Marke Eigenbau: Der Aufstand der Massen gegen die Massenproduktion
Buchausgabe: 19,90€
Download-Version: 16,98€
(Preis inkl. Mwst. )
| Autor(en): | Holm Friebe, Thomas Ramge |
| Verlag: | Campus Verlag |
| Version: | 1. Auflage, 2008 |
| Umfang: | 289 Seiten |
| Format: | PDF: 1,47MB |
| ISBN: | 3593386755 |
| Bestell-Nr.: | 59338675P |
| Artikeltyp: | E-Book |
„Die Lektüre ist Pflicht für die deutschen Management-Etagen: Derzeit gibt es hierzulande kein anderes Werk, das so detailliert und fundiert den Wandel in der Wirtschaft beschreibt.“ Handelsblatt, 29. August 2008
Kurzbeschreibung
Wir erleben den Aufstand des Selbermachens gegen eine anonyme industrielle Massenproduktion. Die Marke Eigenbau verlässt den Hobbykeller und entert die Ladenlokale, Laufstege und das Internet. Wo die listenreiche und verstreute Revolution des Selbermachens zuschlägt, verändert sie die Spielregeln von Arbeit, Produktion und Konsum. Ihre Vorboten sind boomende Webplattformen für Handgemachtes, neue Märkte für hochwertige und ökologische Produkte zu fairen Preisen, die wachsende Open Source-Bewegung und die Renaissance der Manufakturen.
Holm Friebe und Thomas Ramge belegen anhand vieler Beispiele, warum Masse künftig die Summe der Nischen sein wird, wo die Grenzen zwischen Produzenten und Käufern verschwinden und wie auch Unternehmen von der neuen individualistischen Massenbewegung profitieren können, die dem globalen Kapitalismus eine neue Wendung geben wird.
Über den Autor
Holm Friebe ist Volkswirt, Geschäftsführer der Zentralen Intelligenz Agentur und Dozent an der Zürcher Hochschule der Künste. Er hat als freier Journalist und Trendforscher gearbeitet und das Weblog riesenmaschine.de mitbegründet. 2006 verfasste er zusammen mit Sascha Lobo das einflussreiche Manifest Wir nennen es Arbeit.
Thomas Ramge ist Journalist und Moderator. Er arbeitet als fester Autor für das Wirtschaftsmagazin brand eins und schreibt zudem für ZEIT und GEO. 2007 erhielt Ramge den Herbert Quandt Medien-Preis. Bei Campus erschienen von ihm Die großen Politskandale (2003) sowie die preisgekrönte Familienbiografie Die Flicks (2004).
Leseprobe:
4. Produktion Marke Eigenbau (S. 118-119)
4.1 Fabbing: Liebe Maschine, baue mir …
Für den Philosophen Bertrand Russell bestand das Wesen jeder Wirtschaftstätigkeit noch in den 1930er Jahren darin, »die Position von Materie auf oder in der Nähe der Erdoberfläche im Verhältnis zu anderer Materie zu verändern« – einmal abgesehen von der zweiten Variante von Arbeit, »anderen Menschen zu sagen, dass sie das tun sollen«.1 Noch heute beruht unsere Vorstellung von Wirtschaft darauf, dass es im Wesentlichen darum geht, Rohstoffe weiterzuverarbeiten, Materialien zu prozessieren oder Vorprodukte und Halbzeuge in ein physisches Endprodukt zu verwandeln, das dann auf Märkten verkauft wird. Zwar macht das so genannte verarbeitende Gewerbe in Deutschland zur Zeit gerade noch ein Viertel der gesamten volkswirtschaftlichen Wertschöpfung aus.
Trotzdem erscheint uns der industrielle Sektor gleichsam als das Herzstück der Volkswirtschaft, und uns fällt beim Stichwort »Wirtschaft« kaum etwas anderes ein, als dass unter maschineller Kraftentfaltung Werkstücke manipuliert, Dinge zerlegt, neu in Form gebracht und so lange rekombiniert werden, bis am Ende das fertige Produkt steht.
Das Arsenal an Methoden mittels derer diese Manipulation am Material erfolgen kann, ist über die Jahrhunderte hinweg im Wesentlichen gleich geblieben. Es umfasst – Bauwesen, Nahrungsmittelindustrie und Textilwirtschaft einmal außen vor gelassen – in alphabetischer und unvollständiger Reihenfolge: Biegen, Bohren, Drehen, Fräsen, Gießen, Kleben, Pressen, Schmieden, Schweißen, Sintern, Stanzen und Zerspanen. Die Techniken, wie diese Arbei- ten organisiert werden, haben sich im Laufe der Zeit jedoch dramatisch verändert. So war die vorindustrielle Werkstatt mit ihren Arbeitsplätzen, Stationen und Werkbänken noch ein relativ ergebnisoffener Raum, in dem innerhalb der Grenzen eines Metiers die unterschiedlichsten Produkte in serieller Abfolge entstehen konnten. Das änderte sich erst mit der Industrialisierung und der mechanisierten Arbeitsteilung. Die Kehrseite der tayloristischen Arbeitsorganisation war, dass aus den universell einsetzbaren Werkzeugen und Arbeitsplätzen monofunktionale Maschinenparks wurden, die qua Konfiguration und Ausrüstung genau einen Arbeitsschritt besonders gut absolvieren und in der Summe genau ein einziges Produkt besonders effizient herstellen konnten.
Universelle Maschinen gab es lange Zeit nur in Comics und Zeichentrickfilmen; sie stammten aus den Werkstätten von Daniel Düsentrieb oder Dr. Snuggles und konnten umstandslos alles herstellen, was man ihnen sagte. Auch in der Science Fiction-Literatur wurde über die Möglichkeit solcher »Santa Claus«-Maschinen spekuliert, die wie der Weihnachtsmann jedes beliebige Ding hervorzaubern konnten, zu diesem Zweck allerdings Material aus dem Weltraum würden ansaugen müssen. Der Mathematiker und Computer-Vordenker John von Neumann entwarf in den vierziger Jahren einen so genannten Universal Constructor, der in der Lage sein sollte, sich selbst zu replizieren – allerdings als theoretisches Gedankenexperiment. Nur an Bord der Enterprise stand so ein Replikator, der mit Raumschiffabfällen gespeist wurde und daraus jeden beliebigen Gegenstand replizieren konnte.
Der besondere Tipp
Denken Sie nicht an einen blauen Elefanten!
Anhand verblüffender Experimente und einfacher Übungen lernen Sie, wie unsere Umwelt die Gedanken und die Gedanken unsere Umwelt beeinflussen.
Früher: 12,00€
bei uns nur: 4,99€

