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Liquide Mittel und Investitionsentscheidungen - Ein optionstheoretischer Ansatz
 

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Liquide Mittel und Investitionsentscheidungen - Ein optionstheoretischer Ansatz

 
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(Preis inkl. Mwst. )

Autor(en): Stefan Hirth
Verlag: Gabler Verlag
Version: 1. Auflage, 2008
Umfang: 192 Seiten
Format: PDF: 2,21MB
ISBN: 3834910678
Bestell-Nr.: 83499740P
Artikeltyp: E-Book
 

Wie lässt sich der Einfluss der Bestände an liquiden Mitteln eines Unternehmens auf seine Investitionsentscheidungen theoretisch erklären? Während im Idealfall in der Theorie keine Abhängigkeit besteht, ist diese in der Praxis aufgrund von allgegenwärtigen Friktionen sehr relevant. Stefan Hirth zeigt anhand eines dynamischen Modellrahmens auf, dass sowohl Verzögerung als auch Beschleunigung von Investitionen als Folge von hohen bzw. niedrigen Beständen an liquiden Mitteln erklärt werden können. Er verdeutlicht, dass neben Finanzierungsbeschränkungen auch eine andere Friktion dafür verantwortlich sein kann: Interessenkonflikte zwischen Eigen- und Fremdkapitalgebern. Das entwickelte Modell hat Implikationen für die Gestaltung von Finanzierungsverträgen.


Leseprobe:

Kapitel 5 Investment-Timing bei Interessenkonflikten (S. 99-100)

In diesem Kapitel wird wiederum das in Kapitel 2 vorgestellte Entscheidungsproblem über den optimalen Investitionszeitpunkt aufgegri en. Während es in einer vollkommenen Welt keine Interessenkonflikte zwischen unterschiedlichen Parteien bei der Wahl des optimalen Investitionszeitpunkts gibt, soll jetzt untersucht werden, welche Konsequenzen es hat, wenn das Unternehmen bereits bestehendes Fremdkapital besitzt.

Allgemein entstehen dadurch für die Eigenkapitalgeber Anreize, die Investitionsentscheidung nicht so zu tre en, dass der Gesamtwert des Unternehmens maximiert wird. Vielmehr versuchen die Eigenkapitalgeber, den Wert ihres eigenen Anspruchs auf Kosten der Fremdkapitalgeber zu steigern. Wiederum heißt das im vorliegenden Modellrahmen, dass eine Investitionsschwelle gewählt wird, die über oder unter der eines rein eigenfinanzierten Unternehmens liegt. Dies soll, wie schon in Kapitel 2 erklärt, als Under - bzw. Overinvestment interpretiert werden.2 Hierbei wird stets angenommen, dass es keine Möglichkeit gibt, die Investitionsentscheidung durch einen bindenden Vertrag vorab festzulegen.

Das ist die zentrale im aktuellen Kapitel betrachtete Friktion, welche Interessenkon- flikte zwischen Eigenkapital- und Fremdkapitalgebern nach sich zieht. Letztlich wäre eine Festlegung nämlich im Interesse der Eigenkapitalgeber, da bei der vorgelagerten Aufnahme von Fremdkapital sie selbst die Kosten dafür tragen, dass sie sich nicht zu einem gesamtwertmaximierenden Verhalten verpflichten können.

Der Beitrag dieses Kapitels besteht vor allem darin zu untersuchen, inwieweit die nicht direkt durch einen bindenden Vertrag lösbaren Interessenkonflikte durch eine geeignete Wahl des Bestands an liquiden Mitteln gelindert werden können. In einem zweiten Schritt wird das Zusammenspiel der Entscheidung über liquide Mittel und Kapitalstruktur analysiert. Die in den Kapiteln 3 und 4 untersuchte Friktion der Informationsasymmetrie und die daraus resultierenden Finanzierungskosten bei der Aufnahme von Fremdkapital sollen hier nicht berücksichtigt werden.

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