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Gestaltung von Lerninfrastrukturen für selbstgesteuertes Lernen im Betrieb
 

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Gestaltung von Lerninfrastrukturen für selbstgesteuertes Lernen im Betrieb

 

12,90€

(Preis inkl. Mwst. )

Autor(en): Roland Geldermann, Sabine Bescherer, Eva Hörwick,
Verlag: Bertelsmann, W. Verlag
Version: 1. Auflage, 2007
Umfang: 44 Seiten
Format: PDF: 1,3MB
ISBN: 3763934626
Bestell-Nr.: 76393462P
Artikeltyp: E-Book
 

Der Leitfaden unterstützt Bildungsanbieter, Trainer und Personalentwickler bei der Schaffung einer effektiven Lernumgebung, in der selbstgesteuertes Lernen für Mitarbeiter erfolgreich wird. Die Bandbreite der Formen decken die Autoren exemplarisch ab, in dem sie das Vorgehen beim individuellen mediengestützten Lernen, beim Projektlernen in betrieblichen Gruppen und beim Erfahrungsaustausch in überbetrieblichen Gruppen beschreiben. 

In diesem Leitfaden richten die Autoren das Augenmerk auf die Vermeidung von Störungen, die den Lernerfolg einschränken. Wie achtet man auf eine ausreichende Information über den Aufwand und die Inhalte des Bildungsangebots? Was kennzeichnet eine effektive Lernstruktur, einschließlich der benötigten Materialien und Ressourcen? Wer ist der geeignete Ansprechpartner, der bei Lern- und Verständnisproblemen helfen kann? Ist ausreichende Unterstützung durch Vorgesetzten und nächsten Kollegen gewährleistet? Und wie wird der Lernererfolg nicht nur abschließend bewusst gemacht und dokumentiert?

Der Autor

Sabine Bescherer arbeitet ist wissenschaftliche Mitarbeiterin des Forschungsinstituts Betriebliche Bildung (f-bb). Roland Geldermann und Eva Hörwick sind beide Mitarbeiter des Forschungsinstituts Betriebliche Bildung (fbb) sowie der Beruflichen Fortbildu




Leseprobe:

Projektlernen in betrieblichen Lerngruppen (S. 7-11)

Diese Lernform soll anhand des Trainingskonzepts, das unter dem Projektnamen AQUA in zahlreichen Unternehmen eingesetzt wurde, erläutert werden. Dabei geht es nicht um eine Eins-zu-eins-Umsetzung des Konzepts, das in dieser Leitfadenreihe (Nr. 9) ausführlich beschrieben worden ist. Die Empfehlungen, die hier gegeben werden, sind allgemeinerer Art und lassen sich auch für die lernförderliche Gestaltung von Arbeitsgruppen oder KVP-Gruppen im Betrieb nutzen.

Die Darstellung soll Trainerinnen und Trainern Mut machen, sich auch für die Unterstützung und Begleitung von informellen Lernprozessen im Betrieb anzubieten und zu profilieren. Bei AQUA handelt sich um ein Inhouse-Training für Gruppen von ca. acht bis zehn Personen, das sich an die Prinzipien des Action Learning anlehnt. Im Mittelpunkt steht ein praktisches betriebliches Problem, das in Form eines Projekts von der Gruppe bearbeitet wird. Lernen findet dabei wesentlich als Lernen voneinander statt.

Die Gruppenmitglieder sind selbst die Experten, die vom Wissen der anderen profitieren, gemeinsam Lösungen erarbeiten und dadurch individuelle Lernfortschritte erzielen. Lernen auf der methodischen Ebene tritt hinzu: In einer Reihe von Review- Workshops werden die gewählten Vorgehensweisen und Arbeitsschritte mit Unterstützung eines Trainers/einer Trainerin systematisch ref lektiert. Dieser ist inhaltlich für das Thema Lernen und Wissensweitergabe zuständig, während die Teilnehmenden für die fachlichen Inhalte zuständig sind, für die sie auch weitere Wissensquellen erschließen oder Experten zuziehen.

Das Konzept verknüpft verschiedene Lernformen und Medien, ohne dass Präsenzlernen im Sinne des „Seminars" stattfindet. Ein Gerüst von fünf bis sechs Workshops, die vom externen Trainer moderiert werden, im Abstand von einigen Wochen bildet den Rahmen. Diese dienen der Strukturierung und der methodischen Ref lexion und sind Schnittstelle zu unterstützendem fachlichem Input. Da die auftretenden Lern- und Informationsbedarfe kaum vorhersehbar sind und ohne große Verzögerung bearbeitet werden sollten, ist ein ergänzendes Angebot von eLearning-Bausteinen das die Teilnehmenden zeitlich f lexibel nutzen können, vorgesehen.

Trainings, die in betrieblichen Lerngruppen stattfinden, sind vielen störenden Einflüssen ausgesetzt: Unzureichende Information im Vorfeld: Die Teilnehmenden werden abgeordnet und wissen nicht, was sie erwartet bzw. was von ihnen erwartet wird. Zeitliche Koordination: Gruppentreffen scheitern oder werden schlecht besucht, weil das Tagesgeschäft vorgeht und Mitglieder nicht abkömmlich sind. Die Gruppen haben keinen „Draht" zu Entscheidern und wissen nicht, ob das, was sie erarbeiten, für die Firma relevant ist. Kollegen sind misstrauisch und vermuten geheime Rationalisierungsvorhaben. Notwendige Informationen sind nicht zugänglich.

Erfahrungsaustausch in überbetrieblichen Lerngruppen

Selbstgesteuertes Lernen an einer betrieblichen Projektaufgabe ist auch für Einzelpersonen im jeweils eigenen Betrieb möglich. Zu Strukturierung, Wissensvermittlung und zum Erfahrungsaustausch werden ergänzende Präsenzphasen in der Bildungseinrichtung angeboten, die zwischen den teilnehmenden Betrieben synchronisiert werden müssen. Während in der betrieblichen Lerngruppe das Projekt den gemeinsamen Inhalt bildet, um den es in erster Linie geht und für dessen Bearbeitung Informationen und Wissensquellen erschlossen werden, ist das gemeinsame Thema der überbetrieblichen Lerngruppe ein fachlicher Wissensbestand wie Arbeitstechniken, Projektmanagement usw., der entweder in Präsenz- oder eLearningeinheiten erarbeitet und in den verschiedenen, sich an die betrieblichen Erfordernisse anlehnenden Projekten umgesetzt wird.

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