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Generationenmanagement in Unternehmen
 

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Generationenmanagement in Unternehmen

 
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(Preis inkl. Mwst. )

Autor(en): Jutta Oertel
Verlag: Gabler Verlag
Version: 1. Auflage, 2008
Umfang: 450 Seiten
Format: PDF: 2,38MB
ISBN: 3835009672
Bestell-Nr.: 83505525P
Artikeltyp: E-Book
 

Der demografische Wandel führt zu einer Verschiebung der Altersstrukturen in der deutschen Erwerbsbevölkerung. Inzwischen überwiegt der Anteil älterer Arbeitnehmergruppen und bis zu sechs Generationen bringen ihre unterschiedlichen Sichtweisen und Bedürfnisse mit an den Arbeitsplatz. Die Sicherung der Leistungs- und Innovationsfähigkeit von Unternehmen hängt entscheidend vom optimalen Einsatz dieser altersdiversen Belegschaft ab. 

Jutta Oertel untersucht, wie Unternehmen den Umgang mit diesen Generationenstrukturen und -beziehungen optimal gestalten können. Anhand einer theoretischen Analyse und einer empirischen Studie entwickelt sie ein Generationenmodell als Anknüpfungspunkt für die wirtschaftswissenschaftliche und die interdisziplinäre Generationenforschung. Darüber hinaus erarbeitet die Autorin einen branchenübergreifenden, anwendungsorientierten Katalog von Problemlösungen für die Unternehmenspraxis.




Leseprobe:

B GRUNDLAGEN UND ANSÄTZE DER GENERATIONENFORSCHUNG (S. 24)

Im Anschluss an die semantische Analyse sollen nun anhand einer dimensionalen Analyse die relevanten Charakteristika von Generationen im Betriebsleben aufgedeckt und der Frage nachgegangen werden, wie diese generationstypischen Charakteristika entstehen und zu beeinflussen sind. Dazu liefern die amerikanischen Forschungsergebnisse im Bereich Generationenmanagement einen ersten heuristischen Modellansatz, der jedoch einige gravierende Schwachpunkte vor allem in der Fundierung der Wirkungsbeziehungen aufweist. Diesen gilt es zu untermauern und auf deutsche Verhältnisse zu übertragen.

Die Befunde der Forschung zum Thema Generationen am Arbeitsplatz sind in der deutschsprachigen Literatur dünn gesät und finden sich meist als Randergebnisse anderer Forschungsschwerpunkte. Genetik und Soziologie stellen sich zum Beispiel die Frage, in wie weit Eigenschaften ererbt und/oder erlernt sind. Die Verhaltenswissenschaften beschäftigen sich mit positiven wie negativen Beziehungen und Transfers in der Familie zwischen heute bis zu sechs verschiedenen Generationen. Die psychologische Forschung liefert ebenfalls eine Vielzahl von Beiträgen, die insbesondere das Thema „Generationenkonflikt" behandeln.

Mit diesem Thema setzten sich vorwiegend in der Zeit nach den 68er Unruhen sehr viele Autoren unter den verschiedensten wissenschaftlichen Blickwinkeln auseinander. Unter anderem die Beziehungen zwischen den Generationen auf der Makroebene sind Gegenstand der empirischen Forschung. Diese bewegen sich zwischen dem Solidaritätsgedanken und dem negativen Altersstereotyp, das den Kampf der Generationen postuliert. Die gerontologische Generationenforschung betrachtet die verschiedensten Aspekte des Alterns und bezieht unter anderem medizinische und psychologische Befunde ein.

Sie gewinnt zunehmend an Gewicht. Solche Erkenntnisse finden auch in den Wirtschaftswissenschaften Anwendung, wenn es zum Beispiel um Arbeitsergonomie, Weiterbildung oder Übergangsregelungen in den Ruhestand geht. Dieses facettenreiche Bild wird um weitere Aspekte aus anderen Wissensgebieten, wie zum Beispiel der Anthropologie, Ethnologie etc., noch erweitert.

Die internationalen und interdisziplinäre Generationenforschung liefert also ein vielfältiges und theoretisch und empirisch weitgehend wohlfundiertes Bild, das es auf das Generationenverhalten am Arbeitsplatz zu fokussieren gilt, ohne relevante Aspekte aus den Augen zu verlieren. Im folgenden Hauptkapitel geht es also darum, ein allgemeines theoretisches Gerüst mit betriebswirtschaftlichem Bezug zu entwickeln, das den vielfältigen Forschungsergebnissen zur Generationenproblematik einen Rahmen verleiht.

Im ersten Schritt werden dazu die amerikanischen Ansätze zum Generationenverhalten und Generationenmanagement vorgestellt und kritisch hinterfragt. Diese Ansätze müssen anhand von Erkenntnissen der soziologischen und verhaltenswissenschaftlichen Forschung überprüft und entwickelt werden. Im Einzelnen geschieht das für den soziologischen Bereich zunächst mit Hilfe eines historischen Abrisses. Die für die Generationenforschung im Betriebsleben relevanten Konzepte, wie die formalsoziologische Analyse des Generationenproblems, die Sozialisationstheorie, die Rollentheorie, das Lebenslaufkonzept und der Kohortenansatz als Forschungsmethode, werden anschließend weiter vertieft.

Die so gewonnenen Hinweise bezüglich Eigenschaften und Verhalten von Generationen werden im Rahmen der Persönlichkeitsforschung, der Wertetheorie und verhaltenswissenschaftlicher Erkenntnisse, vor allem aus der Motivations- und Konflikttheorie, genauer analysiert. Über eine kritische Würdigung der dargestellten Erkenntnisse werden dann die Kernelemente eines Generationenmodells herausgefiltert, systematisiert und gewichtet.

I Erste Ansätze des Generationenmanagements

1 Amerikanische Generationsidealtypen und ihre Beziehungen


Der so genannte Generationenkonflikt zwischen Eltern und Kindern als pubertäres Phänomen ist nicht neu und wurde insbesondere aus psychologischer und sozialpädagogischer Sicht bereits gründlich analysiert. Des Weiteren sind Studien zum Thema Konflikte zwischen der jungen nachrückenden und erwachsenen etablierten Gesellschaftsgeneration nicht nur auf familiärer, sondern auch auf der Ebene der Gesamtgesellschaft traditionell Gegenstand der empirischen Sozialforschung. Die theoretische Forschung auf diesem Gebiet hat ebenfalls eine lange Tradition. Generationen am Arbeitsplatz stehen erst seit kurzer Zeit im Blickfeld der betriebswirtschaftlichen Forschung.

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