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Handbuch Trainings- und Seminarpraxis
 

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Handbuch Trainings- und Seminarpraxis

 
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(Preis inkl. Mwst. )

Autor(en): Jochem Kießling-Sonntag
Verlag: Cornelsen Verlag Scriptor
Version: 1. Auflage, 2003
Umfang: 452 Seiten
Format: PDF: 2,73MB
ISBN: 3589236213
Bestell-Nr.: 58923621P
Artikeltyp: E-Book
 

Die Anforderungen an Trainings und Seminare wachsen. Stärkere Kundenorientierung, komplexere Abläufe in den Organisationen, Innovationen in der Informationstechnologie, Kostendruck - dies alles verlangt exzellent ausgebildete Mitarbeiter, für die "lebenslanges Lernen" längst eine Realität ist. Und diese wiederum brauchen Trainer, die ihr Handwerkszeug souverän beherrschen und deren Konzeptionen auf der Höhe der Zeit sind. Es gibt eine Vielfalt von Trainings- und Seminarkonzepten, Methoden und Übungen, um erfolgreiche Trainings und Seminare durchzuführen. Dieses Handbuch liefert einen aktuellen Überblick.


Leseprobe:

6 Trainingsvorbereitung: Seminardesign, Methoden und Medien ( S. 217)

• Wie fördert man das Lernen Erwachsener?

• Wie plant man ein Seminar?

• Was sind die wichtigsten Methoden für den Trainings- und Seminareinsatz und wie funktionieren sie?

• Was sind die wichtigsten Trainingsmedien und worauf sollte man bei ihrer Nutzung achten?

• Welche Perspektiven bieten E-Learning und Blended Learning?

6.1 Erwachsenenpädagogische Herausforderungen

Ich schreibe für Leser.

Max Frisch

Trainerinnen und Trainer konzipieren ihre Seminare für Teilnehmer. Und die werden immer anspruchsvoller. – Was kein Vorwurf ist, sondern ein nur zu verständliches Faktum angesichts der in Kapitel 2 dargestellten gesellschaftlichen Tendenzen wie Zeitknappheit, erhöhte Komplexität des Arbeits- und des Privatlebens, erhöhte Anforderungen an die Exzellenz der Mitarbeiter. Da steigen auch die Anforderungen an Trainings und Trainer.

Teilnehmer wollen

• effektiv lernen,

• das Gelernte sofort im Alltag umsetzen können,

• sich im Training als Persönlichkeit weiterentwickeln,

• im Training mit ihren Erfahrungen und ihrem Vorwissen respektiert werden und nicht zuletzt

• gut unterhalten werden.

Patentrezepte mit Gelinggarantie für jederzeit erfolgreiche Trainings gibt es zwar nicht – denn jedes Training ist auch bei sich wiederholenden Themen ein „Einzelstück", weil sich die Rahmenbedingungen und die Zusammensetzung bzw. Situation der Teilnehmergruppe (und der einzelnen Teilnehmer) in jeder Veranstaltung anders darstellt, aber durch eine solide Seminarvorbereitung – also das Vordenken eines möglichen Seminarablaufs im „inneren Kino" – kann man so manches Risiko bereits im Vorfeld minimieren.

Mittels einer Kalkulation der Zeiten für Inputs, Gruppenarbeiten u. a. kann man es beispielsweise vermeiden, in der beschränkten zur Verfügung stehenden Zeit zu große Stoffmengen vermitteln zu wollen, und durch eine Vorplanung der Methoden und der eingesetzten Medien kann man bereits vor dem Seminar abschätzen, wo es methodisch möglicherweise ein „zu viel" oder „zu wenig" an Input, Trainingsmöglichkeiten für die Teilnehmer, Feedback, Diskussion usw. gibt. Konzeptionelle Fehler der Trainingsanlage zeigen sich zumeist als erstes an einer Verschlechterung der Stimmung im Seminar.

Als Rückmeldung auf einen zu langen, da zu stoffreichen Lehrvortrag bekommt der Trainer zumeist eben nicht die unmittelbar ausgesprochene Reaktion: „Dieser Lehrvortrag war zu lang für mich, er enthielt mehr Infor- mationen, als ich aufnehmen konnte", sondern die meisten Teilnehmer schweigen höflich, sie steigen nach der Musik von vorn einfach nicht mehr in die Diskussion über die vermittelten Inhalte ein, auch zu einer anschließenden Trainingssequenz lassen sie sich nur schwer bewegen, und gefragt, was denn los sei, antwortet vielleicht ein Teilnehmer: „Das Wissen, das sie uns vorgestellt haben, ist für mich nicht praxisrelevant."

Nun im Gespräch mit der Teilnehmergruppe allein inhaltsbezogen Fragen der Stoffrelevanz aufzudröseln wäre heikel, weil es unter Umständen gänzlich an der Sache vorbeigeht! Also muss der Trainer je nach Ausmaß der Negativstimmung die Situation unter Umständen mit größerem Fokus ausleuchten (vielleicht mit einem Blitzlicht oder einem Stimmungbarometer, vgl. unten Kap. 6.3.5.6). Bildlich gesprochen: Er muss das Ruder herumreißen, um das Seminar-„Schiff" wieder in ein weniger gefährliches Fahrwasser zu steuern. Leichter wäre es gewesen, von vornherein einen geeigneteren methodischen Kurs einzuschlagen: z.B. kürzer zu sprechen und während des Vortrags die Teilnehmer durch Fragen aktiv in den Gedankengang einzubeziehen.

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