Erfolgreiche M&A-Transaktionen in der europäischen Bankenindustrie
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(Preis inkl. Mwst. )
| Autor(en): | Jörg Mußhoff |
| Verlag: | DUV Deutscher Universitäts-Verlag |
| Version: | 1. Auflage, 2008 |
| Umfang: | 530 Seiten |
| Format: | PDF: 2,17MB |
| ISBN: | 3835008722 |
| Bestell-Nr.: | 83505478P |
| Artikeltyp: | E-Book |
Leseprobe:
1 Einleitung (S. 1)
„European banks look ripe for consolidation." Morgan Stanley und Mercer Oliver Wyman (2005), S. 1
1.1 Motivation und Ziele der Arbeit
Seit den 90er Jahren ist es zu einer enormen Zunahme von M&,A-Transaktionen und einer entsprechenden Konsolidierung des gesamten europäischen Bankensektors gekommen. Veränderte Rahmenbedingungen im politischen, wirtschaftlichen und technologischen Umfeld der Banken bildeten bereits ab Mitte der 80er Jahre die Grundlage für diesen Konsolidierungsprozess. Im Vorfeld der europäischen Währungsunion und nicht zuletzt getrieben durch den Boom an den Kapitalmärkten in den Jahren 1998 bis 2000 beschleunigte sich dieser Prozess weiter.
Allein im Zeitraum von 1997 bis 2003 verringerte sich auf Grund dieser Entwicklung die Anzahl der Kreditinstitute deutlich um 23% oder beinahe 2.200 auf nunmehr knapp 7.500 Kreditinstitute. Gleichzeitig kam es im selben Zeitraum nahezu zu einer Verdoppelung der durchschnittlichen Bankgröße. Auch nach dem Zusammenbruch der Kapitalmärkte in den Jahren 2001 und 2002 ist dieser rasante Konsolidierungstrend des europäischen Bankensektors ungebrochen: Von 2001 bis 2004 waren die Transaktionsvolumina zwar deutlich niedriger als zu Boomzeiten, sie lagen jedoch nach wie vor deutlich über dem Niveau der frühen 90er Jahre.
„European banks look ripe for consolidation." – dieses Zitat beschreibt die Erwartungen vieler Kapitalmarktteilnehmer bezüglich der weiteren Entwicklung. In den jüngsten Transaktionen, wie z.B. der Übernahme von Abbey National durch Santander Central Hispano (SCH) oder der Hypovereinsbank (HVB) durch UniCredit, sehen sie erst den Beginn einer wesentlich weiter gehenden paneuropäischen Konsolidierung des Bankensektors, nachdem der Fokus der bisherigen Konsolidierungsschritte überwiegend innerhalb nationaler Grenzen lag und grenzüberschreitende Transaktionen erst jüngst zunehmend zu beobachten sind.
Die Gründe für diese erwartete Fortsetzung und Vertiefung des Konsolidierungsprozesses in Europa sind vielfältig: Eine bereits weit fortgeschrittene Konsolidierung der nationalen Bankenmärkte, eine zunehmende Konvergenz innerhalb Europas verbunden mit einem Rückgang regulatorischer, gesetzlicher und politischer Hemmnisse, der Einfluss von Basel II, hohe mögliche Synergien z.B. im IT-Bereich und die hohe Liquidität einer Vielzahl von sehr profitablen Marktteilnehmern können beispielhaft für die Vielzahl der Treiber dieses Prozesses genannt werden.
Die bisherigen Ergebnisse der erfolgsbezogenen M&,A-Forschung konfrontieren vor dem Hintergrund dieser dynamischen Entwicklung der M&,A-Transaktionen und der erwarteten Fortsetzung und Beschleunigung des Konsolidierungsprozesses jedoch mit einem Paradoxon: M&,A-Transaktionen scheinen (auf Basis der relativ umfangreichen Forschungsergebnisse aus den USA) bei Betrachtung der Gesamttransaktion keinen Wert zu schaffen.
Bei einer reinen Analyse aus Sicht der Käuferbank ergibt sich im Rahmen der entsprechenden Arbeiten zumeist sogar ein signifikant negativer Effekt. Gestützt werden die Ergebnisse dieser kapitalmarktorientierten Arbeiten von US-Studien, die die operativen Verbesserungen infolge von M&,A-Transaktionen messen, und zumeist ebenfalls keine signifikanten Performanceverbesserungen feststellen.
Im Gegensatz zu der bereits relativ umfangreichen wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der Thematik der Wertschaffung von Bankentransaktionen in den USA gibt es bisher nur wenige empirische Arbeiten hierzu für Europa – trotz der beschriebenen Dynamik und der auch volkswirtschaftlich hohen Relevanz der Konsolidierung des europäischen Bankensektors: Insgesamt beschäftigen sich nur fünf Studien mit der Betrachtung der Kapitalmarktreaktion nach entsprechenden Transaktionen.
Auf Basis dieser Studien scheinen europäische Transaktionen im Gegensatz zu den USA bei Betrachtung der Gesamttransaktion zwar Wert zu schaffen, die Käuferbanken erfahren im Rahmen der betrachteten Transaktionen aber zumeist keine ökonomisch signifikante Wertschaffung.
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