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Globale Akteure der Entwicklung - Die neuen Szenarien
 

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Globale Akteure der Entwicklung - Die neuen Szenarien

 
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(Preis inkl. Mwst. )

Autor(en): Hans N. Janowski, Theodor Leuenberger (Hrsg.)
Verlag: VS Verlag für Sozialwissenschaften (GWV)
Version: 1. Auflage, 2008
Umfang: 251 Seiten
Format: PDF: 1,06MB
ISBN: 3531158201
Bestell-Nr.: 53191025P
Artikeltyp: E-Book
 

Mit dem Ende der Herrschaftsblöcke verschwand auch die „Dritte Welt“, und die entstandene polyzentrische Konstellation gab den Weg für einen zweiten Schub der Globalisierung frei. Parallel zu den westlichen Machtzentren und ihren Akteuren traten zunehmend asiatische und mittelöstliche Akteure auf, die nun als Konkurrenten wie als Partner gleichermaßen agieren. Dabei hängt die Fähigkeit, die Probleme der Weltgesellschaft und Weltwirtschaft zu lösen, nicht nur von der Selbstorganisation ab, sondern auch von dem Willen zur Kooperation untereinander. Es gilt also, das Vernetzungspotential der vielfältigen Akteure auszuschöpfen.

Die Beiträge in diesem Band untersuchen unter politischer, wirtschaftlicher und christlich-ethischer Perspektive sowie europäischer und afrikanischer Sicht den vor diesem Hintergrund veränderten Begriff von „Entwicklung“ - mit Armatya Sen zu verstehen als die Ausweitung von Freiheit, aber auch als Forderung von Gerechtigkeit.


Leseprobe:

Teil III Kirchliche Perspektiven (S. 131-132)

Warner Conring

Globalisierung und Religionen
Christliche Impulse für weltweite Entwicklung


Summary

Die Globalisierung – ein umstrittenes Thema auch in den Kirchen – hat zwiespältige Auswirkungen auf die Religionen. Einige lassen sich schon erkennen und benennen. Der christliche Glaube hat in der antiken Welt einen Vorläufer der modernen Globalisierung erlebt und ging aus dem damaligen Prozess als Gewinner hervor. Damals hat er seine gemeinschaftsbildende Kraft und seine Fähigkeit zur Orientierung in einer unübersichtlichen Situation ausbilden und bewähren können. Die heutige Situation kennt das Nebeneinander verschiedener neu erstarkender Religionen. Es gibt sowohl Konkurrenz der Religionen wie Kooperation.

Der Evangelische Entwicklungsdienst befindet sich in einer Position, in der er die Chance hat, religiös aufgeladene Konfliktpotenziale zu entschärfen und friedliche Kooperationen unter den Religionen einzuüben. Zusammenarbeit mit islamischen Hilfsorganisationen könnte beispielhaft in der Katastrophenhilfe beginnen. Das Thema Globalisierung ist heftig umstritten. Auf der Neunten Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) in Porto Alegre im Febr. 2006 stand dieses Thema als Explosivstoff im Hintergrund.

Eine 1½ -stündige Plenarsitzung ohne Diskussion war dem Thema gewidmet, denn es erschien von vornherein aussichtslos, die gegensätzlichen und zum Teil sehr schroffen Analysen zu versöhnen und gemeinsame Positionen zu formulieren. Immerhin wurde auf Vorschlag des Programmausschusses, der Schwerpunkte für die Arbeit des ÖRK in den nächsten Jahren bearbeitete, von der Vollversammlung beschlossen, den Diskussionsprozess über die Globalisierungsfragen fortzusetzen und zu erweitern, und zwar „in Zusammenarbeit mit anderen ökumenischen Partnern und Organisationen, um (1) eine theologische Reflexion über diese Themen zu führen, die sich aus der Mitte unseres Glaubens heraus ergeben, (2) solide politische, wirtschaftliche und soziale Analysen durchzuführen, (3) einen ständigen Dialog zwischen religiösen, wirtschaftlichen und politischen Akteuren zu unterhalten und (4) praktische, positive Ansätze aus den Kirchen auszutauschen"

Dazu möchte dieser Artikel einen Beitrag leisten, indem er besonders den Blick auf die Religionen in der globalisierten Welt richtet und dabei nach der speziellen Rolle der christlichen Kirchen fragt. Dabei werden Hinweise aus einem kürzlich erschienenen Themenheft der „Ökumenische Rundschau" aufgenommen, das sich auch mit dieser Thematik beschäftigt2 , und mögliche Folgerungen für die Konzepte der kirchlichen Entwicklungsdienste gezogen. Globalisierung bringt Entwurzelung und Verunsicherung Globalisierung wird hier als ein breiter, nicht nur ökonomischer, sondern auch politischer und kultureller Prozess verstanden, wie er in dem Berichtsband „Eine faire Globalisierung – Chancen für alle schaffen" dargestellt ist, der 2004 von der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) herausgegeben worden ist .

Der Bericht ist von einer sehr hochkalibrigen Weltkommission in zwei Jahren erarbeitet worden und spiegelt den Stand der Debatte innerhalb der Familie der UN-Organisationen. Aus Deutschland hat Ernst-Ulrich von Weizsäcker an dem Bericht mitgearbeitet. Dieser Bericht folgt weder der Sichtweise derjenigen, die von der Globalisierung die Lösung aller wesentlichen Weltprobleme erwarten („the hyperglobalists"), noch derjenigen, die die Globalisierung gegenwärtig für einen Mythos halten, der mehr verspricht, als er halten kann („the sceptical thesis"), noch derjenigen, die die Globalisierung mythisch übersteigern und für einen Angriff auf die Lebensgrundlagen der Menschheit halten. Er folgt eher der sogenannten „transformationalist thesis"

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