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Finanzierung und Investition
 

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Finanzierung und Investition

 
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Autor(en): Lutz Kruschwitz
Verlag: Oldenbourg Wissenschaftsverlag GmbH
Version: 5. Auflage, 2007
Umfang: 529 Seiten
Format: PDF: 6,16MB
ISBN: 3486585266
Bestell-Nr.: 48658526P
Artikeltyp: E-Book
 

Die Leser des Lehrwerkes werden mit den neoklassischen Grundlagen der Finanzierungstheorie vertraut gemacht.

Das Werk wendet sich an Studenten der Betriebs- und Volkswirtschaftslehre mit abgeschlossenem Grundstudium. Die Leser des Lehrwerkes werden mit den neoklassischen Grundlagen der Finanzierungstheorie vertraut gemacht.Die wichtigsten Resultate der modernen Finanztheorie lassen sich aus sehr wenigen nutzentheoretischen Axiomen und ebenfalls nur wenigen idealisierenden Annahmen über die Funktionsweise von Märkten ableiten. Der Autor entwickelt dieser Tatsache Rechnung tragend ein für die Studierenden sehr verständliches Lehrwerk.

In der 5. Auflage ist ein neues Kapitel hinzugefügt worden, das sich dem Thema Zinsrisiken widmet.Das Werk wendet sich an Studenten der Betriebs- und Volkswirtschaftslehre mit abgeschlossenem Grundstudium.




Leseprobe:

7 Theorie der Kapitalstruktur (S. 241-243)

Im Jahre 1958 publizierten Franco Modigliani und Merton H. Miller in der Zeitschrift ‘American Economic Review’ einen Aufsatz über "Kapitalkosten, Unternehmensfinanzierung und Investitionstheorie", mit dem sie eine fruchtbare Diskussion in Gang brachten und die Finanzierungstheorie grundlegend und nachhaltig beeinflussten. Die Thesen, die sie in dem inzwischen tausendfach zitierten Artikel aufstellten und bewiesen, beherrschten die Diskussion über viele Jahre, weil sie von zahlreichen Autoren als Herausforderung begriffen wurden und zu Widerspruch reizten. Die zentrale Behauptung lautete: Die Art der Finanzierung eines Unternehmens ist für den Erfolg eines Unternehmens ebenso wichtig wie das fünfte Rad am Wagen. Jedenfalls könne man durch eine Veränderung des Verhältnisses von Fremd– zu Eigenkapital weder den Marktwert des Unternehmens noch die durchschnittlichen Kapitalkosten beeinflussen. Um das Gewicht der Aussage von Modigliani und Miller zu erfassen, mache man sich klar, welche Funktionen Manager besitzen. Nach landläufiger Vorstellung ist es die Aufgabe von Marketingmanagern, die Marketinginstrumente (Preis–, Produkt–, Kommunikations– und Distributionspolitik) so einzusetzen, dass die Gewinne des Unternehmens nachhaltig maximiert werden. Entsprechend sollen Produktionsmanager dafür sorgen, dass Standorte und Layoutsysteme, Qualitäten, personelle Ressourcen, Losgrößen, Fertigungsabläufe und Lagerhaltungssysteme in einer Weise ausgewählt werden, die das Streben nach Gewinn beziehungsweise die Minimierung der Kosten eines Unternehmens günstig beeinflussen. Ganz analog dazu müssen Personalmanager sich darum kümmern, die Auswahl und Entwicklung der Mitarbeiter eines Unternehmens, die Schaffung von Arbeitsbedingungen einschließlich der Gestaltung von Lohn– und Anreizsystemen in einer Weise zu bewirken, die nicht nur sozial, sondern auch ökonomisch effizient ist.

Bleibt man diesem Schema treu, so sollte es die Aufgabe der Finanzmanager sein, finanzwirtschaftliche Instrumente und Prozesse so auszuwählen und zu gestalten, dass dem Gewinnziel des Unternehmens in bestmöglicher Weise gedient wird. Eines der zentralen Themen in diesem Zusammenhang, sozusagen das Königsproblem der betrieblichen Finanzwirtschaft, ist das Verhältnis von Fremd– zu Eigenkapital, also die Bestimmung des günstigsten Verschuldungsgrades. Man könnte von den Finanzmanagern verlangen, ihren Beitrag zur Erreichung des Gewinnziels in der Weise zu leisten, dass sie die für Investitionen erforderlichen Finanzmittel zu möglichst niedrigen Kapitalkosten bereitstellen. Genau hier jedoch lässt sich nichts optimieren, jedenfalls dann nicht, wenn man den Ergebnissen von Modigliani und Miller folgt. Die Finanzmanager können also fünf gerade sein lassen und bei der nächsten Vorstandssitzung auf den Marketing–, Produktions– und Personalmanagern herumhacken, die für das Unternehmensergebnis wirklich verantwortlich sind. Das natürlich nur so lange, bis die Personalmanager auf die Idee kommen, dass man die überflüssigen Finanzmanager ebenso gut entlassen kann.

Modigliani und Miller standen – und stehen – mit ihren Ergebnissen im krassen Widerspruch zu dem, was man intuitiv für richtig hält, wenn man über die Finanzierungspolitik eines Unternehmens nachdenkt. üblicherweise argumentiert man nämlich, dass ein niedriger Verschuldungsgrad teuer sei, weil man auf den Einsatz billigen Fremdkapitals verzichtet. Fremdkapital ist (zunächst) billiger als Eigenkapital, weil es mit Vorrang bedient wird und Ausfallrisiken daher gegenüber einer Eigentümerposition klein sind.



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