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Mensch, Börse!
 

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Mensch, Börse!

 

34,99€

(Preis inkl. Mwst. )

Autor(en): Markus Zydra
Verlag: Gabler Verlag
Version: 1. Auflage, 2006
Umfang: 168 Seiten
Format: PDF: 8,86MB
ISBN: 3834900680
Bestell-Nr.: 83499225P
Artikeltyp: E-Book
 

Menschen hinter dem Börsengeschehen im Portrait: Börsenexperten nehmen Stellung zu ausgewählten und zugespitzten Grundproblemen und geben einen persönlichen Einblick in Investmentstile und Philosophien.

Investmentstile und Philosophien der Marktteilnehmer machen die Börse zu einer höchst emotionalen Angelegenheit. Sie ist ein atmendes Biotop von Meinungen und Strategien, die miteinander auf Preisbasis konkurrieren. Der Markt hat immer Recht, gerade weil er immer wieder unglaubliche Possen abliefert. Mensch, Börse! hinterfragt das häufig abstrakt wirkende Börsengeschehen und rückt die Akteure in den Mittelpunkt: In Interviews ziehen Börsenexperten aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln ihre Lehren aus dem aktuellen Marktgeschehen und der Börsengeschichte. Die Gespräche garantieren pointierte Einsichten.

Aus dem Inhalt
Internationale Börsenexperten im Interview: Statements zum Börsengeschehen aus unterschiedlicher Perpsektive: jeweils mit kurzer Einführung zum Thema und CV der Interviewpartner. - Die Grenzen der Effizienztheorie - die Börse als irrationaler Marktplatz. - Hausse und Crash, Lehren aus Euphorie und Krisen - Seitwärtsmärkte - wenn gar nichts geht und doch vieles möglich ist. - Die große Welt der Anlageprodukte - wie Anleger sich in der Komplexität zurechtfinden sollen - Portfoliotheorie - inwieweit Risikostreuung noch einigermaßen viel Rendite übrig lässt - Währungen - wie die schwankenden Devisenmärkte Spekulanten anlocken und langfristige Investments erschweren. - Märkte und Medien. Wie TV-Kanäle und Branchenzeitungen Kurse machen und doch oft daneben liegen. - Der Geist der Gurus - sollen Anleger ihren Prognosen trauen? - u.v.m.

Zielgruppe
private und institutionelle Geldanleger
Wirtschaftsjournalisten Anlage- und Vermögensberater

Über den/die Autor(en)
Markus Zydra ist Portfolio Redakteur bei der Financial Times Deutschland.


Leseprobe:

Interview Marc Faber Marc (S. 17-18)

Faber ist meistens anderer Meinung als die Mehrheit der Börsenexperten. Da der Schweizer erst Ober Risiken spricht, bevor er die Chancen an der Börse würdigt, wird er auch "Dr. Doom" genannt. Sein B6rsenbrief, mit dem er die Anleger immer wieder konfrontiert, heißt "Gloom, Boom &, Doom Report". Mit 24 Jahren promovierte Faber im Fach Wirtschaftswissenschaft. Fr0h zog es ihn nach Asien. Faber erläutert die Grenzen von Börsenprognosen und bezeichnet die wachsende Börsenspekulation als gefährlich. ,,Sie ist ein Indiz vergangener Prosperität."

FRAGE: Herr Faber, Sie gelten als Investment-Guru, der in die Zukünftig schauen kann. Erfüllt Sie soviel Zutrauen mit Stolz?

FABER: Ich halte es für ,unwichtig. Kein Mensch behauptet von sich selbst, er sei ein Guru. Es ist das Publikum, das einen dafür auswählt. Aber es ist doch nicht unangenehm ein solches Publikum zu haben. Schließlich wird man an der Eitelkeit gepackt, und da stellen Sie das Gurutum in Frage?

An den Finanzmärkten gibt es jedes Jahr einen Aktienfonds mit einem Fondsmanager, der besonders gut abgeschnitten hat. Das ist erfreulich. Nur ist es selten so, dass im Jahr darauf derselbe Fondsmanager wieder an der Spitze steht. Es gibt überhaupt keine Beständigkeit verlässlicher Prognosen- aller Qualitäten der Geldverwalter zum Trotz. Der Amerikaner Joe Granville galt in den siebziger Jahren als Guru. Es war un- glaublich, wie treffsicher er war. Der Mann setzte Kauf- und Verkaufssignale für den Markt. Die B6rse schien blind umzusetzen, was er prophezeite.

Das konnte natürlich nicht so weitergehen, irgendwann musste Granvilles ,,Fähigkeit" an Schub verlieren?

Genau, und bei ihm ging es dann auch sehr schnell. P16tzlich war Schluss. Von einem Tag auf den anderen. Er verpasste die Hausse nach 1982. Einfach so. Die Seherqualitäten waren ersch6pft. Seit den achtziger Jahren spricht niemand mehr von Granville. Ein Guru zu sein, ist ein vergängliches Geschäft.

Aber es scheint so, als ob die B6rse diese Gurus trotzdem braucht, erst um sie zu hofieren und dann, um sie abzusägen. Schließlich gibt es in der Geschichte viele solcher Beispiele.

Der US-Amerikaner Robert Prechter ist auch so ein Fall. Ein brillanter Mann, dessen Biacher ich auch gelesen habe. Prechter prophezeite 1977, dass der Dow Jones Index auf 2300 Punkte steigen würde, und 1980, dass der Dow auf 2700 Punkte zulegt- und damals lag der Dow Jones bei rund 1000 Punkten. Im Jahr 1987 waren seine Prophezeiungen er- füllt. Prechter hatte einen guten Ruf, hatte Ansehen und nichts und niemand schien ihm etwas anhaben zu können...

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