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Die gefährlichsten Börsenfallen - und wie man sie umgeht
 

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Die gefährlichsten Börsenfallen - und wie man sie umgeht

 
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Buchausgabe: 24,90€
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(Preis inkl. Mwst. )

Autor(en): Uwe Lang
Verlag: Campus Verlag
Version: 2. Auflage, 2007
Umfang: 187 Seiten
Format: PDF: 3,75MB
ISBN: 3593383942
Bestell-Nr.: 59338394P
Artikeltyp: E-Book
 

Uwe Lang weiß aus jahrelanger Beobachtung: Die gefährlichsten Untiefen an der Börse sind nicht die Machenschaften von Betrügern oder Finanzhaien – es sind die ganz normalen, aber gut versteckten Fallen, die Privatanleger zum Straucheln bringen können.

Der Autor
Uwe Lang, geb. 1943, evangelischer Pfarrer, seit 1993 im Ehrenamt, analysiert seit über 35 Jahren intensiv das Börsengeschehen und gilt dabei als einer der weitsichtigsten und solidesten Börsenbeobachter. Er veröffentlichte mehrere Aktienratgeber und ist Herausgeber der Börsensignale, einem der erfolgreichsten deutschen Börsenbriefe, dessen Analysen Monat für Monat Tausende von Anlegern vertrauen.

Schlagwort-Katalog
Aktien
Börse
Kursprognose
Psychologie




Leseprobe:

Falle 19 Ethische Investments (S. 111-113)

»Gewinnen Sie an der Börse mit gutem Gewissen!« Mit dieser Parole wird oft für so genannte Ethikfonds geworben. Müsste also im Umkehrschluss jeder, der die Bedingungen selbst ernannter Ethikfonds nicht erfüllt, ein schlechtes Gewissen haben? Lassen Sie sich nur diesen Unsinn nicht einreden. Ein solches SchwarzWeißDenken geht an der Wirklichkeit vorbei. Wer als Verbraucher umweltfeindliche Chemikalien und Tabletten bedenkenlos kauft, energiefressende Geräte benutzt, Eier aus Legebatterien und Fleisch von transportgeschädigten Tieren verzehrt, hat kein Recht, die hinter diesen Produkten stehenden Unternehmen zu beschuldigen und sich selbst ein gutes Gewissen zu verschaffen, indem er »Ethikfonds« kauft. Wer wirklich etwas für den Natur und Umweltschutz tun will, muss sich fragen lassen, warum er sich nicht auf diesem Gebiet wirklich engagiert, zum Beispiel im Bund Naturschutz.

Zu meinen, man habe für die Umwelt genug getan, indem man zum Beispiel nur Aktien kauft, die Strom aus Sonnen oder Windenergie beziehen oder sich mit der Verwertung von Stahlwerkstäuben, Salzschlacken und Kabelschrott befassen, ist ziemlich naiv. Die meisten Energiekonzerne haben eine große Produktpalette und bieten häufig sogar alle möglichen Energieformen an. Siemens zum Beispiel kann als Kernenergie oder Rüstungskonzern angesehen werden, bietet aber auch Windkraft und Sonnenenergie an, ist auf diesen Gebieten sogar mit führend in Deutschland. Der Nahrungsmittelkonzern Unilever, dem der Einsatz von Legebatterien bei Hühnern vorgeworfen wird, stellt auch ökologisch wertvolle Nahrungsmittel her. Die Verbraucher haben es in der Hand, das Angebot zu beeinflussen, nicht die Aktionäre.

Wenn ich ein Unternehmen für gut halte und von dem begeistert bin, was es tut, dann kaufe ich in erster Linie seine Produkte oder nehme seine Dienstleistungen in Anspruch und empfehle sie Freunden und Bekannten weiter. Produkte, die ich für bedenklich halte, kaufe ich nicht, etwa Schweinefleisch aus Tiertransporten oder Eier aus Legebatterien. Der Verbraucher steuert mit seinem Nachfrageverhalten sehr wohl den Markt, der Kleinaktionär steuert mit dem Kauf von Ethikfonds gar nichts. Ethikfonds dürfen übrigens in Deutschland unter diesem Namen nicht angeboten werden – und dies mit Recht! Denn eine solche Bezeichnung spricht stillschweigend allen anderen Gesellschaften ethisches Handeln ab. Damit tut man aber vielen verantwortlich handelnden Mitarbeitern in zahlreichen Unternehmen und auch in Konzernteilen unrecht.

Oft sind denjenigen, die dem Kleinanleger so genannte Ethikfonds anbieten, ethische Fragen herzlich egal. Sie haben nur einmal wieder eine Gruppe entdeckt, der sie etwas verkaufen können, indem sie an deren Gewissen appellieren. Ob diese Fonds dann nicht nur für die ausgebende Bank, sondern auch für den Anleger erfolgreich sind, ist zweitrangig. Dennoch werden von Luxemburg aus Fonds unter solchem Namen angeboten, es ist offenbar für Investmentbanken allzu verlockend, eine neue Anlegergruppe in einem offensichtlichem Wachstumsmarkt für sich zu gewinnen. Immerhin ist die Summe, die in »ethischen Investments« in den letzten Jahren angelegt wurde, pro Jahr um rund 60 Prozent gewachsen. Sehr beliebt ist die Bezeichnung »Ökofonds«. Aber Bezeichnungen wie »Öko«, »eco«, »sozial« oder »nachhaltig« garantieren noch lange keine Unterschiede zu konventionellen Aktienfonds.

»Die hehren Ansprüche mancher nachhaltigen Anlagekonzepte werden dem Ziel, ökologische, soziale und ethisch vertretbare Aktien im Portfolio zu haben, nicht immer gerecht«, warnt Carsten Krebs vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V. Bislang gibt es nämlich kein Gütesiegel für ethische, ökologische und soziale Auswahlkriterien. Die Konzepte nachhaltiger Fonds sind daher ausgesprochen unterschiedlich. Da wurde auch schon der USMüllentsorger Waste Management als »grüne Aktie« bezeichnet, obwohl eine Tochtergesellschaft dieses Konzerns bereits Bußgelder wegen Umweltverstößen berappen musste und fünf ehemalige Topmanager wegen Betrugs angeklagt wurden.



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