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Ergonomie interaktiver Lernmedien: Kriterien und Entwicklungsprozesse für E-Learning-Systeme
 

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Ergonomie interaktiver Lernmedien: Kriterien und Entwicklungsprozesse für E-Learning-Systeme

 
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Buchausgabe: 29,80€
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(Preis inkl. Mwst. )

Autor(en): Roland Hartwig
Verlag: Oldenbourg Wissenschaftsverlag GmbH
Version: 1. Auflage, 2007
Umfang: 254 Seiten
Format: PDF: 3,3MB
ISBN: 3486584685
Bestell-Nr.: 48658468P
Artikeltyp: E-Book
 

Aufbauend auf den Grundlagen der anderen Bücher dieser Reihe, liefert dieser Band die theoretischen, methodischen und praktischen Grundlagen der Software-Ergonomie im Bereich der elektronischen Lehr- und Lernsysteme. Der Bereich E-Learning ist ein relativ junger Anwendungsbereich für Qualitätssicherungsmaßnahmen und prozessorientiertes Vorgehen. Das computerunterstützte Lehren und Lernen weist wertvolle Potenziale für die Zukunft des Lebenslangen Lernens auf, die nicht an mangelnder Gebrauchstauglichkeit scheitern dürfen.

Im Buch werden mit dem Ziel einer ganzheitlichen Sicht zunächst Historie und Qualitätsansprüche der beteiligten Fachdisziplinen Ergonomie, Software-Engineering, Didaktik und Design auf das Thema fokussiert dargestellt. Anschließend wird ein umfassendes Qualitätsgebäude aus Anforderungen, Kriterien und Prozessen erläutert. Der Anspruch der Ganzheitlichkeit und Nachhaltigkeit wird dabei auch durch Schaffung gemeinsamer Begrifflichkeiten über die beteiligten Disziplinen hinweg, unter Berücksichtigung der bereits bestehenden Konventionen, unterstützt.




Leseprobe:

3 Software-Engineering (S. 27)

Nachdem in den bisherigen Abschnitten das Qualitätsziel Gebrauchstauglichkeit und seine Herkunft beleuchtet wurden, muss es einen definierten, nachvollziehbaren und wiederholbaren Weg zur Erreichung dieser Qualität geben. Im Falle interaktiver, computergestützter Systeme ist dafür die "Softwaretechnik" bzw. das "Software-Engineering" zuständig:

"Software-Technik: Zielorientierte Bereitstellung und systematische Verwendung von Prinzipien, Methoden, Konzepten, Notationen und Werkzeugen für die arbeitsteilige, ingenieurmäßige Entwicklung und Anwendung von umfangreichen Software-Systemen"

(Balzert, 2000, S. 36)

Dazu ist anzumerken, dass seit Mitte der 60er-Jahre von einer "Software-Krise" (vgl. Shapiro, 1997) gesprochen wird. Kritisiert wird dabei, dass Software-Erstellung oft noch zu sehr als "Kunst" mit entsprechend chaotischen und/oder kreativen Prozessen bewältigt würde. Sie sei deshalb oft wirtschaftlich untragbar und die Qualität des Endergebnisses sei mehr oder weniger dem Zufall zu überlassen. Stattdessen müssten Modelle bereitgestellt werden, wie diese Herstellungsprojekte ablaufen sollen, welche Kompetenzen in welcher Weise eingebunden werden und wann und wie Teilergebnisse dokumentiert werden.

Und natürlich müssten diese Modelle dann auch diszipliniert befolgt werden (Chang, 1994). Ob und wie weit dies heute noch aktuell ist, kann an dieser Stelle nicht beantwortet werden. Doch diese Krise ist ein Hinweis auf die besondere Situation bei der Software-Entwicklung. Denn gegenüber den bis dahin bekannten und eingesetzten Ingenieurmethoden zur Planung und Herstellung von anderen Produkten weist Software einige Besonderheiten auf:

1. Software ist immateriell, d.h. sie wird nicht selbst zum Gegenstand eines sich wiederholenden Herstellungsprozesses. Lediglich die Distributionsmedien werden noch reproduziert, wohingegen eine einmal fertiggestellte Software nicht noch einmal hergestellt werden muss. Viele etablierte Qualitätssicherungsmethoden konzentrieren sich auf Abweichungen in der Reproduktion.

2. Software verschleißt nicht. Einmal erzeugte Softwareprodukte sind über die Dauer ihrer Nutzung ohne weitere Abnutzung stabil, wohingegen andere gegenständliche Produkte durch die Nutzung oft verändert werden.

3. Software ist leichter anpassbar. Im Gegensatz zu mechanisch fixierten Gegenständen kann Software, zumindest theoretisch, oft einfacher angepasst werden. Für die Softwaretechnik haben sich so neue Qualitätsmerkmale etabliert, die hier nur kurz aufgezählt werden.

Dabei wird der Bezug zu den Faktoren der Gebrauchstauglichkeit hergestellt:

Korrektheit
Ein wesentliches und notwendiges Qualitätsmerkmal eines Systems ist die Übereinstimmung seiner Ergebnisse mit den im Kontext richtigen Ergebnissen. Eine Buchhaltungsanwendung, die nicht korrekt rechnet, ist per se unbrauchbar, unabhängig davon, ob die anderen Merkmale erreicht werden. Dieser Korrektheitsbegriff geht in der Usability in die "Effektivit¨at" ein, denn ein fehlerhaftes Systemergebnis verhindert die vollständige Abarbeitung einer Aufgabe.

Dieser Anspruch der Korrektheit ist in komplexen Systemen nur schwer nachzuweisen. Verifikationsmethoden decken in der Praxis nur einen Teil der möglichen Fälle ab. Man geht davon aus, dass ca. 10% Fehler schlussendlich im System verbleiben. Das Merkmal der Prüfbarkeit beschreibt dabei, wie gut eine solche Verifikation bei dem betrachteten System möglich ist.

Effizienz
Im Unterschied zur Definition von Effizienz im Zusammenhang der Usability ist hier der gesamte Aufwand bei der Nutzung des Systems gemeint und nicht nur auf der Nutzerseite.

Robustheit
Ziel ist eine Reaktion des Systems angesichts potentieller fehlerhafter Kommunikation mit dem System (bspw. Benutzereingaben), die ein Weiterarbeiten ermöglicht.



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