind meine letzte Hoffnung!") wechseln sich mit Merkmalen der Hoffnungslosigkeit („Sie können mir sicher auch nicht helfen!") ab.
Als eine ganz wichtige Voraussetzung für jede Form von Psychotherapie wird zu Recht die konkrete Bereitschaft des Patienten genannt, sich auf den Prozess der Veränderung einzulassen. Ihre Motivation als Patient ist aber ein Merkmal, bei dessen Aufbau der Therapeut Ihnen helfen kann, z. B. durch
– Unterstützung in ersten kleinen Schritten, schon bei der Sammlung von Information über die Entstehung und den Verlauf der Störung,
– eine vorläufige Erklärung des Problems (s. dazu genauer ab Seite 21 und den folgenden Seiten),
– eine Ermutigung in ersten kleinen Schritten der Veränderung, und
– die Verstärkung Ihrer Bemühungen, Lob für den Beginn der Therapie und der ernsthaften Auseinandersetzung mit Ihrem Problem.
Kapitel:
0. Inhaltsverzeichnis und Vorwort
1. 1 Zwangsstörung – Was ist das? (13 Seiten)
2. 2 Wie ist die Zwangsstörung entstanden? (11 Seiten)
3. 3 Die Behandlung von Zwangsstörungen oder: Was kann man tun? (16 Seiten)
4. 4 Ein Fallbeispiel (5 Seiten)
5. Anhang (7 Seiten)
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