Mein Echo im Beruf - Wege zum Einklang zwischen innerer Entwicklung und Arbeitsleben
20,50€
(Preis inkl. Mwst. )
| Autor(en): | Daniela Heisig, Cornelia Savory-Deermann |
| Verlag: | Psychosozial-Verlag |
| Version: | 1. Auflage, 2001 |
| Umfang: | 275 Seiten |
| Format: | PDF: 1,4MB |
| ISBN: | 3898061116 |
| Bestell-Nr.: | 89806111P |
| Artikeltyp: | E-Book |
Das Buch sensibilisiert für die große Bandbreite beruflicher Situationen, die entweder belasten oder aber auch unerkannte Potentiale zu persönlichem Gewinn in sich verbergen. Es zeigt auf, welche oft unbewussten Parameter berufliche Situationen regieren, und gibt über diesen Bewusstwerdungsprozess Entscheidungskompetenz an den betroffenen Menschen zurück. Es ermutigt, den eigenen Weg zu finden im Dickicht der Verflechtungen von beruflicher und persönlicher Situation. An vielen lebensnahen Beispielen wird die unzertrennliche Verknüpfung beider aufgezeigt. Die Autorinnen loten die goldene Mitte zwischen Anpassung und Selbstsein, Selbst- und Fremdbild sowie Innovation versus Konservation aus.
Leseprobe:
4 Wohin führt das Ziel? (S. 89-90)
Der berufliche Weg eines Menschen folgt seinen bewußten Zielen und unbewußten inneren Lebensplänen. Weder Wege noch Ziele sind konstant, sie sind sich gegenseitig erzeugende Prozesse. Ein Ziel wird modifiziert, variiert, umgewichtet durch die Erfahrungen jeden Weges, und sei es ein Nebenweg, den man nur einmal vielleicht aus Neugier oder Not betritt. Der Weg wiederum wird gewählt durch die Perspektive auf das Ziel, das bewußt, unbewußt, aus Tradition oder Eigen-Sinn angepeilt wird. Ziele bewegen, Ziele treiben voran. Fast alle modernen Unternehmen und Organisationen haben die Bedeutung von Zielen erkannt und setzen diese in der Zielvereinbarung als Führungsinstrument ein.
In diesem Abschnitt zeichnen wir die Kraft der Ziele, ihre Wegbereitung und spezifischen Erfahrungen des Weges bis hin zu Entscheidungssituationen nach. Konfliktpotential liegt unter anderem darin, die persönlichen Ziele mit den Unternehmenszielen zu vereinbaren sowie bewußte mit unbewußten Zielen zu integrieren.
Persönliche, betriebliche und gesellschaftliche Erfolgskriterien können in ihrer zielund wegbestimmenden Wandelbarkeit zu Irritationen oder Konflikten führen.
4.1 Ziele ziehen – Wege weisen
Vision, Illusion oder Routine?
Im vorangegangenen Kapitel sind wir den Visionen als zentraler Triebkraft begegnet, mit der im Beruf »persönlicher Sinn« angesteuert wird. Während die Visionen »die große Linie« zeichnen, eine Idealvorstellung, die Werte verwirklicht und sich entwickelt als innere Sehnsucht, betrifft das Ziel mit seinen Wegen meist einen spezifischen Teil der Vision. Ziele machen Visionen konkret und real, Wege führen zu ihrer Verwirklichung. Ein Ziel setzt man sich, eine Vision ist eine größere Kraft im Herzen des Menschen (spirit), die vitalisiert, Energie gibt, eine Sogwirkung ausübt und Lust auf die Zukunft erzeugt. »Die Vision des Unternehmens ist eine Zukunftsvorstellung, durch die sein Sinn verwirklicht wird« (zur Bonsen 1994, S. 147). Damit verifizieren sich in den Zielen und den damit verbundenen Wegen die inneren Visionen und Sehnsüchte. Sie lassen heimlich an Fahrt gewinnen. Aber wie steht es mit der Verwirklichung? Schöpfen Routine und Illusionen der Vision und den Zielen nicht den Boden ab? Gehen die Ziele nicht baden im Umfeld von Anforderungen und Fremdbestimmung?
»Wer weiß, wohin er segeln will, für den ist jeder Wind der richtige«(Seneca) Sprachlich ist das Wort Ziel verwandt mit dem Wort »Teil« (vgl. Kluge 1999) – ein Ziel fokussiert einen Teil des Ganzen, auf den man zielt. Ein Ziel ist so gesehen immer nur ein Teilziel des Lebens. Das primäre und ursprünglichste Ziel mag das »Bestehen in der Welt« sein. Das altenglische Wort für Ziel ist »tilian«, was wörtlich »das Feld bestellen« bedeutet. Auch das Feld ist ein Teil, ein fruchtbarer Anteil an der Natur, der einen Ausblick auf eine fruchtbare Ernte entwirft, die man irgendwann sät. Aber weshalb sät man? In der Hoffnung und Gewissheit, in der Zukunft die Früchte der Saat zu ernten. Ein Ziel meint »bis hin zu etwas« oder allgemeiner: »den Lebensweg bis hin zu etwas gehen«. Und damit ist der Weg angesprochen.
Wenn wir von Zielen sprechen, meinen wir meist etwas, was wir erreichen möchten. Ein Ziel steckt man sich, um es zu erlangen. Ziele ermöglichen damit eine Antizipation der Zukunft, entwerfen ein erstrebenswertes Zukunftsbild und verbinden innerseelisch die Vergangenheit mit der Zukunft (»finaler Aspekt«). »Der psychologische Moment hat ein Janusgesicht: er blickt rückwärts und vorwärts. Indem er wird, bereitet er auch das Zukünftige vor. Wenn dem nicht so wäre, so wären die Absicht, der Zweck, das Setzen von Zielen, die Vorausberechnung oder Vorausahnung psychologische Unmöglichkeiten« (Jung 1921, S. 497).
Mit Zielen holen wir die Zukunft in das gegenwärtige Bewußtsein (s.Kap. »Sehnsucht nach Perspektive und Sinn«, S. 63). Ziele stehen dabei mit den Wegen in einem dialektischen Spannungsverhältnis, denn manchmal versauert der dazugehörige Weg, um das Ziel zu erreichen, das Ziel. Wenn es notwendig wird, für einen beruflichen Aufstieg (Ziel) die Stadt zu wechseln oder Überstunden zu machen (Weg), verändert sich durch den Weg die Attraktivität des Ziels. Die Beschaffenheit der Wege beeinflusst unsere Ziele, und unsere Ziele lassen uns bestimmte Wege wählen.
Kapitel:
0. Inhaltsverzeichnis und Einstimmung
1. Die drei Wurzeln des Schaffens: Das Gold von heute heißt Wissen (26 Seiten)
2. Die drei Wurzeln des Schaffens: DienerIn und LeisterIn? (24 Seiten)
3. Die drei Wurzeln des Schaffens: Sehnsucht nach Perspektive und Sinn (24 Seiten)
4. Heimlich an Fahrt gewinnen: Wohin führt das Ziel? (28 Seiten)
5. Heimlich an Fahrt gewinnen: Stillstandsangst und Änderungswut? (32 Seiten)
6. Heimlich an Fahrt gewinnen: Prozesse anstoßen (36 Seiten)
7. Menschliches Gegen-, Neben- und Miteinander: Verführungen zum Mobbing (28 Seiten)
8. Menschliches Gegen-, Neben- und Miteinander: Angebote zu Deals (26 Seiten)
9. Menschliches Gegen-, Neben- und Miteinander: Besprechungszirkus (30 Seiten)
10. Ein Echo klingt nach und Literaturverzeichnis
Leseprobe:
4 Wohin führt das Ziel? (S. 89-90)
Der berufliche Weg eines Menschen folgt seinen bewußten Zielen und unbewußten inneren Lebensplänen. Weder Wege noch Ziele sind konstant, sie sind sich gegenseitig erzeugende Prozesse. Ein Ziel wird modifiziert, variiert, umgewichtet durch die Erfahrungen jeden Weges, und sei es ein Nebenweg, den man nur einmal vielleicht aus Neugier oder Not betritt. Der Weg wiederum wird gewählt durch die Perspektive auf das Ziel, das bewußt, unbewußt, aus Tradition oder Eigen-Sinn angepeilt wird. Ziele bewegen, Ziele treiben voran. Fast alle modernen Unternehmen und Organisationen haben die Bedeutung von Zielen erkannt und setzen diese in der Zielvereinbarung als Führungsinstrument ein.
In diesem Abschnitt zeichnen wir die Kraft der Ziele, ihre Wegbereitung und spezifischen Erfahrungen des Weges bis hin zu Entscheidungssituationen nach. Konfliktpotential liegt unter anderem darin, die persönlichen Ziele mit den Unternehmenszielen zu vereinbaren sowie bewußte mit unbewußten Zielen zu integrieren.
Persönliche, betriebliche und gesellschaftliche Erfolgskriterien können in ihrer zielund wegbestimmenden Wandelbarkeit zu Irritationen oder Konflikten führen.
4.1 Ziele ziehen – Wege weisen
Vision, Illusion oder Routine?
Im vorangegangenen Kapitel sind wir den Visionen als zentraler Triebkraft begegnet, mit der im Beruf »persönlicher Sinn« angesteuert wird. Während die Visionen »die große Linie« zeichnen, eine Idealvorstellung, die Werte verwirklicht und sich entwickelt als innere Sehnsucht, betrifft das Ziel mit seinen Wegen meist einen spezifischen Teil der Vision. Ziele machen Visionen konkret und real, Wege führen zu ihrer Verwirklichung. Ein Ziel setzt man sich, eine Vision ist eine größere Kraft im Herzen des Menschen (spirit), die vitalisiert, Energie gibt, eine Sogwirkung ausübt und Lust auf die Zukunft erzeugt. »Die Vision des Unternehmens ist eine Zukunftsvorstellung, durch die sein Sinn verwirklicht wird« (zur Bonsen 1994, S. 147). Damit verifizieren sich in den Zielen und den damit verbundenen Wegen die inneren Visionen und Sehnsüchte. Sie lassen heimlich an Fahrt gewinnen. Aber wie steht es mit der Verwirklichung? Schöpfen Routine und Illusionen der Vision und den Zielen nicht den Boden ab? Gehen die Ziele nicht baden im Umfeld von Anforderungen und Fremdbestimmung?
»Wer weiß, wohin er segeln will, für den ist jeder Wind der richtige«(Seneca) Sprachlich ist das Wort Ziel verwandt mit dem Wort »Teil« (vgl. Kluge 1999) – ein Ziel fokussiert einen Teil des Ganzen, auf den man zielt. Ein Ziel ist so gesehen immer nur ein Teilziel des Lebens. Das primäre und ursprünglichste Ziel mag das »Bestehen in der Welt« sein. Das altenglische Wort für Ziel ist »tilian«, was wörtlich »das Feld bestellen« bedeutet. Auch das Feld ist ein Teil, ein fruchtbarer Anteil an der Natur, der einen Ausblick auf eine fruchtbare Ernte entwirft, die man irgendwann sät. Aber weshalb sät man? In der Hoffnung und Gewissheit, in der Zukunft die Früchte der Saat zu ernten. Ein Ziel meint »bis hin zu etwas« oder allgemeiner: »den Lebensweg bis hin zu etwas gehen«. Und damit ist der Weg angesprochen.
Wenn wir von Zielen sprechen, meinen wir meist etwas, was wir erreichen möchten. Ein Ziel steckt man sich, um es zu erlangen. Ziele ermöglichen damit eine Antizipation der Zukunft, entwerfen ein erstrebenswertes Zukunftsbild und verbinden innerseelisch die Vergangenheit mit der Zukunft (»finaler Aspekt«). »Der psychologische Moment hat ein Janusgesicht: er blickt rückwärts und vorwärts. Indem er wird, bereitet er auch das Zukünftige vor. Wenn dem nicht so wäre, so wären die Absicht, der Zweck, das Setzen von Zielen, die Vorausberechnung oder Vorausahnung psychologische Unmöglichkeiten« (Jung 1921, S. 497).
Mit Zielen holen wir die Zukunft in das gegenwärtige Bewußtsein (s.Kap. »Sehnsucht nach Perspektive und Sinn«, S. 63). Ziele stehen dabei mit den Wegen in einem dialektischen Spannungsverhältnis, denn manchmal versauert der dazugehörige Weg, um das Ziel zu erreichen, das Ziel. Wenn es notwendig wird, für einen beruflichen Aufstieg (Ziel) die Stadt zu wechseln oder Überstunden zu machen (Weg), verändert sich durch den Weg die Attraktivität des Ziels. Die Beschaffenheit der Wege beeinflusst unsere Ziele, und unsere Ziele lassen uns bestimmte Wege wählen.
Kapitel:
0. Inhaltsverzeichnis und Einstimmung
1. Die drei Wurzeln des Schaffens: Das Gold von heute heißt Wissen (26 Seiten)
2. Die drei Wurzeln des Schaffens: DienerIn und LeisterIn? (24 Seiten)
3. Die drei Wurzeln des Schaffens: Sehnsucht nach Perspektive und Sinn (24 Seiten)
4. Heimlich an Fahrt gewinnen: Wohin führt das Ziel? (28 Seiten)
5. Heimlich an Fahrt gewinnen: Stillstandsangst und Änderungswut? (32 Seiten)
6. Heimlich an Fahrt gewinnen: Prozesse anstoßen (36 Seiten)
7. Menschliches Gegen-, Neben- und Miteinander: Verführungen zum Mobbing (28 Seiten)
8. Menschliches Gegen-, Neben- und Miteinander: Angebote zu Deals (26 Seiten)
9. Menschliches Gegen-, Neben- und Miteinander: Besprechungszirkus (30 Seiten)
10. Ein Echo klingt nach und Literaturverzeichnis

