Generalisierte Angststörung - Ein Therapieprogramm
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(Preis inkl. Mwst. )
| Autor(en): | Eni Becker, Jürgen Margraf |
| Verlag: | Beltz PVU |
| Version: | 1. Auflage, 2002 |
| Umfang: | 198 Seiten |
| Format: | PDF: 3,1MB |
| ISBN: | 3621274952 |
| Bestell-Nr.: | 62127495P |
| Artikeltyp: | E-Book |
Wir alle werden zu Zeiten von Sorgen und Ängsten geplagt. Bei manchen Menschen beherrschen Sorgen und Ängste das Leben jedoch derart, dass kein Raum für anderes bleibt. Diese Menschen sind buchstäblich krank vor Sorgen. Eine Therapie kann ihnen helfen, ihren Ängsten nicht länger hilflos ausgeliefert zu sein.
Das vorliegende Buch stellt ein erfolgreiches Therapieprogramm für das so genannte Generalisierte Angstsyndrom vor und vermittelt Hintergrundwissen zu dieser bislang wenig beachteten Störung. Die Behandlung besteht aus den drei Komponenten angewandte Entspannung, Sorgenkontrolle und Konfrontationsübungen, mit denen Betroffenen wirksam und dauerhaft geholfen werden kann. Zahlreiche Beispiele, ausführlich beschriebene Therapiebausteine und viele Arbeitsmaterialien erleichtern dem Praktiker die konkrete Umsetzung.
Leseprobe:
2 Erscheinungsbild der Generalisierten Angststörung (S. 5-6)
2.1 Ängste und Sorgen
Ein Patient mit einer Generalisierten Angststörung, der aufgrund von Beschwerden seinen Arzt aufsucht, erwähnt häufig weder Ängste noch Sorgen, obwohl sie doch die typischen Merkmale dieser Störung sind.Vielmehr klagt er über Schlafstörungen, ständigeAnspannung oder Nervosität.Der Arzt geht zunächst von einer Überlastung aus und verschreibt oft Medikamente, um über die vermeintlich vorübergehende, schwierige Phase hinwegzuhelfen. Die Beschwerden verringern sich jedoch im Allgemeinen trotz der Medikamente nicht dauerhaft.
Die Generalisierte Angststörung (GAS) ist eine chronische Erkrankung, die schwer zu behandeln und auch nicht leicht zu erkennen ist. Oft kommen die Betroffenen erst nach einigen Jahren des Leidens zu einem Psychotherapeuten, weil ihre Probleme vorher nicht richtig erkannt wurden.
Angst als ständiger Begleiter
Patienten mit einer Generalisierten Angststörung leiden unter chronischer, anhaltender Angst, so dass sie sich permanent angespannt und nervös fühlen. In Phasen starker Beanspruchung kann dieAngst zunehmen.Aber – paradoxerweise – auch in Phasen der Ruhe, denn es bleibt mehr Zeit zum Nachdenken, Grübeln und sich zu Sorgen. Allerdings wird die Angst nie so stark, dass von Panikanfällen die Rede sein könnte. Die Patienten verlieren also nie die Kontrolle oder geraten in Todesangst. Die Ängste scheinen nicht durch bestimmte Stressoren oder Situationen ausgelöst zu werden und wurden daher früher auch als „frei flottierend" bezeichnet. Diese Bezeichnung ist jedoch irreführend, denn es gibt in der Regel eine ganze Reihe von Reizen, die Ängste auslösen: etwa Telefonate, Nachrichten, das Geräusch von Sirenen oder auch – fatalerweise – die Sorgen an sich. Allerdings sind diese Auslöser oft verdeckt und nur bei geduldigem Nachfragen und guter Selbstbeobachtung der Patienten zu entdecken.
Sorgen stehen im Mittelpunkt
Betroffene Patienten klagen darüber, dass sie sich ständig sorgen. Diese Sorgen beziehen sich auf verschiedene Lebensbereiche: Oft drehen sie sich um persön liche Beziehungen, die Arbeit oder auch finanzielle Angelegenheiten. Somit unterscheiden sie sich inhaltlich kaum von den Sorgen, die jeder von uns kennt – doch Angstpatienten verbringen deutlich mehr Zeit mit ihnen. Studien zeigen, dass sich Betroffene fast zehn Stunden am Tag mit ihren Sorgen beschäftigen (Hoyer et al., 2001), was auf einen Kontrollverlust hindeutet.
Was versteht man unter „Sorgen"?
Die erste Definition des Begriffs „Sorgen" (englisch „worries") stammt von Borkovec et al. (1983, S.10). Sie definierten Sorgen als „eine Kette von Gedanken und Vorstellungen, mit negativemAffekt einhergehend und relativ unkontrollierbar. Der Sorgenprozess repräsentiert den Versuch einer mentalen Problemlösung, deren Ausgang unsicher ist, aber die Möglichkeit eines negativen Ausganges beinhaltet" (von den Autoren übersetzt). Es folgten weitere Definitionsversuche.
So beschrieb Mathews (1990, S. 456–457) Sorgen als „einen speziellen Zustand des kognitiven Systems, darauf ausgerichtet, mögliche zukünftige Gefahr zu antizipieren. Eventuelle aversive Ereignisse und Ausgänge werden durchgespielt, während gleichzeitig versucht wird, sie zu vermeiden [...]. [Somit] ähneln [Sorgen] in manchen Aspekten dem Problemlösen. Allerdings wird die mögliche Gefahr, statt zu befriedigenden Ergebnissen zu gelangen, immer wieder [gedanklich] durchgespielt, ohne dass eine Lösung gefunden wird" (von den Autoren übersetzt).
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