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Organisation - Theorie, Gestaltung, Wandel
 

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Organisation - Theorie, Gestaltung, Wandel

 
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(Preis inkl. Mwst. )

Autor(en): Ewald Scherm, Gotthard Pietsch
Verlag: Oldenbourg Wissenschaftsverlag GmbH
Version: 1. Auflage, 2007
Umfang: 424 Seiten
Format: PDF: 4,25MB
ISBN: 3486583336
Bestell-Nr.: 48658333P
Artikeltyp: E-Book
 

Das Buch enthält zahlreiche Kontrollfragen (mit Lösungen) zur Vertiefung des Verständnisses und Fallbeispiele zur Erleichterung des Praxistransfers.

Das Lehrbuch setzt sich nicht nur mit der praxisorientierten Gestaltung einer Organisation auseinander, sondern berücksichtigt darüber hinaus auch die gesellschaftliche Einbindung organisatorischer Problemstellungen. Es ist daher ausdrücklich interdisziplinär ausgerichtet und integriert gesellschaftstheoretische Analysen mit betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten.

Wie der Buchtitel "Organisation – Theorie, Gestaltung, Wandel" avisiert, stellen die Autoren gleichgewichtig Theorien, Gestaltungsaspekte sowie Probleme bzw. Konzepte des Wandels von Organisationen dar, die jeweils in der Form eigenständiger inhaltlicher Teile behandelt werden.

Organisationen sind von herausragender Bedeutung für moderne Gesellschaften. Menschen werden das ganze Leben von ihnen begleitet und mitunter fühlen sie sich der Macht der Organisationen ausgeliefert. So kommt niemand umhin, sich mit Organisationen auseinanderzusetzen. Für Manager ist dies ebenso wie für Studierende der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften von ganz besonderer Bedeutung, da diese in Organisationen Verantwortung tragen bzw. dort verantwortlich tätig sein wollen. Das Thema Organisation ist deshalb zu Recht zu einem selbstverständlichen Bestandteil der akademischen Ausbildung unterschiedlicher Fachrichtungen avanciert. Ein interdisziplinärer Zugang zur Organisationsanalyse erweist sich dabei als besonders nützlich, weil er die Auseinandersetzung mit der facettenreichen Organisationspraxis fördert und die hohe Flexibilität im Umgang mit organisationalen Problemstellungen unterstützt.

Das Buch richtet sich an Studierende der Betriebswirtschaftslehre und angrenzender sozialwissenschaftlicher Studiengänge. Gleichzeitig bietet es aufgrund seiner interdisziplinären Sichtweise auch neue Erkenntnisse für die Praxis.

Die Autoren

Ewald Scherm, Jg. 1960, Studium 1981-1986, Promotion 1990 und Habilitation 1994 an der Universität Regensburg. Nach Rufen an die Universität Duisburg, die Universität Leipzig und die FernUniversität in Hagen seit 1995 Inhaber des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Organisation und Planung an der FernUniversität Hagen, daneben Weiterbildungsaktivitäten im Rahmen verschiedener MBA- und Master-Programme. Seit 2004 Prorektor für Planung und Finanzen. Forschungsschwerpunkte in den Bereichen Organisation, Personalmanagement und Controlling.
Gotthard Pietsch, Studium der Wirtschaftswissenschaft und Sozialwissenschaft mit den Abschlüssen Diplom-Ökonom und Diplom-Sozialwissenschaftler. Anschließend Tätigkeit in der internen Revision eines Textilhandelsunternehmens. Seit 1998 wissenschaftlicher Mitarbeiter und seit 2003 Habilitand am Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Organisation und Planung, an der FernUniversität in Hagen. 2003 Promotion zum reflexionsorientierten Controlling. Forschungsschwerpunkte in den Bereichen Organisation, Controlling und Managementwissenschaft.




Leseprobe:

1 Das Phänomen Organisation: begriffliche und gesellschaftliche Perspektiven (S. 3-4)

1.1 Begriffsbildungen der Organisation – Zwischen Funktion und Institution

Organisationen bilden einen sehr wichtigen Bestandteil unserer alltäglichen Lebenswelt. Menschen „gestalten Organisationen", sie „werden organisiert", „organisieren ihren Alltag und ihre Interessen", sind „Organisationsmitglieder" oder erleben sich mitunter „übermächtigen Organisationen" als hilflos ausgeliefert. Unser Erleben und Handeln wird daher sehr grundlegend von Organisationen beeinflusst, nicht zuletzt begründen sie Chancen und Risiken für die Erreichung unserer persönlichen Ziele. Vor diesemHintergrund erweist sich auch der Organisationsbegriff als selbstverständlicher Teil unserer Alltagssprache. Die Bedeutungen, in denen dieser Begriff auftaucht, sind jedoch sehr unterschiedlich, so dass man kaum von „dem" Organisationsbegriff sprechen kann (vgl. Schreyögg 2003, S. 4). Um einen differenzierten Zugang zu den vielfältigen Facetten des Organisationsphänomens zu gewinnen, sollen hier zwei grundlegende Verständnisse vorgestellt werden: der funktionale und der institutionelle Organisationsbegriff. Während sich organisationstheoretische Überlegungen vorwiegend auf den institutionellen Organisationsbegriff beziehen, basiert die Organisationsgestaltung vor allem auf dem funktionalen Verständnis.

Den Ausgangspunkt des Letzteren bildet zunächst die übergeordnete funktionale Sicht des Managements. In funktionaler Sicht bezeichnet Management die Gesamtheit generell erforderlicher Steuerungshandlungen in den unterschiedlichsten sozialen Gebilden (z. B. Unternehmen, Non-Profit-Organisationen oder öffentlichen Verwaltungen) (vgl. auch Pietsch 2003, S. 16). Management (Gesamtheit der Steuerungshandlungen) bedeutet dabei Entscheidungen treffen, durchsetzen, hinterfragen und Verantwortung für getroffene Entscheidungen übernehmen. Die Vielgestaltigkeit dieser Managementhandlungen wird häufig durch die Unterscheidung verschiedener Managementfunktionen systematisiert (vgl. bereits Fayol 1916 und daran anknüpfend Koontz/O’Donnell 1972). Solche Managementfunktionen unterteilen das gesamte Bündel von Steuerungshandlungen in verschiedene Teilaufgabenkomplexe. Ein allgemein gültiger Katalog von Managementfunktionen entwickelte sich bisher nicht.

Besonders verbreitet ist aber die auf Koontz/O’Donnell (vgl. 1972) zurückgehende Unterscheidung von fünf Managementfunktionen, die mitunter als „klassisch" bezeichnet wird (vgl. z. B. Frech/Schmidt/Heimerl-Wagner 1999, S. 234-236, Steinmann/Schreyögg 2005, S. 9): planning, organizing, staffing, directing und controlling. Folgt man diesem funktionalen Verständnis stellt Organisation bzw. Organisieren eine Managementfunktion neben der Planung, der Personalbereitstellung, der Personalführung und dem Controlling dar (vgl. dazu auch Pietsch/Scherm 2000a, Pietsch 2003).

Im Vordergrund des funktionalen Organisationsbegriffs stehen dabei die Handlungen der organisatorischen Gestaltung bzw. des Organisierens. Organisation als eine Funktion des Managements setzt sich aus einem Bündel von (spezifischen) Handlungen zusammen, die auf die Erreichung jeweils meist formal fixierter Managementziele ausgerichtet sind. Man spricht also von dem funktionalen Organisationsbegriff, weil das damit bezeichnete Bündel von Handlungen eine wichtige Funktion zur Erreichung übergeordneter und im Einzelfall zu spezifizierender Managementziele übernimmt.

Der funktionale Organisationsbegriff umfasst insoweit die Handlungen des Organisierens, wobei eine eher sozial- bzw. organisationstechnische Sicht zugrunde liegt. Er wurde durch Überlegungen Gutenbergs grundlegend geprägt (vgl. 1983), der Organisation als Vollzug der Planung verstand. Während Planung den Entwurf eines Plans (auf die Zukunft gerichtetes Handlungsprogramm) bezweckt, kommt der Organisation die Aufgabe des Vollzugs der geplanten Handlungsprogramme zu. Organisation soll danach zielorientiert und bewusst eine Ordnung (Regelsystem) schaffen, die die Umsetzung des Geplanten unterstützt, Gutenberg unterscheidet dabei zwischen generellen und fallweisen Regeln (vgl. 1983, S. 239-240). Während die generellen Regeln relativ allgemein gültig sind, kommt den fallweisen Regeln nur eine singuläre, auf den Einzelfall bezogene Bedeutung zu. Vor diesem Hintergrund eröffnen regelmäßig wiederkehrende Routineaufgaben weit reichende Möglichkeiten genereller Strukturierung, während komplexe und selten auftretende Aktivitäten meist nur fallweise geregelt werden können (vgl. Gutenberg 1983, S. 240).



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