Produktionsplanungs- und -steuerungssysteme
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(Preis inkl. Mwst. )
| Autor(en): | Stephan Zelewski, Susanne Hohmann, Torben Hügens |
| Verlag: | Oldenbourg Wissenschaftsverlag GmbH |
| Version: | 1. Auflage, 2008 |
| Umfang: | 953 Seiten |
| Format: | PDF: 14,3MB |
| ISBN: | 3486587226 |
| Bestell-Nr.: | 48658722P |
| Artikeltyp: | E-Book |
Da das vorliegende Buch theoretische Konzepte und praktische Anwendungsbeispielen integriert, ist es sowohl für Studierende der Wirtschaftswissenschaften und Informatik als auch für Praktiker von Interesse. Es wendet sich vor allem an Lernende, Fachleute und Entscheidungsträger, die sich im Bereich des operativen, produktionsnahen Prozessmanagements mit Problemen des betrieblichen Informations- und Wissensmanagements befassen.
Leseprobe:
2 Koordinierung von Produktionsprozessen mittels der Produktionsplanung und -steuerung (S. 17)
2.1 Eingrenzung von Gegenstands- und Aufgabenbereich der Produktionsplanung und -steuerung
Im gesamten Kapitel 2 werden konzeptionelle und begriffliche Grundlagen der Produktionsplanung und -steuerung thematisiert. Leserinnen und Leser, die primär an praxisbezogenen Aspekten von PPS-Konzepten interessiert sind, können dieses Kapitel ohne Verlust überschlagen. Stattdessen wendet sich das Kapitel 2 vornehmlich an Rezipienten, die auch ein theoretisches Interesse an den Grundlagen der Produktionsplanung und -steuerung verfolgen.
Insbesondere geht es den Autoren in diesem Kapitel 2 darum, die inhärente Komplexität der Aufgabe zu entfalten, Produktionsprozesse zu koordinieren, und die grundsätzlichen Optionen aufzuzeigen, diese Koordinierungsaufgabe mittels der Produktionsplanung und -steuerung zu erfüllen. Die Produktionsplanung und -steuerung stellt ein Teilgebiet des operativen Produktionsmanagements dar.
Ihr Gegenstandsbereich ist die mengenmäßige und raum-zeitliche Gestaltung von Produktionsprozessen in vorhandenen realen Produktionssystemen mit vorgegebenen Produktionskapazitäten zum Zweck der Produktion von Leistungen. Der Leistungsbegriff wird hier als Oberbegriff zu Sachgütern und Dienstleistungen verstanden. Auf diese Weise soll der Eindruck vermieden werden, die Produktionsplanung und -steuerung befasse sich nur mit der (industriellen) Herstellung von Sachgütern.
Vielmehr werden als Ergebnisse von Produktionsprozessen ebenso Dienstleistungen eingeschlossen. In dieser Hinsicht entspricht das operative Produktionsmanagement, das hier der Bestimmung des Gegenstandsbereichs der Produktionsplanung und -steuerung zugrunde gelegt wurde, der US-amerikanischen Sichtweise des „Operations Management", die schon seit längerem nicht mehr grundsätzlich zwischen Sachgüter- und Dienstleistungsproduktion unterscheidet. Damit wird bewusst von der sonst oftmals üblichen produktionswirtschaftlichen Fixierung auf die Herstellung von Sachgütern abgewichen.
Anstelle von Leistungen könnte auch von Produkten die Rede sein, wenn ein entsprechend weit gefasster Produktbegriff zugrunde gelegt wird, der sowohl Sachgüter als auch Dienstleistungen umfasst. Dieser weit gefasste Produktbegriff liegt auch diesem Werk zugrunde. Allerdings wird zur Spezifikation des Gegenstands- bereichs der Produktionsplanung und -steuerung der Leistungsbegriff aus zwei Gründen bevorzugt.
Erstens wird mit Produkten oftmals die Vorstellung von Endprodukten assoziiert, die ein Unternehmen als absatzbestimmte Leistungen am Ende seiner innerbetrieblichen Leistungserstellungskette („Wertschöpfungskette") verlassen sollen. Die Assoziation von Endprodukten würde aber zu kurz greifen, weil in mehrstufigen Produktionssystemen als Outputs von Produktionsprozessen auch Zwischenprodukte erstellt werden können, die in nachgelagerten Produktionsstufen weiterbe- oder -verarbeitet werden.
Dabei liegt die Konvention zugrunde, Produktionssysteme so zu strukturieren, dass auf jeder Produktionsstufe mindestens ein Produktionsprozess ausgeführt wird. Zweitens können unter den Produktbegriff auch Vor- oder Zwischenprodukte subsumiert werden, die als Inputs in Produktionsprozesse eingehen. Solche „Produkte" widersprechen aber der hier eingenommenen zweckorientierten Festlegung des Gegenstandsbereichs der Produktionsplanung und -steuerung.
Denn Gestaltungszweck ist das Produzieren – oder synonym: Hervorbringen – von Leistungen (zur Befriedigung von Bedürfnissen), die aus der Ausführung von Produktionsprozessen als deren Output hervorgehen. Daher werden Vor- und Zwischenprodukte, sofern sie Inputs von Produktionsprozessen darstellen, hier der Deutlichkeit halber als Produktionsfaktoren bezeichnet.
Allerdings ließe sich der Einwand erheben, dass die Produktion von Entsorgungsleistungen im Wesentlichen darin besteht, unerwünschte Güter zu beseitigen oder – präziser betrachtet – in solche Güter zu transformieren, die aus der Entsorgungsperspektive weniger schädlich erscheinen. Aus diesem Blickwinkel könnte in der Güterbeseitigung, also im Input von Entsorgungsprozessen, die wesentliche Entsorgungsleistung gesehen werden. Eine solche Betrachtungsweise greift jedoch zu kurz.
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