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Grundlagen der Realen Außenwirtschaft (Internationale Standardlehrbücher der Wirtschafts- und ...
 

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Grundlagen der Realen Außenwirtschaft (Internationale Standardlehrbücher der Wirtschafts- und ...

... Sozialwissenschaften)
 
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Buchausgabe: 34,80€
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(Preis inkl. Mwst. )

Autor(en): Gerhard Rübel
Verlag: Oldenbourg Wissenschaftsverlag GmbH
Version: 2. Auflage, 2008
Umfang: 275 Seiten
Format: PDF: 1,75MB
ISBN: 3486587706
Bestell-Nr.: 48658770P
Artikeltyp: E-Book
 

Das Lehrbuch ist das Pendant zu den im gleichen Verlag erschienenen "Grundlagen der monetären Außenwirtschaft". Während dort die Zusammenhänge und Aspekte der monetären internationalen Beziehungen behandelt werden, sind es hier die realen Beziehungen, die im Zeitalter der Globalisierung eine immer größere Bedeutung für unser gesamtes Wirtschaftsleben haben.




Leseprobe:

Kapitel V
Neue Außenhandelstheorie, intra-sektoraler Handel und die Wettbewerbsfähigkeit von Ländern (S. 109-110)

1. Einige Aspekte der Neuen Außenhandelstheorie
Die traditionelle Theorie des internationalen Güteraustauschs geht von vollkommener Konkurrenz auf allen Märkten und von relativ stark vereinfachten produktionstheoretischen Annahmen aus. Versuche einer Erweiterung unter Beibehaltung der Grundannahmen wurden bereits in Kapitel IV diskutiert. Beiträge, die auch die fundamentalen Annahmen der traditionellen Außenhandelstheorie, wie etwa die der vollkommenen Konkurrenz auf allen Märkten oder die der abnehmenden Skalenerträge modifizieren, wurden unter dem Begriff der „Neuen Außenhandelstheorie" zusammengefasst. Sie gerieten vor allem durch die wirtschaftspolitischen Schlussfolgerungen ihrer Ergebnisse in den Mittelpunkt des Interesses. Einige dieser Modifikationen sollen im Folgenden dargestellt und ihre Implikationen kurz diskutiert werden.

1.1 Angebotsseitige Außenhandelsursachen
1.1.1 Steigende Skalenerträge
Eine der produktionstheoretischen Grundannahmen der traditionellen Theorie des internationalen Güteraustauschs war die neoklassische Annahme abnehmender Skalenerträge. Wenn alle Produktionsfaktoren im gleichen prozentualen Verhältnis erhöht werden, so steigt die Ausbringungsmenge um einen geringeren Prozentsatz. Im Umkehrschluss bedeutet diese Annahme, dass die Kosten bei steigender Ausbringungsmenge überproportional zunehmen. In manchen industriellen Sektoren und modernen Dienstleistungsbranchen sind jedoch steigende Skalenerträge zu beobachten. Da bei steigenden Skalenerträgen die Ausbringungsmenge bei steigendem Faktoreinsatz überproportional zunimmt, werden mit steigender Ausbringungsmenge die Durchschnitts- bzw. Stückkosten sinken, was für die betreffenden Unternehmen einen Anreiz impliziert, eine möglichst große Ausbringungsmenge zu erreichen. Steigende Skalenerträge können auf der Ebene eines Betriebs, aber auch auf der Ebene der gesamten Branche auftreten.

Betriebsbezogene steigende Skalenerträge: Eine Ursache für das Auftreten von steigenden Skalenerträgen in Unternehmen sind Lerneffekte bei der Produktion, wie man sie etwa im Flugzeugbau beobachtet hat. Je mehr Flugzeuge ein Unternehmen bereits produziert hat, umso größer wird das produktionstechnische know-how, also etwa die Geschicklichkeit der Arbeitnehmer oder die Effizienz der Produktionsverfahren sein, was dazu führt, dass man mit den gleichen Einsatzmengen an Produktionsfaktoren eine größere Ausbringungsmenge realisieren kann. Ursachen können auch Kosten sparende Massenfertigungsverfahren, sinkende Umrüstungskosten oder ein verringerter Anteil des Organisations- und Verwaltungsaufwands sein. Auch ein nach der Installation konstanter Kapitalbestand, vor allem wenn er eine bestimmte Mindestgröße haben muss, kann die Ursache für sinkende Stückkosten sein. Es liegen dann Fixkosten der Produktion vor, was zur Folge hat, dass die Stückkosten mit zunehmender Ausbringungsmenge sinken, sofern von der steigenden Ausbringungsmenge kein überproportionaler Kostenanstieg ausgeht. Das Streben nach ständiger Ausdehnung der Produktion ist allerdings mit dem Standardmodell der vollkommenen Konkurrenz unvereinbar. Durch das endogene Unternehmenswachstum steigt der Monopolisierungsgrad, der im Extremfall in einem Angebotsmonopol enden kann.

Die Öffnung der Grenzen eines Landes, d.h. der Übergang von Autarkie zu Freihandel, stellt bei Existenz steigender Skalenerträge für die inländischen Unternehmen eine Möglichkeit dar, ihre Stückkosten zu senken, indem sie versuchen, auch den ausländischen Markt mit ihren Produkten zu beliefern. Ursache für Handel in diesem Sinne sind dann nicht mehr komparative Kostenvorteile im Sinne Ricardos oder Heckscher-Ohlins, sondern technologische Vorteile im Sinne der Existenz steigender Skalenerträge. Wenn allerdings auch die ausländischen Unternehmen mit steigenden Skalenerträgen produzieren, so kann dies zu einer vollständigen Spezialisierung der beiden Länder führen, was in Abschnitt 1.1.2 anhand eines Beispiels dargestellt wird. Sind die steigenden Skalenerträge mit einer Vorliebe der Konsumenten für Produktdifferenzierung verbunden, so führt die Öffnung der Grenzen zu intrasektoralem Handel, was ebenfalls in diesem Kapitel ausführlich diskutiert wird.



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