Drachenschwester - Thubans Vermächtnis
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(Preis inkl. Mwst. )
| Autor(en): | Licia Troisi |
| Verlag: | cbj Kinder- & Jugendbücher |
| Version: | 1. Auflage, 2010 |
| Umfang: | 320 Seiten |
| Format: | PDF: 0,53MB |
| ISBN: | 3570139700 |
| Bestell-Nr.: | 64104932P |
| Artikeltyp: | E-Book |
Jede Nacht träumt die 13-jährige Sofia von einer weißen Drachenstadt über den Wolken, und jeden Morgen wacht sie in ihrem kleinen grauen Zimmer auf. Sie hat die Hoffnung, das Waisenhaus irgendwann verlassen zu können, längst aufgegeben. Bis sie von einem unheimlichen Jungen mit Metallflügeln angegriffen wird und der rätselhafte Professor Schlafen ihr ein unglaubliches Geheimnis offenbart: Sofia trägt das Erbe Thubans in sich, des mächtigsten aller Drachen. Vor Urzeiten besiegte er Nidhoggr, den Wächter der Dunkelheit, und verbannte ihn unter die Erde. Doch Thubans Erzfeind lebt, und der Tag seiner Rückkehr ist nah. Nun ist es an Sofia, dem Mädchen mit dem Drachenherzen, ihre Angst zu überwinden und das Vermächtnis Thubans anzutreten.
Leseprobe:
11 Chaotische Tage (S. 113-114)
Der Junge nahm den Weg durchs Fenster. Dabei ratschte ein Flügel an der Mauerkante entlang und der Aufprall brachte ihn aus dem Gleichgewicht. Er strauchelte, krachte zu Boden und überschlug sich dort einige Male, bis er liegen blieb. Der Schlag riss Ratatoskr aus seiner Meditation. Er erhob sich aus dem Lotossitz und trat auf den Unterjochten zu, der keuchend, ein Flügel abgeknickt, auf dem Fußboden kauerte und sich mühte, wieder auf die Beine zu kommen.
Ratatoskr beugte sich zu ihm hinab und betrachtete die Verletzung. »Schöne Bescherung«, murmelte er, wobei er die Stirn in Falten legte. Mit gekreuzten Armen stand Nida hinter ihm. Ratatoskr musste sich gar nicht umdrehen, um zu wissen, dass sie triumphierend lächelte. Verärgert strich er sich das Haar zurecht und streckte dann eine Hand zur Stirn des Jungen am Boden aus, der sich weiter mühte, wieder hochzukommen. »Halt still, du Idiot«, zischte er, schloss die Augen und las rasch, was in seinem Geist geschrieben stand. »Er hat versagt. Um das wissen, brauchst du dir seine Erinnerungen gar nicht anschauen«, warf Nida in höhnischem Ton ein.
»Die Schläferin ist erwacht.« Nida erstarrte. Genau das hätte nicht passieren dürfen. Nidhoggr würde alles andere als erfreut darüber sein. Wollten sie verhindern, dass er wieder seinen Zorn an ihnen ausließ, mussten sie rasch handeln, und dieses Mal durften sie sich keinen Fehler mehr erlauben. Ein Blick reichte, und beide wussten, was zu tun war. Während Nida in ihren Jackentaschen kramte, schaltete Ratatoskr den Apparat ab, indem er eine winzige Taste in dessen Mitte betätigte.
Augenblicklich verzerrte sich das Gesicht des Jungen vor Schmerz, und ein Ruck durchlief seinen ganzen Körper, ähnlich wie bei einem Taucher, der nach zu langer Zeit unter Wasser plötzlich wieder an die Oberfläche kommt. Das Rot seiner Augen verlor sich und ging langsam in ein gewöhnliches Braun über. Mattia war zurück. Eine Wange an den kalten Zement gepresst, lag er leblos am Boden. Er brauchte nur einen kurzen Moment, dann erinnerte er sich an alles und erschrak zutiefst. Als er sich umzudrehen versuchte, packten ihn ein paar kräftige Hände und hielten ihn mit eisernem Griff fest.
Er schrie auf, doch schon ging sein Schrei in ein Röcheln über, weil eine Hand seinen Mund zupresste. Jetzt trat die Fee in sein Blickfeld. Mit ihrem sanften Mädchengesicht und den klaren Augen schien sie ihm noch schöner als zuvor. Lächelnd, fast freundschaftlich blickte sie ihn an. »Schsch …«, machte sie, »nicht so laut. Hier schlafen Leute. Die wollen wir doch nicht wecken, oder?« Mit glänzenden Augen starrte Mattia sie an.
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