MediaFotografie analog und digital
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(Preis inkl. Mwst. )
| Autor(en): | Thomas Walter |
| Verlag: | Springer-Verlag |
| Version: | 1. Auflage, 2005 |
| Umfang: | 324 Seiten |
| Format: | PDF: 15,72MB |
| ISBN: | 3540230106 |
| Bestell-Nr.: | 54027371P |
| Artikeltyp: | E-Book |
Vorab: Das Buch ist schön. Eine Augenweide, allein schon beim Durchblättern. Durchgehend farbig, lockeres, übersichtliches Layout und zahllose klare Abbildungen und Tabellen. Das macht Appetit - und der lohnt sich, denn der Inhalt ist gehaltvoll und egal, ob man von vorne bis hinten liest oder in einzelne Kapitel springt, um bestehendes Wissen zu ergänzen: Praktiker und Theorie-Neugierige werden zufrieden sein.
Thomas Walter hat sein Buch in drei Hauptbereiche gegliedert. Der erste Teil dreht sich um die Grundlagen der analogen Fotografie: Die Entwicklung und Entstehung, die Gegenüberstellung zur Kunst bis hin zur modernen Fotografie.
Darauf folgen die physikalischen und chemischen Grundlagen wie Licht und Farbe, Strahlenoptik, Objektivkonstruktion bis hin zur Blitzlichtfotografie. Zuletzt in diesem Block dann die Kontraststeuerung: Belichtungsmessung, Sensitometrie und Densitometrie, Gradation, das Zonensystem und die klassische Bildbearbeitung.
Nach dem gleichen Schema folgen dann die Grundlagen der Digitalfotografie: Von Pixel bis zur Auflösung, die digitale Bildbearbeitung von Photoshop bis Gimp, Farben, Schwarzweiß, die digitale Dunkelkammer der Nachbearbeitung, das Web und die Rechtslage rund ums Bild. Der Anhang enthält Links zu weiteren Quellen, ein Abkürzungsverzeichnis, weiterführende Literatur sowie ein Personen- und Sachverzeichnis.
MediaFotografie - analog & digital ist ein inhaltlich fundiertes, gut aufbereitetes Lehrbuch, bei dem man wie nebenbei alles erfährt, was man zur analogen und digitalen Fotografie wissen muss. Egal ob man damit gezielt arbeitet oder einfach nur herumblättert: Ein Buch das Spaß macht!
Leseprobe:
7 Schwarzweiß mit Digital (S.201)
Schwarzweiß war bis in die 60er-Jahre des letzten Jahrhunderts das vorherrschende Medium der Fotografie, und auch heute noch erfreut sich die Schwarzweißfotografie – nicht zuletzt in der Werbung – großer Beliebtheit. Während nun die klassische Fotografie den Weg von Schwarzweiß (SW) zur Farbe gefunden hat, ist das Farbbild stets die Ausgangssituation in der Digitalfotografie, da praktisch keine Kamera einen reinen SW-Chip verwendet.
Wir haben also stets die Aufgabe zu lösen, aus einem Farbbild ein Schwarzweiß- Bild zu generieren, und dies ist schwieriger, als es zunächst erscheinen mag – es birgt aber auch ein besonderes Potential „analogdigitaler" Kreativität! Rein technisch wäre ein SW-Sensor sehr interessant, da er ohne Interpolationsverfahren zu sehr scharfen Abbildungen führen würde. Er würde aber gleichzeitig die Graustufenumwandlung, wie wir in diesem Kapitel sehen, stark einschränken.
7.1 Bemerkungen zur Schwarzweißfotografie
7.1.1 Schwarzweiß analog und digital
In Abschnitt 4.4 haben wir gesehen, wie ausgehend von den Messwerten des Sensors durch Interpolation die volle RGB-Information für alle Pixel errechnet und in den klassischen Dateiformaten abgespeichert wird (nur die unverarbeiteten raw-Daten sind hier eine Ausnahme).
Ein Graustufenbild entsteht in dieser Diktion, indem alle drei Farbkanäle stets den gleichen Wert aufweisen. Dadurch entstehen Dateien gleicher Größe wie ein Farbbild, und die Ausgabe auf einem Drucker ist in diesem Sinne spannend, weil nicht sicher ist, dass wirklich ein rein graues Bild entsteht: Ein Farbstich ist nicht auszuschließen.
Anders ist die Situation bei Reduktion auf ein echtes Graustufenbild. Hier werden – durch geeignete Verfahren, die wir unter 7.3 kennen lernen werden – die drei Farbkanäle auf einen einzigen Graukanal reduziert: Die entstehenden Dateien haben nur noch ein Drittel des Umfangs des entsprechenden Farbbildes.
In Abschnitt 7.3.3.1 ist mehr zum Übergang vom „grauen RGB-Bild" zum echten Graustufenbild zu finden. Nur noch wenige Digitalkameras haben einen dedizierten Schwarzweiß-Modus, welcher die direkte Aufzeichnung von SW-Bildern erlaubt. Diese SW-Bilder sind gut, um einen ersten Eindruck von der SW-Wirkung eines Motivs zu bekommen, für einen bewussten Einsatz sollte aber das Farbbild aufgezeichnet und dann mit einem der nachfolgenden Verfahren gezielt und variabel in Graustufen umgewandelt werden.
Digitale SW-Kameras, also solche, welche erst gar kein Farbbild erzeugen, gibt es heute praktisch nicht mehr, obwohl diese den Vorteil haben, ohne Interpolationsverfahren auszukommen. Im Analogen gab es einen beliebten Trick, um die Stimmung einer SW-Aufnahme eines Motivs zu bekommen: Setzt man einen Kodak Wratten-Filter 90 (graues Gelbbraun, ein typisches Betrachtungsfilter, vgl. [Kod]) vor die Aufnahmeoptik, so ergibt sich bei kurzer Motivbetrachtung ein guter Eindruck der entsprechenden SW-Aufnahme. Hier bietet natürlich die digitale Welt viele Verbesserungen.
7.1.2 Die Kunst der Schwarzweißfotografie
Warum im 21. Jahrhundert überhaupt noch Schwarzweißfotografie – wenn, wie wir gesehen haben, technisch sowieso die Farbaufzeichnung heute der Standard ist. Diese Frage ist berechtigt, es lassen sich aber auch viele Antworten finden.
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