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Open-Source-Software aus der Reihe HMD Praxis der Wirtschaftsinformatik

 

20,00€

(Preis inkl. Mwst. )

Autor(en): Heinz Sauerburger (Hrsg.)
Verlag: dpunkt.verlag
Version: 1. Auflage, 2004
Umfang: 129 Seiten
Format: PDF: 2,3MB
ISBN: 3898642917
Bestell-Nr.: 89864291P
Artikeltyp: E-Book
 

Das Thema Open Source nimmt in der IT-Welt zunehmend einen größeren Stellenwert ein. War es in den 80er Jahren in erster Linie die Wissenschaft, die sich dem Thema annahm, so hat es heute das Interesse sowohl der Wirtschaft wie auch der staatlichen Organe geweckt. Gerade die großen Firmen wie beispielsweise IBM beteiligen sich daran aktiv. Manch proprietäre Software ist am Markt verschwunden, während vergleichbare Open-Source-Lösungen nicht mehr wegzudenken sind, z.B. OS/2 und Linux.

Schaut man sich in der Natur um, so sind gerade dezentrale und redundante Systeme am stabilsten. Vielleicht liegt gerade darin der Schlüssel des Erfolgs der Open-Source-Software - eine weltweit verteilte Softwareerstellung und Verifikation mit hervorragenden "Programmierern". Ein Entwicklungsteam, das sich kein Unternehmen jemals leisten kann.

Sowohl die Bundesrepublik Deutschland als auch zahlreiche andere Länder sowie die Europäische Union fördern den Einsatz der Open-Source-Software. Beispielsweise gibt es vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) einen Leitfaden zum Einsatz von Open-Source-Software in der Wirtschaft. Das vorliegende Heft möchte dieser Entwicklung Rechnung tragen und dem Leser verschiedene Aspekte präsentieren, in der Hoffnung, ihm die Welt der Open-Source-Software näher bringen zu können.   


Leseprobe:

Christel Marquardt

Open-Source-Software-Strategie der deutschen Verwaltung (S.58-59)

Die zentrale Strategie des Bundes ist die Schaffung von Softwarevielfalt. Diese dient der Verbesserung der IT-Sicherheit, der Erhöhung der Herstellerunabhängigkeit und der Vermeidung von Monopolen und deren wirtschaftlichen Auswirkungen.

Inhaltsübersicht

1 Einleitung
2 Enquete
3 Eignung von Open-Source-Software
4 Offene Standards
5 Vernetzung der Aktivitäten
6 Fazit

1 Einleitung

Um Softwarevielfalt zu erreichen, ist es notwendig, Alternativen zu bereits vorhandener Software zu schaffen, vor allem dort, wo ausschließlich ein System die IT-Landschaft beherrscht. Open-Source-Software, auch freie Software genannt, bietet sich sowohl durch die bereits vorhandene Vielfalt als auch durch die Freiheiten – Einsatz, Lernen, Erweitern, Verteilen –, die sie garantiert, als Alternative für viele Bereiche an.

Zur Förderung von Open-Source-Software in den Behörden haben sich die verschiedensten Aufgaben herauskristallisiert. Zum einen war es notwendig, die Eignung der Software zu beweisen, zum anderen Strategien zu schaffen, die softwareübergreifende Standards setzen. Ein weiterer Aspekt war und ist die Vernetzung der verschiedenen bereits vorhandenen Aktivitäten in den Behörden.

2 Enquete

Um die Verbreitung von Open-Source-Software in der Verwaltung festzustellen und den notwendigen Handlungsbedarf zu ermitteln, hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) eine Erhebung zur Nutzung freier Software in der Bundesverwaltung, eine Enquete, durchgeführt. Die Enquete hat Zahlenmaterial aus den unterschiedlichen Verwaltungsebenen zusammengefasst und ausgewertet. Gefragt wurde nach dem Verbreitungsgrad von Open-Source-Software, nach dem Planungsstand für zukünftige Investitionen in Open-Source-Lösungen sowie nach der Unterstützungsmöglichkeit durch den Bund.

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass immer noch zu wenige Behörden Open-Source- Software einsetzen. Jedoch ist ein Ergebnis der Arbeit des Bundesministeriums des Innern bereits zu sehen: Es setzen deutlich mehr Bundesbehörden als Landes- und Kommunalverwaltungen Open-Source-Software ein. Ein großes Hindernis, das viele Behörden davon abhält, Open-Source-Software einzusetzen, sind fehlende Informationen.

3 Eignung von Open-Source-Software

Ein zentraler Punkt der Enquete ist die Migration auf Open-Source-Software. Viele Behörden migrieren demnach nicht, weil ihnen zu wenige migrierte Bereiche oder Behörden bekannt sind, die ihnen als Beispiel dienen und von deren Erfahrungen sie profitieren können. Eine Hilfe bieten hier die Migrationen, die als Pilotprojekte in Behörden durchgeführt wurden, und der Migrationsleitfaden, der Ergebnisse dieser Projekte enthält. Der Leitfaden für die Migration von Basissoftwarekomponenten auf Server- und Arbeitsplatzsystemen wurde von der Koordinierungsund Beratungsstelle der Bundesregierung für Informationstechnik in der Bundesverwaltung (KBSt – http://www.kbst.bund.de/) herausgegeben. Er zeigt fallbezogene Migrationspfade mit detaillierten Informationen. Der Leitfaden richtet sich primär an zwei Zielgruppen. Einerseits an Entscheider, die für die Planung und Umsetzung der IT-Strategien und -vorhaben verantwortlich sind. Andererseits an die IT-Experten, die die Entscheidungen umsetzen. Der Leitfaden liefert dabei sowohl strategisch-wirtschaftliche als auch technische Entscheidungshilfen. In einer Bestandsaufnahme werden die üblicherweise in den Behörden eingesetzten Systeme und Programme ausführlich beschrieben und Alternativen mit ihren Vor- und Nachteilen vorgestellt. Anhand dieser Betrachtungen formuliert der Migrationsleitfaden Migrationsempfehlungen. Mittlerweile wurde der Leitfaden über 10.000-mal von den Webseiten der KBSt heruntergeladen.

Neben der Erstellung von Studien und der Veröffentlichung von Büchern wurden auch Pilotprojekte durchgeführt, die die Eignung von Open-Source-Software für den Einsatz in Behörden prüfen sollten. Diese Migrationsprojekte dienen als Modellprojekte, die den Nachweis der Eignung erbracht haben. Die migrierten Behörden sind auch gleichzeitig Anlaufstellen, in denen sich interessierte Behörden die Open- Source-Lösungen anschauen können und deren Lösungen sie auch im eigenen Haus wiederverwenden können. Migriert wurde die Monopolkommission in Bonn sowohl im Client- als auch im Serverbereich. Eine weitere Behörde, die an den Pilotprojekten teilnahm, ist das Bundeskartellamt. Hier wurden die Server auf Open-Source- Software migriert, ohne die Installation der Windows-Clients zu verändern oder die Produktivität der Clients zu beeinträchtigen. Auch das Institut für Tierzucht in Mariensee migrierte seine Server und große Teile der Clients auf Open-Source-Software. Hier kam eine Thin- Client-Lösung zum Einsatz. Aktuell testet gerade das Bundesministerium der Justiz die Einsatzmöglichkeit eines Open-Source-Desktops bei der zukünftig geplanten Migration.

4 Offene Standards

Als weiteres Hemmnis für den Einsatz von Open-Source-Software wurden in der Enquete mögliche Kompatibilitätsprobleme genannt. Hier wurden eine Festlegung von offenen Standards und verbindliche Vorgaben für den Einsatz von Open-Source-Software gewünscht. Offene Standards sind ein zentraler Punkt bei der Umsetzung von Softwarevielfalt, da die Kommunikation komplexer Systeme mit einer Vielzahl von Anwendungen nur sichergestellt werden kann, wenn Kommunikationsstandards offen und frei verfügbar sind. Im Bereich offener Standards wurde schon einiges getan. So ist zum Beispiel gerade der XML-Infopoint online gegangen: Um die Kompatibilität und den notwendigen Datenfluss zwischen verschiedenen Anwendungen problemlos zu gewährleisten, hat sich der Einsatz des Standards XML jetzt schon bewährt. Dem Beispiel der Wirtschaft folgend, hat die Bundesverwaltung daher den Einsatz von Standards aus der XML-Familie zur Vernetzung ihrer E-Government- Anwendungen vorgesehen. Der XML-Infopoint stellt in seiner ersten Ausbaustufe Informationen und Links rund um das Thema »Einsatz von XML« bereit und gibt einen Überblick über die aktuellen XML-Projekte in der Bundesverwaltung. XML soll in Zukunft auch die Interoperabilität der Office-Anwendungen verbessern.

Kapitel:
0. Inhalt, Editorial und Einwurf (Mörike)
1. Free and Open Source Software: Einfluss auf ICT- Entwicklungsstrategien (Karduck) (14 Seiten)
2. Open Source für die Softwareentwicklung (Becker-Pechau/Roock/Sauer) (8 Seiten)
3. Produkte entwickeln mit Open-Source-Software – Risiken und Erfahrungen (Ebert/Ruffin) (14 Seiten)
4. Der Preis der Freiheit – was Softwareentwickler über Open- Source- Lizenzen wissen sollten (Heinze/Keller) (8 Seiten)
5. Ein ERP-System unter Linux als Garant für überschaubares IT- Budget (Hammer/Newerla) (9 Seiten)
6. Open-Source-Software-Strategie der deutschen Verwaltung (Marquardt) (4 Seiten)
7. Zur Entwicklung des Struts-basierten Webshops eSarine (Frauchiger/Meier/Stormer/Werro) (10 Seiten)
8. Einfluss von Open-Source-Software in kommerziellen Softwareprojekten (Dürr/Weske) (11 Seiten)
9. Wandel der IT: Mehr als 20 Jahre freie Software (Reiter) (9 Seiten)
10. Identity Management (Walther) (9 Seiten)
11. Requirements Engineering: Ermittlung und Bewertung von Softwareanforderungen (Rezagholi) (10 Seiten)
12. Glossar, Stichwortverzeichnis und Impressum
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