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Autor(en): Herbert Gölzner
Verlag: DUV Deutscher Universitäts-Verlag
Version: 1. Auflage, 2006
Umfang: 356 Seiten
Format: PDF: 11,43MB
ISBN: 3824407523
Bestell-Nr.: 83509000P
Artikeltyp: E-Book
 

Wie kann die Führung von Mitarbeitern zum Erfolg eines Unternehmens beitragen? Einzelmaßnahmen zur Förderung einer besseren Arbeitsleistung verfehlen oft ihre erhoffte Wirkung, weil sie die relevanten Einflussfaktoren und deren Wirkungszusammenhänge nicht erfassen.Führungskräfte sehen oft ihre Hauptaufgabe darin, ihre Mitarbeiter zielgerichtet zu beeinflussen und zu motivieren. Diese Sichtweise greift zu kurz. Andere bedeutende Einflussfaktoren für die Optimierung der Arbeitsleistung wie beispielsweise Technologie, Umweltgruppen, Organisationsstruktur und Selbstmanagement bleiben unberücksichtigt. Leistung wird in Unternehmen dadurch häufig systematisch verhindert. Aufbauend auf der Frage "Was ist Leistung?" zeigt Herbert Gölzner die sechs zentralen Einflussfaktoren der Mitarbeiterführung sowie deren Ansatzpunkte zur Erhöhung der Arbeitsleistung in Unternehmen. Die Umsetzung des Systemisch-integrativen Führungsmodells innerhalb eines Unternehmens stellt er ausführlich am Beispiel der Firma Carbo Tech Composites GmbH (Salzburg) dar.


Leseprobe:

Die Entwicklimg des Systemisch-integrativen Führungsmodells (S. 1)

Wissenschafllicher Ansatz

Diese Arbeit stützt sich in ihrer grundsätzlichen Betrachtungsweise und ihrem Gliederungsaufbau auf den sozialwissenschaftlichen Strang der Systemtheorie. Bei der sozialwissenschaftlichen Systemtheorie handelt es sich nicht um ein einheitliches Theoriegebilde, sondern es werden darin verschiedene Strömungen zusammengefasst. Beim Aufbau dieser Arbeit wird auf den kybernetisch-systemtheoretischen Ansatz von Niklas Luhmann Bezug genommen.

Ein wesentlicher Ansatzpunkt der Systemtheorie ist die Reduktion von Komplexität. Um Komplexität zu reduzieren, werden Systeme eingeführt. Aufgabe eines Systems ist es, Komplexitätsgefalle zu stabilisieren. „Die Umwelt eines jeden Systems ist, wie immer man Komplexität operationalisiert, weitaus komplexer als das System selbst. Zwischen Umwelt und System besteht ein Komplexitätsgefälle.

Entsprechend hat jede Relation zwischen System und Umwelt einen doppelten Komplexitätsbezug. Sie verknüpft ausgewählte Elemente der Umwelt mit ausgewählten Elementen des Systems und trägt so ein zweifaches Selektionsrisiko, sie mag Gefahren oder Chancen in der Umwelt verkennen und mag im System die richtigen Stellen oder Ressourcen nicht finden" (Luhmann, 1980, S. 1067).

Aufgrund einer Unterscheidung zwischen System und Umwelt wird eine so genannte „funktionale Differenzierung" durchgeführt (Fuchs, 1993). Ein System unterscheidet zwischen innen und außen, wodurch eine System-Umwelt- Differenz eingeführt wird. Das Ausgangssystem fungiert als Umwelt des Subsystems. System und Umwelt komplettieren sich wiederum zum Ausgangssystem. Je nachdem, worauf sich die Referenz richtet, sind Subsysteme, die aus Kommunikation bestehen, verschieden. Es gibt keinen Weg, die gültige und wahre Einheit eines Systems und der Subsysteme zu definieren.

„Als System lasst sich danach alles bezeichnen, worauf man die Unterscheidung von innen und außen anwenden kann, denn in dem Malie, als eine Ordnung sich ausprägt und verdichtet, müssen unterscheidende Grenzen gezogen werden, und andererseits setzt die Erhaltung der Grenzen eine darauf abzielende innere Ordnung voraus" (Luhmann, 1964, S. 24). An dieser Stelle wird auch der Begriff der Autopoiese von Bedeutung. Autopoiese bedeutet wortlich soviel wie Selbstherstellung.

Bei der Autopoiese geht es darum, dass „die Einheit des Systems und mit ihr alle Elemente, aus denen das System bestehen, durch das System selbst produziert werden" (Luhmann, 1990, S. 30). Autopoiese sagt jedoch nicht, dass das System allein aus sich heraus, nur aus eigener Kraft, ohne jeden Beitrag aus der Umweh existiert und keine Beziehungen zu dieser bestehen.

Allerdings liefert die Umwelt die Reize, die die Elemente des Systems in Schwingungen versetzen. Diese Schwingungen stellen dann die Grundlage für die Selbstreproduktion des Systems dar, nicht die Reize, von denen die Schwingungen ausgelöst worden sind. Luhmann erzählte gerne die Geschichte wie der Biologe Maturana, der den Begriff Autopoiese entwickehe, dazu gekommen ist (Horster. 1997):

Maturana saß beim Abendessen neben einem Gast, der Altgriechisch beherrschte, was Maturana nicht tut, und ihn darauf aufmerksam machte, dass es für sein Theoriekonstrukt im Griechischen eine Entsprechung gebe. „Autos" bedeute im Griechischen „selbst" oder „allein" und „praktikos" heiße „eine Tätigkeit ausüben, die keinen Gegenstand hervorbringt", so Z.B. ein Musikinstrument spielen. „Poietikos" bedeute hingegen „etwas gestalten oder herstellen, wodurch ein Gegenstand entsteht".

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