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Globalisierung als strategisches Erfolgskonzept
 

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Globalisierung als strategisches Erfolgskonzept

 
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(Preis inkl. Mwst. )

Autor(en): Irina Stöß
Verlag: Gabler Verlag
Version: 1. Auflage, 2008
Umfang: 288 Seiten
Format: PDF: 1,65MB
ISBN: 3835009559
Bestell-Nr.: 83499645P
Artikeltyp: E-Book
 

Der Bankenmarkt erlebt derzeit weltweit einen tiefgreifenden Strukturwandel, hervorgerufen durch makroökonomische und technologische Konvergenzen, eine rasche Verbreitung innovativer Finanzprodukte sowie einen Wandel der Kundenbedürfnisse. Die Globalisierung als strategische Handlungsmöglichkeit zeichnet sich längst als unverkennbarer Trend ab.

Irina Stöß analysiert den Unternehmenserfolg globalstrategischer Banken anhand einer empirischen Längsschnittuntersuchung mittels Kapitalmarktdaten der Global Player. Sie stellt deren ökonomische Über-/Unterlegenheit gegenüber national operierenden Wettbewerbern auf einen messbaren Prüfstand. Die Autorin zeigt, dass globale Finanzmärkte nicht von globalen Banken im Sinne einer entwurzelten, dezentralen Organisationsstruktur ohne deutlichen nationalen Schwerpunkt bedient werden. Eine Bank kann demnach erst als global bezeichnet werden, wenn Veränderungen im Herkunftsland keine andere Auswirkung auf die globale Geschäftstätigkeit haben als Veränderungen in vergleichbaren anderen Ländern.

Interessant ist dieses Buch für Dozenten und Studenten der Betriebswirtschaftslehre mit den Schwerpunkten Internationales Management, Unternehmensführung und Bankwirtschaft sowie für Fach- und Führungskräfte in Banken.




Leseprobe:

B Begriffliche Grundlagen (S. 9)

Die in der Literatur dominierenden Konzeptionen spiegeln die Erkenntnisse der betriebswirtschaftlichen Praxis wider, wonach sich die Globalisierung der Märkte und des Wettbewerbs nachhaltig zeigen. Verstanden als ein Prozess der zunehmenden Verflechtung und der daraus folgenden weltweiten Abhängigkeiten von zunächst als weitgehend unabhängig betrachteten verschiedenen Märkten manifestiert sich die Globalisierung in einem weltumspannenden Wettbewerb, einem verstärkten Preiswettbewerb sowie einem weitreichenden Innovationswettbewerb.

Diese weltweite Ausdehnung der Unternehmensaktivitäten induziert jedoch nicht, dass aus dem Verfolgen einer Globalisierungsstrategie zwangsläufig Wettbewerbsvorteile generierbar und direkt in messbaren Unternehmenserfolg umsetzbar sind. Die theoretische Aufarbeitung der zentralen Untersuchungsfrage nach dem messbaren Erfolg global operierender Unternehmungen erweist sich angesichts des noch recht unerforschten Gebiets der branchenspezifischen, quantitativ analysierten Globalisierung als äußerst schwierig.

In nachstehenden Ausführungen werden die begrifflichen Grundlagen zur folgenden Analyse des dynamischen Globalisierungsprozesses sowie seinen Auswirkungen auf die Parameter des Unternehmenserfolgs erarbeitet. Hierbei wird in Ermangelung einer präzisen sprachlichen Normierung des Globalisierungsbegriffes in der Literatur zum internationalen Management eine untersuchungsrelevante Begriffsdefinition der Globalisierung herausgearbeitet so wie eine detaillierte definitorische Abgrenzung des Begriffs des Unternehmenserfolgs vorgenommen. Der Begriff des Unternehmenserfolgs sieht sich ebenso wie der Begriff der Globalisierung in gleichem Maß mit der Problematik konfrontiert, in der betriebswirtschaftlichen Literatur definitorisch nicht eindeutig festgelegt zu sein.

I. Der globale Wettbewerb

1. Die Globalisierung als Ausgangspunkt der Untersuchung


Zur umfassenden Analyse des dynamischen Wettbewerbsprozesses auf grenzüberschreitender Ebene bedarf es einer präzisen Sprachregelung zur Beschreibung und Erklärung des globalen Wettbewerbs sowie zur Ableitung von Gestaltungsempfehlungen im Sinne einer Erfüllung der drei genannten Wissenschaftsziele. Bislang konnte im internationalen Management eine konsensfähige sprachliche Normierung allerdings noch nicht gefunden werden. Insbesondere der Begriff der Globalisierung wird derzeit regelrecht überstrapa- ziert. Die Analyse der relevanten Literatur liefert trotz oder vielleicht auch auf Grund der intensiven wissenschaftlichen Diskussion über die Globalisierungsthematik noch keine einheitliche Definition des Begriffs "Globalisierung".

Im Rahmen der vorliegenden Untersuchung wird zur Präzisierung einer Definition des Globalisierungsbegriffs auf bestehende Begriffsverwendungen in der Literatur zurückgegriffen. Durch Abgrenzung dieser Definitionen von verwandten Begriffsbestimmungen soll insbesondere auf die Schaffung eines neuen definitorischen Ansatzes verzichtet werden, um nicht zu einem weiteren Mangel an sprachlicher Normierung beizutragen. In der Literatur findet sich häufig der synonyme Gebrauch der Begri tung auf grenzüberschreitender Ebene.

Im Rahmen der vorliegenden Arbeit soll allerdings der inhaltlichen Differenzierung der verschiededenen Varianten ,länderüberschreitender Wettbewerbsstrategien möglichst präzise Rechnung getragen werden. Aus diesem Grund wird auf den Globalisierungsbegriff in Anlehnung an Bartlett/Ghoshal zurückgegriffen, die die Globalisierung als einen Prozess der zunehmen weltweiten Abhängigkeiten von zunächst als weitgehend unabhängig betrachteten verschiedenen Märkten definieren. Die räumliche Ausdehnung des relevanten Marktes geht dabei mit der Interdependenz der verschiedenen Ländermärkte sowie einer erhöhtenWettbewerbsintensität einher. Ein Markt wird folglich dann als global eingestuft, wenn die kant von der Position auf einem anderen Markt abhängt. Trotz ihres primär ökonomischen Ursprungs erstrecken sich die Konsequenzen der Globalisierung von Branchen und Märkten auch auf den politischen, institutionellen und sozialen Bereich.

Grundsätzlich stellt die Globalisierung eine neue Entwicklung dar, die in ihren wirtschaftlichen Dimensionen gegenwärtig nur sehr schwer erfassbar ist. Die Globalisierung ist weder auf eine singuläre Ursache zurückzuführen, noch stellt sie eine Trendfortschreibung bisheriger Entwicklungen dar. Eine denkbare Kurzlebigkeit des Globalisierungsphänomens scheint angesichts dieser Erkenntnisse zweifelhaft. Die Literatur vergleicht die Bedeutung der durch den Globalisierungsprozess hervorgerufenen ökonomischen Veränderungen mit denen der industriellen Revolution vor rund 150 Jahren, einzig unterschieden durch den rasanteren Wandel der Globalisierung.

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