Gluckenmafia gegen Karrierehühner
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(Preis inkl. Mwst. )
| Autor(en): | Tanja Kuchenbecker |
| Verlag: | Campus Verlag |
| Version: | 1. Auflage, 2007 |
| Umfang: | 196 Seiten |
| Format: | PDF: 4,97MB |
| ISBN: | 3593383780 |
| Bestell-Nr.: | 59338378P |
| Artikeltyp: | E-Book |
Kind oder Karriere? In Deutschland längst ein Politikum, das hitzig diskutiert wird. Die Fronten sind verhärtet: hier die »Glucken«, dort die »Rabenmütter«. Tanja Kuchenbecker, Journalistin, Mutter und Wahlpariserin, schaut über den Tellerrand und findet konstruktive Lösungen!
Die Autorin
Tanja Kuchenbecker lebt seit mehr als 15 Jahren als freie Journalistin in Paris und schreibt für Focus, den Axel Springer Verlag und andere über Gesellschaft, Politik und Wirtschaft. Zuvor studierte sie in Deutschland und in den USA. Sie ist Mutter von zwei Kindern im Alter von vier und sieben Jahren.
Schlagwort-Katalog
Beruf
Deutschland
Familie
Frankreich
Frauenbilder
Gesellschaft
Kind
Mutterbild
Politik
Leseprobe:
Kapitel 7
Leben wie Papa in Frankreich (S. 131-133)
Gleichberechtigung in den Familien ist in Frankreich noch oft ein Fremdwort. Die Französin emanzipiert sich vor allem über ihren Beruf. Die Männer haben es gut: Kein Stress mehr der Alleinernährer zu sein, kein Windelwechsel-Diktat und immer eine schicke Frau an der Seite. Man kann das auf die vereinfachte Formel bringen: Die Frau will Frau sein, der Mann soll deshalb bitte auch Mann bleiben. Dazwischen gibt es natürlich unendlich viele Varianten... Eine Frau – ein Mythos. Keine Frau der Welt wird so idealisiert wie die Französin: Es heißt, sie habe Stil, sei topmodisch gekleidet, schlank und verführerisch. Paris galt schon immer als die Welthauptstadt der Mode, die Stadt von Coco Chanel und Christian Dior. Aus Paris wurde die Eleganz in alle Welt getragen. Modeschöpfer Yves Saint Laurent sagte einmal: »Überall in der Welt repräsentiert die Pariserin die Eleganz.
« Seit einiger Zeit gilt die französische Mutter auch noch als modern und emanzipiert: Sie arbeitet. Das alte Rollenverhalten – galanter Mann, elegante Frau – hat sich in Frankreich trotzdem gehalten. Wie passt das zusammen? Wie steht es wirklich um die Gleichberechtigung und das Idealbild der Französin? Wirkt sich die französische Rollenverteilung auf die Geburtenrate aus? Kann Frankreich auch in dieser Hinsicht Vorbild sein? Dieses Bild der Französin klingt reichlich klischeehaft und überspitzt und ist sicherlich auch milieuabhängig. Dennoch entspricht es grundsätzlich der Mentalität und lässt sich an vielen Frauen beobachten. Ihr Äußeres zu pflegen und sich schön zu machen, gehört zur Französin so wie der kleine schwarze Kaffee. Das Aussehen spielt trotz der veränderten Lebensumstände durch einen stressigen Arbeitsalltag eine wichtige Rolle.
Die Französin will verführen, wie ernst es ihr mit der Weiblichkeit ist, zeigt sie durch ihre Kleidung, Pumps und Make-up. Statt maskulinem Hosenanzug trägt sie lieber Kostüme oder Kleider. Sie arbeitet hart an ihrem Verführerinnen-Image, pickt in Salaten und verzichtet auf Snacks zwischendurch. Eine verblüffende Disziplin! Der Grund: Die Französin fühlt sich nicht nur als Mutter, sondern will immer auch Frau bleiben. Das erwarten nicht nur die Männer von ihr, sondern auch sie selbst.
Die alte Rollenaufteilung hat sich in Frankreich trotz der vielen berufstätigen Frauen gehalten. Verschiedenste Untersuchungen ergaben: Gleichberechtigung scheint nach wie vor ein Fremdwort zu sein, obwohl die Französin so emanzipiert wirkt. Die Frauen kümmern sich laut Insee in 70 Prozent der Familien neben dem Job um Haushalt und Kinder, haben also einen doppelten Arbeitstag. Nicht einmal 10 Prozent der Männer holen ihre kranken Kinder ab, dabei sind vor allem die Frauen gefragt. Die meisten Frauen kommen früher von der Arbeit nach Hause als die Männer und nur rund 10 Prozent der Männer verändert die Karriereplanung wegen des Nachwuches.
Nachts stehen meist die Frauen auf, wenn die Babys weinen. In Frankreich sind auch Familienessen, bei denen die Männer am Tisch sitzen bleiben, während die Frauen aufräumen, immer noch an der Tagesordnung. Gegenüber einer deutschen Bekannten, die rebellierte, verteidigte die Schwiegermutter die Männer: »Die müssen nicht aufstehen, sie sind schließlich Männer. Das ist Frauensache.« Erstaunlicherweise akzeptieren dieselben Schwiegermütter aber, dass die Frauen einen Beruf ha ben und raten sogar: »Hör bloß nicht auf zu arbeiten, das habe ich gemacht. Dann wird man leicht deprimiert.« Auch vor Arztbesuchen mit den Kindern drücken sich viele Väter gern. Vorsint- flutlich, aber leider Realität.
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Denken Sie nicht an einen blauen Elefanten!
Anhand verblüffender Experimente und einfacher Übungen lernen Sie, wie unsere Umwelt die Gedanken und die Gedanken unsere Umwelt beeinflussen.
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